Energieausweis in Österreich – Kosten & Voraussetzungen

Ein Energieausweis stellt ein Dokument dar, welches über die energetische Bewertung einer Wohnung oder eines Hauses informiert. Die Gesetze rund um den Energieausweis sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Zusätzlich zur landesweiten Regelung muss das allgemein gültige Energieausweis-Vorlage-Gesetz eingehalten werden. Das EAVG besagt, dass jeder Verkäufer eines Gebäudes oder eines Nutzungsobjekts einen Energieausweis vorlegen muss.

Ebenso muss ein Energieausweis bei der In-Bestand-Gabe eines Wohn- oder Nutzungsobjekts vorgelegt werden.In Österreich wurde der Energieausweis für Neubauten 2008 eingeführt und nur ein Jahr später galt diese Regelung auch verpflichtend für Altbauten.

Oberösterreich ist das einzige Bundesland, in welchem der Ausweis bereits seit 1999 verpflichtend eingeführt wurde.Die Regelungen zu diesem Dokument wurden am 1. Dezember 2012 geändert.

Neuerungen des Energieausweises

Tipp: Kosten für einen Energieausweis vergleichen

Tipp: Kosten für einen Energieausweis vergleichen

Neu ist, dass auch in Immobilien-Inseraten der energietechnische Zustand des vorliegenden Gebäudes informiert werden muss. Seit 1. Dezember 2012 gibt es eine einheitliche Regelung von Ausnahmebestimmungen. Eine weitere Neuerung ist die Fixierung von schadensersatz- und gewährleistungsrechtlichen Folgen der Vorlage dieses Dokuments.

Ebenso gelten seit 2012 spezielle Regelungen in Bezug auf die Rechtsfolgen, wenn das Dokument nicht ausgehändigt wird. Neu ist auch, dass es bei einem Verstoß gegen die Vorzeigepflicht zu Verwaltungsstrafen kommt.
Die EU gibt spezielle Richtlinien und Regelungen vor. Mit Förderungen ist nur dann zu rechnen, wenn ein Energieausweis vorliegt.

Was steht in einem Energieausweis?

Im sogenannten Pickerl fürs Haus sind bedeutende Informationen in Bezug auf den Energieverbrauch aufgelistet. Anhand dieser Daten ist es möglich, den zukünftigen Verbrauch der Heiz-Energie und den spezifischen Heizwärmebedarf zu errechnen.
Seit 2012 wird in den Ausweisen ebenso der Gesamt-Energie-Effizienz-Faktor angegeben. Der fGEE stellt einen Vergleichswert zu einem anderen Referenzgebäude dar.

Mit welchen Kosten muss man für die Erstellung rechnen?

Die anfallenden Kosten müssen mit dem Spezialisten direkt ausverhandelt werden, da es keinen einheitlichen Preis für die Erstellung des Ausweises gibt. In einem Haus mit mehreren gleichartigen Liegenschaften betragen die Kosten meist mehr als einen Euro je Quadratmeter.

Wird ein Energieausweis für ein Mehrfamilienhaus erstellt, so liegt der Preis meist mehr als doppelt so hoch.
Am teuersten ist die Erstellung eines Ausweises für Altbauten, die über mehrere Bauteile verfügen. Die Kosten sind auch dann großteils höher, wenn die Baupläne schlecht sind.
Ein Verkauf ohne Energieausweis ist nicht gesetzmäßig und meist unrentabel, da die Kosten für die Nachforderung deutlich höher sein können. Das fehlende Dokument wird mit einer Geldstrafe in Höhe von maximal 1500 Euro geahndet.
Sowohl Käufer als auch Mieter können das Dokument einklagen.

Definition des Begriffs Energieausweis

Die gesetzlich geforderten Ausweise für Wohngebäude enthalten neben dem Warmwasser- und Heizwärmebedarf auch den Endenergie-Bedarf. Zudem sind auch Daten zum Endenergiebedarf und etwaige Ratschläge für Verbesserungen aufgelistet.
Energieausweise für Nicht-Wohngebäude enthalten zudem Informationen in Bezug auf den Beleuchtungs- und Kühlbedarfs.

Energiekennzahl:Hierbei handelt es sich um den spezifischen Heizwärmebedarf, der einen Vergleichswert darstellt. Die Energiekennzahl beschreibt die thermische Qualität, welche die Gebäudehülle aufweist. Der spezifische Heizwärmebedarf wird in Kilowattstunden je Quadratmeter angegeben. Bei der Angabe kWh/m²per anno handelt es sich um den jährlichen Bedarf an Raumwärme.

