Familienbonus Plus 2018/2019 in Österreich – Rechner, Voraussetzungen, Fragen & Antworten

Was ist der Familienbonus?

Der Familienbonus heißt offiziell Familienbonus Plus und ist ein Gesetz zur Steuerentlastung von Familien. Das Gesetzt geht auf eine Wahlkampf-Forderung von Österreichs Kanzler Kurz zurück. Der Familienbonus ist die größte Entlastungsmaßnahme für Familien in der Geschichte Österreichs.
Ziel ist Familien zu entlasten, da die Kindererziehung ein wichtiger Beitrag zur Zukunft Österreichs darstellt und der zusätzliche Beitrag der Einkommenssteuer oft als unangemessen empfunden wird.

Ab wann gilt das neue Gesetz zum Familienbonus?

Das Gesetz zum Familienbonus wurde 2018 verabschiedet und gilt ab dem 01. Jänner 2019.

Wie viel bringt mir der Familienbonus?

Der Familienbonus ist ein Betrag, der von der Steuer abgesetzt werden kann, genauer: Von der Einkommenssteuer. Pro Kind können maximal 1.500 Euro abgesetzt werden, dies gilt für jedes Jahr, solange das oder die Kinder noch nicht volljährig, als 18 Jahre alt sind. Dann sinkt der Familienbonus auf 500 Euro für das Kind, dass bereits 18 ist. Alle anderen Kinder unter 18 werden weiterhin mit 1.500 Euro als Steuerfreibetrag verrechnet.

Steuer-Ersparnis durch Familienbonus

Wie lange wird der Familienbonus ausgezahlt?

Der Familienbonus wird solange gezahlt, wie die Familie die staatliche Familienbeihilfe, bezieht. Dies passiert in Österreich ab der Geburt des Kindes automatisch bis zur Berufsfähigkeit des Kindes oder, bis dieses das 25. Lebensjahr vollendet hat.

Welche Voraussetzungen gibt es für den Familienbonus?

Der Familienbonus ist eine Maßnahme zur einkommenssteuerlichen Entlastung von Familien. Das heißt umgekehrt, dass überhaupt eine Einkommenssteuer gezahlt werden muss, mit der der Familienbonus verrechnet werden kann. Der Familienbonus wird dann zwar automatisch vom errechneten Steuerbetrag abgezogen, aber nicht alle Familien kommen auf eine jährliche Einkommenssteuer von 1.500 Euro. Dies gilt insbesondere, für Familien mit zwei oder mehr Kindern, da dann entsprechend eine höhere Einkommenssteuer erreicht werden müsste.

Quelle: https://www.foerderportal.at/familienbonus-plus/

Habe ich etwas vom Familienbonus, wenn ich keine Einkommenssteuer zahle?

Ja, denn bei einem Einkommen zwischen null und 250 Euro wird einem Elternteil ein Kindermehrbetrag von 250 Euro pro Jahr ausgezahlt. Der andere Elternteil kann dann zusätzlich noch die Hälfte des Familienbonus steuerlich geltend machen, sofern hier die Voraussetzungen gegeben sind.

Wo kann ich den Familienbonus beantragen?

Der Familienbonus muss nicht beantragt werden, sonder kann wahlweise über die Lohnverrechnung, also direkt durch den Arbeitgeber in Anspruch genommen werden – oder über die Steuererklärung über das Einkommen für das Jahr 2019, die dann 2020 erfolgt.

Können wir den Familienbonus unter Ehepartner aufteilen?

Der Familienbonus kann zu gleichen Teilen auf beide Partner aufgeteilt werden. Das heißt, dass entweder der eine, oder der andere Partner den vollen Betrag über 1.500 bzw. 500 Euro steuerlich geltend macht, oder, dass beide Partner entweder 750 oder 250 Euro bei Kindern über dem 18. Lebensjahr steuerlich geltend machen.

Kann der Familienbonus auch unter nicht verheirateten Partner aufgeteilt werden?

Ja, dass ist grundsätzlich möglich.

Kann ich den Familienbonus auch nach einer Scheidung oder einer Trennung nutzen?

Ja, der Familienbonus steht Familien auch zu, wenn eine Trennung oder eine Scheidung gegeben ist. Auch hier kann der Familienbonus aufgeteilt werden.

Ab welchem Bruttoeinkommen wirkt der Familienbonus?

Das Bruttoeinkommen muss bei einem Kind mindestens 1.700 Euro betragen, damit der Familienbonus steuerlich wirksam wird.

Wo kann ich berechnen, was mir der Familienbonus bringt?

Das Ministerium für Steuern und Finanzen hat eine Website für den Familienbonus eingerichtet, familienbonusplus.at. Dort ist auch der Rechner zu finden, mit dem die Steuerersparnis berechnet werden kann.

Was muss im Online-Rechner zum Familienbonus eingegeben werden?

Der Online-Rechner vom Bundesministerium für Finanzen ermöglicht eine ausführliche Berechnung der Steuerersparnis durch den Familienbonus Plus. Aktuell können Angaben zum Brutto und Nettoeinkommen eingegeben werden, dazu die Gruppe der Sozialversicherung, welcher der Einkommenssteuerpflichtige angehört.

Ebenfalls muss auch die Anzahl der Kinder unter und über 18 angegeben werden. Zusätzliche Angaben sind ebenfalls möglich, etwa die Entfernung zum Arbeitsplatz, die gependelt wird, wie viele Fahrten solcher Art monatlich anfallen und ob die Benutzung von Öffentlichem Personen Nahverkehr zumutbar ist, oder nicht. Für eine präzise Berechnung der Ersparnis ist es nötig, dass alle Einkommenssteuer-pflichtigen Einnahmen angegeben werden, also kann auch ein Sachbezug und Einzahlungen in die Vorsorgekasse für Mitarbeiter sowie der Lohnsteuer-Freibetrag eingetragen werden.

Was gibt der Online-Rechner für ein Ergebnis aus?

Der Online-Rechner gibt sowohl die monatliche, als auch die jährliche Ersparnis – also das zusätzliche Nettoeinkommen aus. Dafür stehen auch die Berechnungsmethoden zur Einsicht bereit.

Gibt es Nachteile beim Familienbonus?

Familien, die nicht über wenigstens ein mittleres Einkommen verfügen werden durch den Familienbonus relativ wenig gefördert. Dies ist zugleich der größte Kritikpunkt der Opposition. Allerdings erhalten auch einkommensschwache Familien eine Förderung, den Kindermehrbetrag in Höhe von 250 Euro pro Jahr.

Gibt es Ausnahmen vom Familienbonus?

Für Kinder, die außerhalb der Europäischen Union (EU), dem europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder der Schweiz leben kann leider kein Familienbonus geltend gemacht werden. Auch Kinder, deren Eltern im Jahr 330 Tage oder länger die Mindestsicherung in Anspruch genommen haben, werden nicht für den Familienbonus angerechnet.

Quelle und weitere Informationen: https://www.spz.at/familienbonus/

Steht Familien mit behinderten Kindern ebenfalls der Familienbonus zu?

Ja. Bestehende Regelungen werden nicht angepasst oder aufgeweicht, die Familienbeihilfe wird also weiterhin mit dem erhöhten Satz gezahlt. Da der Familienbonus an die Familienbeihilfe geknüpft ist, erhalten auch Familien mit behinderten Kindern den Familienbonus.

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