57a Überprüfung – Was kostet ein Pickerl in Österreich?

Autopickerl in Österreich – welche Rolle spielen § 57a Überprüfung und wo muss ich das Pickerl anbringen?

In Österreich muss das Pickerl in vom Gesetzgeber vorgeschriebenen zeitlichen Abständen erneuert werden. Dazu ist eine Prüfung laut $ 57a vorgeschrieben. Sie dient dazu, festzustellen, ob das Fahrzeug verkehrssicher, bzw. betriebssicher ist und auch die Umweltverträglichkeit gewährleistet wird.

Wer ein Fahrzeug in Österreich angemeldet hat, muss also zur entsprechenden Prüfung damit.

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Nachdem man einen Termin dafür gemacht hat, ist es wichtig, dass das Fahrzeug und auch der entsprechende Zulassungsschein mitgebracht werden.

Sollte das Gesamtgewicht bei mehr als 3.500kg liegen, ist es wichtig, dass die entsprechenden Nachweise für die Genehmigung, bzw. die COC Papiere mitgeliefert werden. Sollte das Fahrzeug nicht zugelassen sein, ist es erforderlich, dass die entsprechenden Dokumente zur Genehmigung mitgeführt werden.

Wenn man ein so genanntes historisches Fahrzeug mitbringt, ist es wichtig, dass die fahrtenbuchartigen Aufzeichnungen über die vergangenen zwei Jahre mitgeführt werden und die entsprechenden Genehmigungen mitgeführt werden.

Weiße Pickerl und grüne Pickerl – wo liegt der Unterschied?

Wer sich das Pickerl in Österreich genau anschaut wird feststellen, dass hier mehrere Informationen angegeben werden. Zum einen wird das KFZ Kennzeichen angegeben, zum anderen werden Informationen zur Plakettennummer sowie Monat und Jahr der nächsten Fälligkeitsprüfung angegeben. Abhängig davon, wie die Abgaswerte sind, ist es möglich, dass eine weiße oder eine grüne Plakette angebracht werden kann.

Das weiße Pickerl wird in Österreich für einen PKW bzw. für ein Fahrzeug bis zu 3,5 Tonnen vergeben. Dazu ist es erforderlich, dass ein Benzinmotor mit Katalysator sowie ein abgasarmer Diesel vorhanden ist. Auch für Elektroautos und Anhänger gibt es in Österreich das weiße Pickerl. Gleiches gilt natürlich für Mopeds und entsprechende Motorräder, die die notwendigen Altersbedingungen sowie andere Bedingungen erfüllen.

Alle Fahrzeuge, die nicht zu den oben genannten Gruppen gehören und einen höheren Abgaswert haben, erhalten das grüne Pickerl zugeteilt und dürfen dieses aufkleben.

Kann ich den KFZ Service und das Pickerl verbinden?

Viele Kunden nutzen den KFZ Service, bzw. die Inspektion dazu, um gleichzeitig das Pickerl zu erneuern. Wenn die Werkstatt die entsprechenden Prüfungen vollzieht ist möglich, dass somit sehr schnell und vor allem sehr problemlos alles „in einem Abwasch“ erledigt werden kann.

Anzumerken ist, dass das Pickerl in jedem Fall gut mit dem Service verbunden werden kann.
Auf keinen Fall ist es jedoch anzunehmen, dass der Service das Pickerl ersetzt. Es ist notwendig, dass für das Pickerl eine Prüfung gemäß §57a erfolgt, denn nur so kann entsprechend das Pickerl vergeben werden.

In welchen Intervallen muss ich das Pickerl in Österreich erneuern?

Abhängig davon, wie alt das Fahrzeug ist und wann die Erstzulassung war, wird automatisch festgelegt, in welchen Abständen die §57a Pickerl Überprüfung durchgeführt werden muss. Grundsätzlich gibt es in Österreich auch die 3-2-1 Regelung, welche auf viele Fahrzeuge zutrifft.

Wer einen neuen Wagen zulässt, muss diesen nach drei Jahren zum ersten Mal der Überprüfung unterziehen. Wenn der Wagen das erste Mal geprüft wurde, ist es erforderlich, dass eine weitere Prüfung alle zwei Jahre erforderlich ist.

Nachdem der Wagen 5 Jahre lang genutzt wurde, bzw. ab dem 5. Jahr nach der Erstzulassung ist es erforderlich, dass die Überprüfung einmal im Jahr stattfindet.
Dies gilt für alle KFZ der Klasse M1, wozu die meisten PKWs zählen. Von dieser Regelung ausgenommen werden im Übrigen Taxen oder aber auch Fahrzeuge, die für den Krankentransport eingesetzt werden müssen. Auch diverse Anhänger gehören dieser Kategorie an und müssen daher regelmäßig zur Pickerl Prüfung.

