Fertighaus in Österreich – Kosten & Anbieter

Der Traum vom Wohnen in den eigenen vier Wänden begleitet viele Menschen ein Leben lang, ohne dass dieser in Erfüllung geht. Die Finanzierung ist häufig schwierig bis unmöglich, der Hausbau selbst entpuppt sich nicht selten als Fass ohne Boden, bezüglich der Kosten.

Das mögliche Bauprojekt wird somit häufig schon in der Planungsphase wieder eingestampft und beiseite gelegt. Als Alternative bieten sich allerdings Häuser an, die in einer Fertigteilbauweise errichtet werden können.

Diese Fertighäuser erfreuen sich großer Popularität und Nachfrage, auch, da die Angebotsdichte und Auswahl in den letzten Jahren um einiges besser und größer geworden ist. Mittlerweile dominieren hier nicht mehr sogenannte Häuser von der Stange, sondern individuell gestaltete Gebäude.

Der Vorteil der Fertigteilbauweise liegt in der vergleichsweise kurzen Bauzeit, welche bereist eine Kostenreduzierung beinhaltet, sowie in den teils auch sehr preiswerten Angeboten.

Als Interessent haben Sie hier die Möglichkeit, zwischen adaptierbaren Fertighauslinien oder selbstgestalteten Häusern (Architektenhaus) frei wählen zu können. In wie fern Sie selbst in die Gestaltung eingreifen können, ist auch eine Frage Ihres Budgets. Grundsätzlich fallen aber bei dieser Bauweise weniger Kosten an, als bei einem klassischen Hausbau.

Damit Sie nun den Überblick nicht verlieren und sich voll und ganz auf die wichtigen Entscheidungen, die auch den Preis maßgeblich beeinflussen, konzentrieren können, geben wir Ihnen diesen Ratgeber zur Hand.

Wir schildern in aller Kürze jene Fragen, die Sie im Vorfeld klären sollten und welche auch starken Einfluss auf die Baukosten haben. Zusätzlich dazu präsentieren wir Ihnen einige Baufirmen samt Beispielhäuser und entsprechender Kostenvoranschläge, damit Sie ein besseres Gefühl bezüglich der Fertighauskosten entwickeln können.

Welche Kostenfaktoren bestimmen den Gesamtpreis?

Zunächst sollten Sie wissen, dass nahezu jede Entscheidung auch Einfluss auf Ihre Gesamtausgaben nimmt. Kostenvoranschläge sind Kostenvoranschläge, diese beinhalten naturgemäß nicht Verzögerungen aufgrund von Lieferschwierigkeiten, Problemen während des Hausbaus selbst oder aufgrund von Unwettern. Daher sollten Sie auf jeden Kostenvoranschlag mindestens 20 % an Mehrkosten aufrechnen, um einen reellen Annäherungswert der tatsächlichen Gesamtkosten erhalten zu können.

Des Weiteren sollten Sie den sogenannten Baupreisindex nicht aus den Augen verlieren. Viele Menschen kommen mit diesem Thema nie in Berührung und haben dieses somit auch nicht auf Ihrem Radar, wenn es um die Bauplanung geht. Der Baupreisindex bestimmt letztendlich die Baukosten, die eine Baufirma berechnen kann und darf. Dieser wird regelmäßig angepasst, somit sollten Sie kurz vor einer solchen Anpassung einen Bauauftrag abschließen.

Die Gesamtkosten setzten sich letztendlich aber, auch unter Berücksichtigung der bisher genannten Faktoren, aus den folgenden Unterpunkten zusammen:

  • Haus- und Baukosten inklusive Änderungswünsche
  • Innenausbau abhängig von der Ausbaustufe, dazu zählen mitunter Kosten bezüglich: Bodenbeläge, Heizung, Elektromaterial, Sanitäranlagen, Estrich, Dämmung und Vieles mehr.
  • Nebenkosten wie erforderliche Versicherungen, Anschlüsse aller Art (Haus, Strom, Wasser, Kanal, Telefon), Außenanlage, Baugenehmigung, Bauhelfer und Erdarbeiten, Sonstiges.
  • Bauplatz und Erschließungskosten, darin enthalten sind auch Ausgaben für den Grunderwerb, den Grundschuldeintrag und Notar.

