Ab wie viel Gewinn muss ich mit einem Kleingewerbe Steuern zahlen? – Kleinunternehmergrenze

Als Kleingewerbe bezeichnet man jede selbstständige Tätigkeit, dessen Betreiber nicht den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs unterliegt. Hierbei handelt es sich um Handwerksgewerbe, Industrietätigkeit und fast alle Dienstleistungen.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Ärzte, Anwälte oder Journalisten beispielsweise gehören nicht zur gewerbepflichtigen Gruppe. Für Sie gelten gesonderte Richtlinien. Alle Vorschriften für das Kleingewerbe werden vom Bürgerlichen Gesetzbuch, dem Sozial- und Steuergesetz geregelt.

Welche Gewinnsumme muss versteuert werden?

Bei dem Kleingewerbe gilt, dass der Betreiber nicht verpflichtet ist Umsatzsteuern zu zahlen, falls sein Gewerbe im vergangenen Geschäftsjahr weniger als 17.500,00 Euro eingebracht hat und im laufenden Kalenderjahr kein höherer Gewinn als 50.000,00 Euro erwartet wird.

Alles, was darüber liegt, wird vom Umsatzsteuergesetz mit einem Kleinunternehmen gleichgestellt.
Wenn man aber von §19 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes Gebrauch macht, ist man zwar von den Umsatzsteuern befreit, man darf jedoch auch keine bezahlten Steuern für gekaufte Ware oder sonstige mit dem Gewerbe verbundene Kosten zurückfordern.

Es liegt also am Betreiber selbst, ob er es vorzieht die Umsatzstuer zu bezahlen und dafür in seiner Steuerabrechnung am Ende des Jahres vorgezahlte Steuern wiederbekommt, oder doch lieber die Umsatzsteuer einspart und so Gefahr läuft viel mehr für Waren auszugeben. als eigentlich erforderlich wäre.

Details zu den Steuerpflichten für das Kleingewerbe in Deutschland und die Details zum Umsatzsteuergesetz findet man auf http://www.kleingewerbe.de/steuerpflichten.htm im Überblick.

Für welches Gewerbe lohnt es sich Gebrauch vo §19 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz zu machen?

Falls Ihr Gewerbe einen häufigen Kauf von Waren oder die Lieferung verschiedener Materialien vorsieht, wie etwa bei Malern, Tischlern oder auch Verkäufern, so ist es sicherlich empfehlenswert die Umsatzsteuer zu bezahlen, um letztendlich auch die gezahlten Steuern einfordern zu dürfen.

Kleingewerbe, die viel kaufen, transportieren oder liefern, kommen im Laufe eines Geschäftsjahres oft auf unvorhergesehene Kosten, die man schließlich verringern kann, indem die gezahlten Steuern in der Jahresendabrechung aufgeführt werden. Macht man aber Gebrauch von §19, fällt diese Option weg. Kleingewerbe, die sich mit Dienstleistungen wie Reinigung oder Pflege beschäftigen haben einen klaren Vorteil, wenn sie die Bezahlung von Umsatzsteurn umgehen, voraussichtlich ihr Gewinn bleibt in den genannten Grenzbereichen.

Bei welcher Summe wird die Buchführung Pflicht?

Wenn man mit einem Kleingewerbe innerhalb eines Geschäftsjahres mit seinem Umsatz unter der Grenze von 350.000,00 bleibt und dabei nicht mehr als 30.000,00 Euro Gewinn erzielt, ist nicht dazu verpflichteteinen Buchführung zu haben. Alle, was über dieser Grenze liegt, fordert auch eine Buchführung.

Was muss man bei der Anmeldung eines Kleingewerbes beachten?

Wer sein Gewerbe anmeldet, bekommt zeitig vom Finanzamz ein Schreiben, das den voraussichtlichen Gewinn beinhalten soll. Bei der Ausfüllung dieses Formulars sollte man mit der Angabe über einen möglichen Gewinn unbedingt unter der vorgegebenen Grenze zum Kleinunternehmen bleiben, wemm man als Kleingewerbe gelten will. Trotzdem ist es wichtig realistische Angaben zu machen, weil das Finanzamt bei abweichenden Angaben selbst zur Einschätzung übergeht.

Monatlich abrechnen- Ja oder nein?

Ja! Seit dem Jahr 2002 müssen Gewerbebetreiber monatlich abrechnen. Hierbei handelt es sich um eine Umsatzsteuervoranmeldung. Diese kann man nur umgehen, wenn man keine Umsatzsteuer bezahlt, also ein Kleingewerbe nach §19 betreibt.

Warum ist die Krankenversicherung für das Gewerbe von Bedeutung?

Vorsicht gilt bei den Verdienstrahmen des Kleingewerbes. Als Betreiber einer eigenen Tätigkeit muss man bedenken, dass der durchschnittliche monatliche Gewinn nicht die Grenze der eigenen schon bestehenden Krankenversichrung erreicht. Passiert das, so ist man dazu verpflichtet sich selbst zu versichern.

Um einen Überblick über Gewinn und pflichtige Steuern zu behalten, kann man sich an folgende Richtlinien halen:

  • – Gewerbe, die nicht nach §19 aggieren, müssen für jeden Gewinn Umsatzsteuern zahlen, dürfen im Gegenzug aber auch alle schon vorbezahlten Steuern einfordern
  • – Wird Gebrauch von §19 gemacht muss man keine Umsatzsteuer zahlen, sofern der jährliche Gewinn die Summe von 17.500,00 Euro nicht überschreitet. Achtung! Im nächsten Jahr darf man nicht mehr als 50.000,00 Euro Umsatz erwarten!
  • – Gewerbebetreiber die viel in Ware investieren, sollten Umsatzsteuern bezahlen
  • – Existenzgründer erhalten Steuer- Sonderabschreibungen für Neuanschaffungen

Deine Meinung ist uns wichtig

*