Betriebshilfe für Unternehmen in Österreich

Der harte Konkurrenzkampf auf dem Markt sorgt dafür, dass es sich ein Unternehmen in der heutigen Zeit nicht mehr leisten kann still zu stehen. In Österreich gibt es daher die Möglichkeit im Falle eines Falles von der WKO Unterstützung in Form einer Betriebshilfe in Anspruch zu nehmen.

Unterstützung für Betriebe durch Betriebshilfe

Gerade junge Betriebe und Ein-Mann-Firmen haben es schwer, wenn es durch Krankheit, Unfall oder Mutterschaft zu einem Arbeitsausfall kommt. Aus diesem Grunde hat sich die Wirtschaftskammer in Österreich vor acht Jahren etwas einfallen lassen: Es wurde die sogenannte Betriebshilfe gegründet.

Betriebshilfe – was ist das?

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Unternehmer sind unweigerlich mit finanziellen Problemen konfrontiert, wenn die Arbeitsfähigkeit aufgrund von Krankheit, Unfall oder Schwangerschaft für eine längere Zeit nicht gegeben ist.Um diesen Gefahren entgegen zu wirken, leistet die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern Betriebshilfe.

Sachleistung oder Kosten-Zuschuss

Gewährt wird diese als Sachleistung oder als Zuschuss zu den Kosten eines Betriebshelfers.

  • Die Grundidee der Betriebshilfe ist also, dass kompetente Fachkräfte das Unternehmen weiterführen, falls Not am Mann herrscht.
  • Die Betriebshelfer werden von der Wirtschaftskammer bereitgestellt – in Wien, Niederösterreich und im Burgenland beispielsweise über den Verein „Betriebshilfe für die Wirtschaft„.
  • Die SVA hat sich bereiterklärt, unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten zu übernehmen und verrechnet diese direkt.

Die Betriebshilfe hat sich inzwischen als probates Mittel erwiesen, um betroffenen Unternehmern in Österreich rasch, aber auch unbürokratisch unter die Arme zu greifen.

Wer kann Betriebshilfe in Anspruch nehmen und welche Voraussetzungen sind zu beachten?

Es gibt gewisse Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen: Die Betriebshilfe kann grundsätzlich von jeder Person in Anspruch genommen werden, die

  • bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft krankenversichert und
  • mit ihrem Unternehmen Mitglied der Wirtschaftskammer (bei aufrechter Gewerbeberechtigung) ist.

Zudem kann die Betriebshilfe nur dann in Anspruch genommen werden, falls

  • eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von mehr als 14 Tagen gegeben ist,
  • die jährlichen Gesamteinkünfte des Versicherten den Betrag von 19.338,12 Euro (2014) nicht übersteigen (Ausnahme: Betriebshilfe bei Mutterschaft) und
  • die Betriebshilfe zur Aufrechterhaltung des Betriebes in der Tat vonnöten ist.

Betriebshilfe als Sachleistung

Wie bereits erwähnt, kann die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft in Kooperation mit den Wirtschaftskammern in allen Bundesländern die Betriebshilfe als Sachleistung gewähren. Dabei handelt es sich um eine Beistellung von kostenlosen Betriebshelfern für die jeweilige Dauer der Arbeitsunfähigkeit.

Wie viel Betriebshilfe kann man erhalten?

Das Höchstmaß umfasst 70 Einsatztage pro Kalenderjahr. Abgerechnet wird direkt zwischen der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und den Betriebshelfern bzw. der Einrichtung, die diese beschäftigen. Die Anträge auf Beistellung eines Betriebshelfers sind beim jeweiligen Betriebshilfeverein zu stellen.

Betriebshilfe als Geldleistung

Des Weiteren gibt es die Betriebshilfe als Geldleistung. In diesem Sinne beschäftigt der Unternehmer aufgrund seiner Notlage einen weiteren Mitarbeiter.

Dieser wird jedoch im Gegensatz zur Betriebshilfe als Sachleistung nicht vom Betriebshilfeverein bezahlt, sondern direkt vom Unternehmer. Liegt ein derartiger Fall vor, leistet die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft einen Zuschuss zum Mehraufwand, der durch die Beschäftigung des zusätzlichen Mitarbeiters (Betriebshelfers) auftritt.

Wie hoch ist der Zuschuss?