Welche Entscheidungen haben großen Einfluss auf die Gesamtkosten?

Wie bereits erwähnt, müssen Sie bereits im Vorfeld eine Reihe von Entscheidungen treffen, die nicht nur die Qualität Ihres zukünftigen Hauses betreffen, sondern auch Einfluss auf den Gesamtpreis haben. Je früher Sie sich mit diesen Fragestellungen auseinandersetzen, umso besser.

Wenn Sie ernsthaft planen, ein Fertighaus zu bauen, sind folgende Dinge zu klären:

  • Bauform und Baumaterial (Holz, Massivholz, Beton, Ziegel usw.)?
  • Haustyp (Bungalow, klassische Hausformen usw.)?
  • Keller oder Bodenplatte?
  • Dachform (Walm-, Sattel-, Flach-, Pultdach usw.)?
  • Fertigteilgarage oder Carport?
  • Terrassenbereich?
  • Anzahl der Zimmer?
  • Wohnfläche in Quadratmeter?
  • Ausbauform (Ausbauhaus, Belagsfertig, Schlüsselfertig)?
  • Eigenleistung, wenn ja in welchem Ausmaß?
  • Innenausstattung
  • Heizform (Bodenheizung uws.)

Wenn Sie sich generell über die Fertigteilhaus Hersteller in Österreich informieren möchten bietet der Fertighausverband auf http://www.fertighaus.org/#works einen guten Überblick an.

Die Liste an Fragen ist natürlich nicht vollständig und erweiterbar, allerdings dürften darin die größten Brocken (finanziell betrachtet) enthalten sein. Natürlich sollten Sie sich zuvor auch bereits Gedanken bezüglich Ihres Budgets und der Qualität der Fertighäuser gemacht haben. Letztendlich können Sie so auch diese Fragen einfacher beantworten.

Tipp: Nehmen Sie sich für diese Entscheidungen genügend Zeit. Antworten Sie nicht nur mit ja oder nein, sondern wägen Sie die jeweiligen Möglichkeiten ab. Prüfen Sie die Kostenersparnis und stellen Sie den Nutzen dem entgegen. Bei Unschlüssigkeit sollten Sie entsprechende Häuser besichtigen oder ein Gespräch mit einem Bauunternehmen oder Architekten führen. Letztendlich werden Sie in diesem Haus wohnen!

Schritt für Schritt zum Wunschfertighaus

In der Theorie klingt bisher alles sehr einfach, die Realität sieht natürlich etwas anderes aus. Vermutlich werden Sie sich des Öfteren über Fragen und Entscheidungen den Kopf zerbrechen und mitunter auch weniger gut Schlafen. Ein Bauvorhaben ist eine lohnende, aber auch belastende Sache – dies belegen letztendlich auch die Kosten. Seien Sie allerdings mutig und planen Sie die Dinge zu Ende, damit Sie sich nicht eines Tages selbst vorwerfen müssen, dass Sie zu leicht aufgegeben haben.

Wie Sie an die Bauplanung und Auswahl heran gehen, ist Ihnen frei überlassen, allerdings haben sich gewisse Vorgehensweisen bewährt. Auf jeden Fall sollten Sie die folgenden Schritte mit Sorgfalt und Ruhe durchgehen:

  • Planen Sie Ihr Budget
  • Prüfen Sie Ihr Kreditmöglichkeiten und vergessen Sie nicht, um entsprechende Förderungen anzufragen
  • Seien Sie mutig und notieren Sie all Ihre Wünsche an Ihr zukünftiges Fertighaus
  • Klären Sie die wichtigsten Bau- und Kostenfragen
  • Vereinbaren Sie erste Beratungsgespräche mit Baufirmen oder Architekten
  • Besuchen Sie Musterhausparks und profitieren Sie von den persönlichen Eindrücken
  • Holen Sie mehrere Kostenvoranschläge ein und vergleichen Sie diese
  • Prüfen Sie die Angebote, stellen Sie Vor- und Nachteile gegenüber
  • Entscheiden Sie sich für ein Projekt, nachdem die Finanzierung in trockenen Tüchern ist

Wo und welche Förderungen können Sie beziehen?