Wer ein so genanntes historische Fahrzeug in Österreich fährt, muss die entsprechende Prüfung alle zwei Jahre an dem Fahrzeug durchführen lassen.

Was passiert, wenn ich die Pickerl Prüfung in Österreich versäumt habe?

Grundsätzlich wird auf dem Pickerl angegeben, wann die nächste Prüfung erforderlich ist. Sollte es dazu kommen, dass man die Prüfung versäumt hat, ist es möglich, dass ein Zeitraum der Toleranz von insgesamt 6 Monaten genutzt wird, um die entsprechende Prüfung nachzuholen.

Das bedeutet, dass man aber auch beachten muss, wann die Erstzulassung gewesen ist. Die 6 Monate der Toleranz beginnen bereits einen Monat vor dem Monat der Erstzulassung und enden 4 Monate danach. Im Internet gibt es diverse Rechner, mit denen genau ermittelt werden kann, wann ein Fahrzeug zur Pickerl Prüfung vorgeführt werden muss.

Was wird alles im Rahmen der Pickerl Kontrolle geprüft?

Wer ein Fahrzeug in Österreich zulassen möchte, muss sich auf eine Pickerl Prüfung einstellen. Dabei werden verschiedene Dinge geprüft. Zunächst ist es wichtig, dass natürlich die Umweltaspekte geprüft werden. Dabei wird darauf geachtet, dass der Wagen entsprechend die Luft nicht zu stark verunreinigt und z.B. nicht zu viel Lärm oder Rauch entwickelt.

Ferner gibt es bei der Pickerl Kontrolle eine Prüfung der kompletten Beleuchtung. Hierzu zählen auch die Nebelleuchten sowie Blinker und andere Leuchten. Anzumerken ist, dass auch Reflektoren geprüft werden. Risse oder abgebrochenes Plastik können hier zu Problemen führen.

Die Scheiben, insbesondere die Frontscheibe werden ebenfalls im Rahmen der Prüfung genauer untersucht. Das bedeutet, dass z.B. auch Risse hin kontrolliert werden und natürlich auch auf Steinschläge geprüft wird. Wer ein Fahrzeug fährt, muss auch sicher unterwegs sein, was somit gewährleistet wird.

Insgesamt werden das Fahrgestell sowie als auch die Karosserie des Fahrzeuges genauer unter die Lupe genommen. Das bedeutet, dass hier alles auf Funktionalität, bzw. Stabilität sowie als auch auf entsprechend fehlende Teile und Defekte hin geprüft werden soll.

Welche Rolle spielen die Bremsen bei der §57a Prüfung?

Die Bremsen spielen eine wichtige Rolle bei der Pickerl Prüfung. Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass die Bremsen auf den Prüfstand die entsprechende Leistung, bzw. Abbremsung erreichen. Somit kann gewährleistet werden, dass im Notfall auch eine Vollbremsung zum vollkommenen Stillstand des Fahrzeuges führt.

Eine umfassende Erklärung zum Thema Bremsen inkl Infografik findet sich auf https://www.kfzteile24.at/magazin/lexikon/bremse-aufbau-funktion zum Nachlesen!

Darüber hinaus ist anzumerken, dass der Sidepunkt der Bremsflüssigkeit geprüft wird. Ebenso werden die Bremsklötze hinsichtlich des Bremsbelages und natürlich auch die Bremsscheiben geprüft. Hierbei wird unter anderem darauf geachtet, dass die Bremsscheiben keine Risse haben, die zur Gefahr im täglichen Einsatz des Fahrzeuges werden können.

Welche weiteren Prüfungen finden bei der Pickerl Kontrolle statt?

Neben dem Bremsen werden natürlich auch die Lenkung und der Motor sowie die Reifen genauer geprüft. Bei den Reifen geht es darum, dass diese in der richtigen Größe gekauft und aufgezogen wurden. Das bedeutet konkret, dass die Reifen in jedem Fall gemäß der Eintragung in den Papieren stimmen müssen.

Ebenso ist anzumerken, dass natürlich die Abnutzung geprüft wird. Es muss ausreichend viel Profil vorhanden sein, ferner ist zu prüfen, ob Winterreifen oder Sommerreifen gerade erforderlich sind. Ebenso anzumerken ist, dass auch darauf geachtet wird, ob zum Beispiel Risse in den Reifen vorhanden sind.

Welche Sicherheitsmerkmale spielen bei der Pickerl Prüfung eine wichtige Rolle?

Die Sicherheitsmerkmale spielen bei der Prüfung des Pickerls eine sehr wichtige Rolle. Es ist zu erwähnen, dass in jedem Fall darauf geachtet werden muss, dass entsprechend alle Kriterien erfüllt werden. So ist es erforderlich, dass die Sicherheitsgurte geprüft werden.