Quelle: http://www.energiemagazin.at/der-energieausweis-fur-haeuser-und-wohnungen/

  • Spezifischer Heizwärmebedarf:Der standortbezogene HWB gibt den zu erwartenden Verbrauch an Energie an. Der Energieverbrauch ist vom individuellen Benutzerverhalten abhängig. Bei energiesparendem Verhalten ist es keine Seltenheit, dass der HWB geringer ausfällt.
    Bei neuen Bauwerken ist der spezifische Heizwärmebedarf oftmals höher, da einige Bauteile noch nicht ganz trocken sind.
  • Gesamtenergieeffizienzfaktor:Dieser Faktor wird mit fGEE abgekürzt. Der Gesamtenergieeffizienzfaktor stellt einen Vergleich mit dem Gebäude und einem Referenzobjekt dar. Das Referenzobjekt stammt aus dem Jahre 2007. Somit kann abgeschätzt werden, ob das vorliegende Bauwerk energetisch schlechter oder besser ist als das Referenzgebäude. Beträgt der Faktor mehr als eins, so ist das Gebäude energetisch nicht auf dem aktuellsten Stand. Je höher der fGEE-Wert, desto schlechter der energetische Zustand des vorliegenden Gebäudes.
  • Warmwasserwärmebedarf:Der WWWB gibt den Energieaufwand an, der für die Bereitstellung von warmen Wasser notwendig ist.
  • Heiztechnikenergiebedarf:Der HTEB gibt Aufschluss über die Energie-Verluste der Heizungsanlage.
  • Endenergiebedarf: Bei diesem Wert handelt es sich um eine notwendige Energiemenge, die von außen zugeführt wird. Der Endenergiebedarf bezieht sich sowohl auf das Warmwasser als auch auf die Raumwärme. Ebenso werden mit dem Endenergiebedarf jegliche Verluste in puncto Warmwasser und Heizung gedeckt.
  • Brutto-Grundfläche:Die Brutto-Geschoßfläche, auch Brutto-Grundrissfläche genannt, inkludiert nicht nur die Summe jeglicher Flächen, sondern auch die Wände. Dieser Wert ist für die Berechnung des jährlichen Energiebedarfs bedeutend.
  • Kompaktheit:Das A/V-Verhältnis ist ein Kennwert, der sich auf die sogenannte Gebäude-Geometrie bezieht.
  • Klimaregion:Da sich der Energiebedarf in der Realität vom Referenzobjekt unterscheidet, wird auch das Klima des Standorts mittels der Klimaregion miteinbezogen.
  • Klimadaten:Hierbei handelt es such um langjährige Durchschnittswerte für die Bauadresse. Die Heiztage geben an, an wie vielen Tagen pro Jahr geheizt wird. Die Angaben zu den Heizgrad-Tagen informieren über den Unterschied der Innen- und Außentemperatur an Heiztagen. Unter der Norm-Außentemperatur versteht man die kälteste durchschnittliche Temperatur, die über mehrere Jahre gemessen wird.

Der Begriff Globalstrahlung gibt die Energiemenge an, welche die Sonne während einer Heizperiode auf einen Quadratmeter liefert.
Der Wärmedurchgang pro Quadratmeter und der Unterschied zwischen der Außen- und Innentemperatur wird mit dem U-Wert angegeben. Ein geringer mittlerer U-Wert zeigt, dass die thermische Hülle gut ist.

Wann wird ein Energieausweis benötigt?

Jeder Neubau muss einen Energieausweis vorweisen. Ebenso notwendig ist der Energieausweis, wenn größere Sanierungen anstehen. Auch bei Zu- und Umbauten stellt dieser Ausweis ein Muss dar. Werden Immobilien verkauft oder vermietet, so muss ein Energieausweis vorgelegt werden. Dieses Dokument wird auch gefordert, wenn eine gewerbliche Fläche zum Verkauf, zur Vermietung oder Verpachtung angeboten wird.
Sowohl die Käufer als auch die Mieter oder Pächter dürfen vor dem Abschluss des Vertrags einen gültigen Energieausweis fordern.

Nicht nur Käufer, sondern auch Mieter haben das Recht, den Energieausweis vor dem Vertragsabschluss einzusehen. Alternativ kann dieses Dokument auch binnen zwei Wochen nach dem Abschluss des Vertrags nachgereicht werden.
Wer sich für ein Einfamilienhaus entscheidet, kann auch einen Energieausweis eines Referenzgebäudes vorlegen, welches in Bezug auf die Lage, Größe und Energieeffizienz vergleichbar ist.
Beim Kauf einer Immobilie in einem Mehrparteien-Haus ist es ausreichend, wenn für das komplette Gebäude ein Energieausweis vorliegt.

Wie lange ist das Dokument gültig?

Dieses Dokument ist zehn Jahre lang gültig, bevor die Daten aktualisiert werden müssen.

Wer stellt Energieausweise aus?

Mittlerweile haben sich zahlreiche Firmen darauf spezialisiert, Energieausweise auszustellen. Neben Baumeistern, Elektro-, Gas- und Sanitärtechnikern stellen auch Heizungs-, Lüftungs- Kälte- und Klimatechniker Energieausweise aus. Ebenso sind Zimmermeister und diverse Ingenieurbüros berechtigt, diese Dokumente auszustellen.

Alternativ kann ein Ziviltechniker wie beispielsweise ein Architekt oder ein Zivilingenieur dieses Dokument ausstellen.Vorteilhaft ist, dass die speziellen Computerprogramme standardisiert sind.Ein Vergleich unterschiedlicher Anbieter ist empfehlenswert, da die Preise variieren.

Quelle: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/21/Seite.210400.html

Wichtige Fragen, die Sie vorab in einem Gespräch mit dem Anbieter für ihren Energieausweis klären sollten:

  • Welche Unterlagen benötige ich?
  • Welche Daten muss ich über das Gebäude wissen?
  • Wer bezahlt die Kosten für die Erstellung?
  • Welchen Nachweis/Ausweis brauche ich bei Vermietung/Hausverkauf?

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