In Österreich können Sie als Eigentümer oder Miteigentümer einer Liegenschaft eine Wohnbauförderung erhalten. Wenn Sie ein Haus bauen möchten, müssen Sie einen entsprechenden Antrag zur Wohnbauförderung einbringen – dies kann auf Landes- oder Gemeindeebene erforderlich sein, da es österreichweit keine einheitliche Regelung gibt.

Gefördert werden in der Regel nachhaltige und energieeffiziente Bauweisen und Bauprojekte, die Fördersumme richtet sich nach der Anzahl der Personen (umgemünzt auf eine Quadratmeterzahl Wohnfläche), die letztendlich gefördert wird.

In welcher Form Sie eine solche Wohnbauförderung erhalten können, ist auch pauschal nicht zu beantworten. Gängige Praxis sind günstige Darlehen, Annuitäten- und Zinszuschüsse für Kredite, oder ein Baukostenzuschuss, der einmalig ausgezahlt wird. Der Baukostenzuschuss muss nicht zurück erstattet werden.

Fertigteilhausanbieter und Beispielhäuser

Auch in einem vergleichsweise kleinen Land wie Österreich gibt es eine Reihe größerer und kleinerer Fertighausanbieter. Diese sind mitunter auch im benachbarten Ausland wie Deutschland sehr gefragt, die hier vorgestellten Fertighaus Unternehmen sind allesamt landesweit tätig.

Um einigermaßen einen Vergleich bieten zu können, werden Beispielhäuser mit ähnlichen Quadratmeterzahlen an Wohnfläche gewählt (130 – 150 qm²), es handelt sich dabei jeweils um ein Einfamilienhaus, überwiegend mit drei Zimmern und in der Standardausführung.

  • Vario-Haus: Modell Family I mit 139 m² Wohnfläche – Ausbauhaus für ca. 160.000 €.
  • Haas-Fertigbau: Modell Vita 139 mit 139 m² Wohnfläche – Ausbauhaus ab 154.350 €.
  • Berger-Holzbau: Modell Flexible Classic 131 Basic Wohnfläche – Grundeinheit ab 104.000 €; Aufstockung möglich (Familienmodul) mit weiteren 46 qm² Wohnfläche um ca. 70.000 €.
  • Elk-Fertighaus: Modell ELK Haus 146 mit ca. 145 qm² Wohnfläche – Belagsfertig erhältlich ab ca. 186.500 €.
  • Luxhaus: Modell eben. 139 mit ca. 139 qm² Wohnfläche – Bungalow Flachbau ab 264.000 €
  • Ytong Bausatzhaus: Modell Innovationshaus 140 mit ca. 143 qm² Wohnfläche – ab 110.500 €; derzeit in Aktion ab 88.000 € (bis Ende Juni 2017).
  • Austrohaus: Modell Stockhaus cool 131 mit ca. 130 qm² Wohnfläche – Ziegelhaus ab ca. 163.000 €.
  • Griffner – Modell Classic Graz mit 140 qm² Wohnfläche – 1.400 € pro Quadratmeter, somit erhältlich ab ca. 196.000 €.
  • Wolf Haus: Modell Combino Sole mit ca. 137 qm² Wohnfläche – Einstiegspreis mit Bauherrenhilfe ab 121.500 €; Keller ab 27.500 €, Fundamentplatte ab 11.700 € erhältlich.
  • Hartl-Haus: Modell Elegance 140 W mit ca. 140 qm² Wohnfläche – ab ca. 175.000 €.

Ergänzung und Hinweise: Diese Liste ist unvollständig, es konnten nicht alle Anbieter für Fertighäuser aus Österreich erfasst werden. Zum einen gibt es natürlich auch eine Reihe sehr kleiner, regionaler Anbieter, zum anderen sind bei manchen Herstellern Preise nur auf Anfrage bzw. nach Planung abrufbar!

Tipp: Einen umfangreichen Überblick über Fertighäuser in Österreich und verschiedene Ausführungen und Details gibt es auf http://www.fertighausanbieter.at/ im Überblick.