Die Höhe des Zuschusses kann bis zu 7,11 Euro pro Stunde betragen, höchstens aber 63,96 Euro pro Tag. Die Begrenzung liegt bei 80 % der anfallenden Kosten.

Gleich wie bei der Sachleistung kann der Zuschuss bis zu einer Höchstdauer von 70 Tagen pro Kalenderjahr gewährt werden. Das Einbringen eines Antrages auf Übernahme der Kosten für Betriebshelfer erfolgt bei der jeweiligen Landesstelle der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft.

Betriebshilfe bei Mutterschaft

Zudem kann auch im Falle von Mutterschaft als Sachleistung eine Betriebshilfe zur Verfügung gestellt werden. Anspruchsberechtigt sind selbstständig erwerbstätige Frauen, darunter

  • Gewerbetreibende,
  • neue Selbständige und
  • Bäuerinnen).

Betriebshilfe bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein Betriebshelfer diverse Arbeiten der Wöchnerin außerhalb des Haushalts übernimmt. Somit wird gewährleistet, dass das Unternehmen
ohne Unterbrechung weiterlaufen kann. Der Anspruch auf Betriebshilfe währt grundsätzlich für die Dauer der letzten acht Wochen vor der Geburt, den Entbindungstag selbst sowie für den Zeitraum von acht Wochen nach der Geburt.

Quelle: https://www.wko.at/Content.Node/Service/Arbeitsrecht-und-Sozialrecht/Sozialversicherung/Betriebshilfe/w/Betriebshilfe_bei_Mutterschaft.html

Falls die Weiterausübung der Tätigkeit eine Gefährdung des Lebens oder der Gesundheit darstellt oder das Leben bzw. die Gesundheit des Babys gefährdet ist, kann die Betriebshilfe bereits vor diesem Zeitraum in Anspruch genommen werden. Der Nachweis ist in Form eines ärztlichen Zeugnisses zu erbringen.

Im Falle einer Früh- oder Mehrlingsgeburt oder nach einem Kaiserschnitt verlängert sich die Anspruchsdauer auf bis zu zwölf Wochen nach der Geburt, bei einer Frühgeburt um die Anzahl jener Tage, um die das Kind früher geboren wurde. Der Anspruch besteht maximal für eine Dauer von 16 Wochen.

Was ist, wenn keine geeignete Person als Betriebshilfe eingesetzt werden kann?

Bei Mutterschaft wird die Betriebshilfe durch den Versicherungsträger (bzw. durch dessen Vertragspartner) bereitgestellt – abhängig von der Maßgabe der Verfügbarkeit entsprechend geeigneter Personen.

Ist es dem Versicherungsträger bzw. Vertragspartner nicht möglich, eine adäquate Betriebshilfe bereitzustellen, darf die Versicherte im Anspruchszeitraum eine betriebsfremde oder eine nicht betriebsfremde Hilfe einsetzen. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht Anspruch auf Wochengeld, beispielsweise wenn die Betriebshilfe aus bestimmten, gesetzlich vorgesehenen Gründen nicht in Betracht kommt.

Der Antrag: Betriebshilfe bei Mutterschaft

Der Antrag ist direkt bei den Vereinen (meist die zuständige Bezirksstelle der Wirtschaftskammer) zu stellen und wird dann an die SVA weitergeleitet. Die Kosten werden direkt verrechnet und es ist kein Selbstbehalt zu zahlen. Wenn eine Mutter Betriebshilfe als Sachleistung erhält, dann ist die gleichzeitige Zahlung von Wochengeld ausgeschlossen.

Bei Fragen in puncto Betriebshilfe wenden Sie sich einfach an die Wirtschaftskammer Ihres Bundeslandes:

  • Burgenland – Tel. Nr.: 05 90907-2330
  • Kärnten – Tel. Nr.: 05 90904
  • Niederösterreich – Tel. Nr.: (02742) 851-0
  • Oberösterreich – Tel. Nr.: 05 90909
  • Salzburg – Tel. Nr.: (0662) 8888-397
  • Steiermark – Tel. Nr.: (0316) 601-601
  • Tirol – Tel. Nr.: 05 90905-1111
  • Vorarlberg – Tel. Nr.: (05522) 305-1122
  • Wien – Tel. Nr.: (01) 51450-1010

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