Finanzierungsplan für die Baufinanzierung in Österreich

Wer sich seinen Traum vom Eigenheim realisieren möchte, braucht dafür in der Regel eine Fremdfinanzierung durch die Bank oder ein Kreditinstitut.

Alle Informationen und kostenlosen Vorlagen und Muster für eine Gesamtkostenaufstellung in Form eines Finanzierungsplans findet man in diesem Ratgeber!

Was ist ein Finanzierungsplan?

Die Finanzierungsplanung ist ein Bestandteil der Finanzplanung. Sie wird immer dann aufgestellt, wenn Unternehmen, private Haushalte oder öffentliche Haushalte eine Finanzierung in Auftrag geben wollen und sich vorab eine Übersicht der tatsächlichen Konditionen des Vorhabens aufstellen lassen.

Wichtig: Genauen Finanzierungsplan aufstellen

Wichtig: Genauen Finanzierungsplan aufstellen

Prinzipiell wird eine Finanzierungsplanung in der sogenannten Gliederungsform dargestellt.Zu den entscheidenden Inhalten gehören die Anschaffungskosten, die Finanzierungskosten sowie die anfallenden Nebenkosten.

Der potenzielle Kreditnehmer erfährt durch den Finanzierungsplan, wie die monatlichen Kosten für die Rückzahlung der Kreditsumme aussehen und gestaffelt sind.

Eine detaillierte Auflistung, welcher Betrag der Rückzahlungssumme auf den Zins und welcher Betrag der Summe auf die Tilgung entfällt sowie der eigentliche Verlauf der Restschuld, ist ebenso in dem Finanzierungsplan aufgelistet.

Wofür wird ein Finanzplan benötigt?

Der Finanzierungsplan ist prinzipiell bei jedem Finanzierungsvorhaben ein Wichtiges Instrument. Denn er erteilt Auskunft darüber, woher das Geld für ein Investitionsguthaben her fließt.

Der Plan lässt eine Auskunft zu, in welcher Darlehenshöhe tatsächlich Kapital aufgenommen werden muss. Des Weiteren kann man aus dem Finanzierungsplan entnehmen, ob es sich von den Konditionen her überhaupt lohnt, diesen Kreditvorschlag in Betracht zu ziehen.

Andererseits bildet diese Planung die Grundlage für ein Kreditinstitut, die entsprechende Baufinanzierung einzuschätzen. Ist der private Haushalt oder das Unternehmen überhaupt solvent. Diese Grundfrage wird in einer solchen Planung im Regelfall bereits beleuchtet. Anderseits kann der potenzielle Kreditnehmer für sich ein Rating erstellen, welcher Finanzierungsvorschlag sich für ihn am ehesten von den Konditionen her eignet. Denn er kann für sich eine Vergleichbarkeit herstellen.

Alle Finanzierungsmöglichkeiten, für die ein Finanzierungsplan benötigt wird, finden sich hier in einer Übersicht. Ein Finanzierungsplan wird grundsätzlich von Kreditgebern bei folgenden Finanzierungsformen verlangt:

  • Investitionskredite
  • Konsumentenkredite
  • Existenzgründungen
  • Immobilienfinanzierungen
  • Unternehmenskäufe
  • Spezialfinanzierungen

Wie ist ein Finanzierungsplan aufgebaut?

Ein Finanzierungsplan ist aus drei relevanten Elementen aufgebaut. Zum einen besteht er aus den Gesamtkosten des Hausbaus, die für ein Finanzierungsvorhaben notwendig sind, zum anderen aus den vorhandenen Eigenmitteln, die der Kreditinteressent vorzuweisen hat. Das letzte Element bildet hierbei das Element der Fremdmittel.

Der Kaufpreis einer Immobilie setzt sich dann sowohl aus den reinen Anschaffungskosten sowie den Erwerbsnebenkosten, das sind Kosten für einen Notar oder auch die Grunderwerbssteuer, zusammen.

Die eigenen Mittel, schmälern die letztendlich notwendige Höhe des Fremdkapitals, das aufzunehmen ist. Zum Eigenkapital können sowohl das ganz normale Bankguthaben sowie Eigenleistungen gehören. Eine genaue Auflistung aller Mittel bildet die Grundlage für eine letztendliche Kreditverhandlung und späteren Kreditmittelvergabe.