Ein Haus nach Wunsch ist möglich

Die oben angeführten Beispiele bilden natürlich nur einen minimalen Ausschnitt des jeweiligen Angebotes dar, dieses ist um ein Vielfaches umfangreicher. Sie können bei nahezu allen Fertighaus Herstellern davon ausgehen, dass diese über eine Reihe von Musterhäusern, Haustypen und Hauslinien in den unterschiedlichsten Bauweisen verfügen. Vom Flachbau und Bungalow bis zum mehrstöckigen Mehrfamilienhaus ist nahezu alles denk- und umsetzbar.

Auffallend sind allerdings auch die teils unterschiedlichen Bauweisen bzw. die Materialauswahl. Von Hanfdämmung über massive Ziegelbauweise bis hin zum altbewährten Holzhaus ist am Fertighaus Sektor derzeit Alles erhältlich. Diesbezüglich können Sie aus dem Vollen schöpfen und ein Haus gestalten bzw. gestalten lassen, das alle Ihre Wohnträume erfüllen wird.

Das mag auf den ersten Blick wie ein Widerspruch in sich klingen, aber natürlich ist auch ein Fertighaus bedingt planbar. Überwiegend bezeichnet der Begriff Fertighaus oder Fertigteilhaus ja eine Bauform oder Bauweise, die wesentlich schneller und effizienter greift, als der klassische Hausbau. Somit kann auch hier von Architektenhäusern gesprochen werden, bei der Planung haben Sie somit auch ein starkes Mitspracherecht. So planen und entwerfen Sie Ihr Haus zusammen mit Ihrem Fertighauspartner nach Ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen, je nach Budget sind dabei mal mehr, mal weniger Gestaltungsgrenzen gesetzt.

Aber: Das moderne Fertighaus ist längst nicht mehr nur auf einige wenige Formen und Modelle begrenzt – auch hier sind nahezu unbegrenzte Wahlmöglichkeiten gegeben!

Wo können Fertighäuser besichtigt werden?

Für viele Menschen ist der persönliche Vororteindruck enorm wichtig. Kataloge und Planungsprogramme am Computer versuchen die Realität so gut als möglich wiederzugeben, allerdings können diese eine Hausbegehung in keinerlei Weise ersetzen. Speziell im Bereich Fertighaus bietet sich der persönliche Eindruck mehr denn je an, da sich die einzelnen Modelle natürlich ähneln.

Auch wenn Sie einige Änderungen und Wünsche äußern, letztendlich entscheiden Sie sich in vielen Fällen für eine Fertighausreihe bzw. Modelllinie, die immer wiederkehrende, fixe Basiselemente enthält. Und diese können Sie mit einer Hausbesichtigung vorab prüfen und begutachten.

Aber wo können Sie ihr Fertighaus besichtigen? Hierfür gibt es den einen oder anderen Musterhauspark mit zahlreichen Musterhäusern:

  • Wiener Neudorf
  • St. Pölten
  • Graz
  • Haid
  • Klagenfurt
  • Eugendorf bei Salzburg
  • Innsbruck

Ein Musterhauspark bietet Ihnen natürlich wesentliche Vorteile, vor allem wenn Sie sich bereits auf einige, wenige Modelle oder Entwürfe festgelegt haben. Dort können Sie mit etwas Glück an einem Tag jedes in Frage kommende Fertighaus auf Ihrer Liste besichtigen und erhalten so einen unbezahlbaren, direkten Vergleichswert.

Da sich die Musterhäuser im Normalfall nur in Nuancen oder bei gewissen Feinheiten von Ihrem Wunschentwurf unterscheiden, besichtigen Sie in gewisser Weise Ihr eigenes, zukünftiges Haus. Vor allem erhalten Sie auch einen unschätzbar wertvollen Eindruck vom Innenleben ihres Fertighauses.

Tipp: Natürlich können Sie auch im Zuge eines ersten Beratungsgespräches Ihr Bauunternehmen um die Besichtigung entsprechender Musterhäuser bitten. Häufig befinden sich Musterhäuser auch in Ihrer näheren Umgebung, die auch für Besichtigungen freigegeben sind.

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