Diese müssen entsprechend blockieren, wenn man ruckartig daran zieht. Darüber hinaus ist es wichtig, dass auch die Sicherheitskopfstützen funktionieren und zum Beispiel die Airbagleuchte nicht leuchtet. Darüber hinaus werden auch das ABS sowie das ESP System geprüft. Viele der Prüfungen erfolgen auf elektronischer Art, bzw. durch das Auslesen eines Fehlerspeichers.

Ferner wird die komplette Sicherheitsausrüstung geprüft. Das bedeutet in der Praxis, dass das Warndreieck sowie Warnwesten und auch das Verbandszeug geprüft werden wollen.

Generell wird bei der Prüfung des Fahrzeuges natürlich auch darauf geachtet, dass die Angaben in den Fahrzeugpapieren mit dem Fahrzeug selbst übereinstimmen.

Einen Überblick bietet die Mängelliste für die Pickerl Kontrolle, diese kann auf https://www.wko.at/branchen/gewerbe-handwerk/fahrzeugtechnik/Maengelliste_2013.pdf eingesehen werden.

Das Pickerl richtig kleben – wie gehe ich hier vor?

Wer das Pickerl in Österreich richtig kleben möchte, sollte sich in jedem Fall an die notwendigen Hinweise halten. Dabei ist anzumerken, dass das Autopickerl nicht tiefer als 40 Zentimeter und nicht höher als 190 Zentimeter über der Fahrbahn angebracht werden darf.

Wer einen PKW oder einen Kombi fährt, kann das Pickerl am oben Rand rechts an der Windschutzsscheibe anbringen – in Fahrtrichtung betrachtet. Plaketten und Pickerl aus den Jahren zuvor müssen entfernt werden. Bei einem Motorrad oder bei einem Moped ist es zu empfehlen, dass das Pickerl an der rechten Seitenwand des Scheinwerfers, oder aber auch an der Gabel des Vorderrades befestigt wird.

Pickerl abgelaufen – was kann ich tun und welche Strafen erwarten mich?

Sollte es dazu kommen, dass das Pickerl in Österreich abgelaufen ist, ist mit einer hohen Geldstrafe zu rechnen. Diese kann bei bis zu 2.180 Euro liegen und ist deutlich höher, als es bei vielen anderen Ländern der Fall ist. Die Strafe muss für den Besitzer der Zulassung und auch für den Lenker des Fahrzeuges entrichten.

Das bedeutet, dass zwei Personen belangt werden können. Es ist in Österreich gesetzlich verpflichtend, sich vor Antritt der Fahrt darüber zu informieren, ob das Fahrzeug auch eine gültige Plakette hat, so dass die Fahrt ohne Probleme angetreten werden kann.

Sollte es ohne gültiges Pickerl zu einem Unfall kommen, kann dies weitere negative Folgen haben. Sofern der Unfall durch einen Mangel am Fahrzeug verursacht wurde, der bei einer Prüfung aufgefallen wäre, würde dies bedeuten, dass entsprechend die Versicherung die Haftung nicht übernimmt und der Schaden selbst zu bezahlen wäre.

Was kann ich tun, wenn mein Pickerl beschädigt wurde?

Wenn das Pickerl an der Windschutzscheibe angebracht wird, kann es zu einer Beschädigung kommt. Sollte es dazu kommen, dass z.B. durch Hitze oder Kälte ein Schaden entsteht, ist es möglich, dass mit einer Strafe von bis zu 5.000 Euro gerechnet werden muss. In der Praxis liegt die Strafe meist bei einem Maß von etwa 100 Euro.

Sollte die Plakette beschädigt sein, kann man mit dem Fahrzeug eine Werkstatt aufsuchen, die hier ein entsprechendes Ersatzpickerl ausstellen kann. Dazu ist es in jedem Fall notwendig, dass auch entsprechend ein Dokument vorgelegt werden kann. Seit dem 1. Oktober 2014 können die notwendigen Dokumente auch elektronisch über die Begutachtungsstelle abgerufen werden, was den Aufwand erheblich erleichtert.

Was kostet ein Pickerl in Österreich aktuell?

Grundsätzlich sind die Preise für einen Pickerl sehr unterschiedlich. Das liegt daran, dass die Preise der Werkstätten variieren. Es gibt Studien darüber, dass die Nutzer von Automobilclubs die Pickerl besonders günstig bekommen können.

Quelle: https://derstandard.at/2000059201527/Grosse-Preisunterschiede-bei-Kfz-Pickerl-und-Reparatur

So muss ein Mitglied des ÖAMTV nur 39,40 Euro zahlen und ein Mitglied des ARBÖ nur 47,40 Euro. Im Schnitt liegen die Kosten für das Pickerl in Österreich bei etwa 60 bis 70 Euro. Auch gibt es leichte Preisunterschiede zwischen einem Diesel und einem Benzinmotor, was jedoch nicht sehr viel in der Summe ausmacht. Kommt eine Inspektion hinzu, kann der Preis noch einmal steigen.

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