Das Eigenkapital

Bevor sich Interessenten einer Bankhypothek auf die Suche nach möglichen Vorschlägen machen, steht als erstes einmal der Kassensturz an. Der Überblick über die tatsächlichen eigenen Finanzmittel ist hierbei am Wichtigsten, um einen Überblick über das finanzielle Vorhaben zu bekommen.

Hierbei gilt es im Speziellen sich einen Überblick über folgende Komponenten zu verschaffen:

  • Wie sehen das eigene Barvermögen aus
  • Wie gestalten sich möglich vorhandene Wertpapiere
  • Sind Bausparverträge dar und wann sind sie genau in welcher Höhe zuteilungsreif
  • Wie sehen die Verwandtendarlehen aus
  • Gibt es Kapital- bzw. fondsgebundene Rentenversicherungen oder Lebensversicherungen
  • Ist ein Arbeitgeberdarlehen möglich

Es sollte jedoch davon abgesehen werden, das komplette eigene Barvermögen in das Finanzierungsvorhaben zu investieren, da so keine finanziellen Reserven mehr vorhanden sind für Notfälle.

Die Erwerbsnebenkosten

Die sogenannten Erwerbsnebenkosten, insbesondere bei einem Immobilienkauf werden häufig falsch angesetzt bzw. unterschätzt. Die zwei relevantesten Positionen bei den Erwerbsnebenkosten sind die Grunderwerbssteuer und die Kosten, in Form der Maklercourtage, für den genutzten Makler.

Die Grunderwerbssteuer ist in Deutschland ebenso unterschiedlich hoch. Bevor man sich für einen Hauskauf entscheidet, sollten hier fundierte Informationen eingeholt werden. Auch die Maklercourtage ist durchaus differenzierend hoch. Die erste Wahl für einen Käufer sollten Objekte ohne Maklercourtage sein. Oder Kaufvarianten in denen der Verkäufer die Courtage ausdrücklich selbst trägt.
Darüber hinaus gibt es noch weitere Erwerbsnebenkosten, wie:

  • Notarkosten und die Kosten für das Grundbuchamt. Hierauf entfallen noch einmal ca. 2 % der Anschaffungskosten
  • Kosten für den eigenen Umzug
  • Eine neue Küche bzw. Kosten für den Erwerb weiterer Möbel
  • Sollte der Käufer ein Gutachten benötigen, so darf er die Kosten hierfür nicht vergessen im Rahmen der Finanzierungsplanung
  • Sollte es sich um einen Neubau handeln, so werden Bauzeitzinsen anfallen

Relevante Bankunterlage für das Finanzierungsvorhaben

In dieser Rubrik kann man sehr gut erkennen, wie fundamental wichtig ein detailliert und valider Finanzierungsplan für das Finanzierungsvorhaben schlicht ist.

Die Bank benötigt nun noch folgende Dinge:

  • Kontoauszüge
  • Eigenmittelnachweise
  • Katasterunterlagen
  • Brandversicherungsunterlagen
  • Fotos vom Kaufobjekt
  • Die Gehaltsnachweise der letzten 3 Monate
  • Grundbuchauszüge
  • Baubeschreibung
  • Die sogenannte Kubaturberechnung
  • Bauzeichnungen
  • Die Auflistung der monatlichen Belastung durch das nachweisbare Nettoeinkommen

Checkliste für den Finanzierungsplan

Zu den Grundlegenden Komponenten einer Finanzplanung gehören folgende Komponenten:

1. Die Gesamtkostenaufstellung für das Finanzierungsvorhaben
2. Der Bauplan für das Finanzierungsvorhaben
3. Gibt es ggf. Förderdarlehen/ Förderungen
4. Der Kreditbedarf bzw. die Kredithöhe
5. Übersicht über das Fremd- und Eigenkapital
6. Eine detaillierte Auflistung bezüglich des Finanzierungsvorhabens
7. Gibt es Banksicherheiten

Um einen Finanzierungsplan für ein Bauvorhaben zu erstellen, kann die kostenlose Vorlage der Wirtschaftskammer Österreich in Excel-Form beispielsweise genutzt werden. Diese findet man auf der Website wko.at zum Download.

Weitere Informationen zum Finanzplan und der Hausbau-Finanzierung finden Sie hier:

Deine Meinung ist uns wichtig

*