Gewinnfreibetrag für Unternehmer

Wichtig ist, gleich zu Beginn zu unterscheiden zwischen dem normalen Gewinnfreibetrag und dem investitionsbedingten Gewinnfreibetrag. Hierbei handelt es sich laut österreichischem Steuergesetz nämlich um zwei verschiedene Dinge und allzu oft werden diese beiden Steuererleichterungen miteinander verwechselt.

Desweiteren wissen viele Unternehmer nicht, dass sie nicht nur ein Anrecht auf den einen, sondern auch auf den anderen Freibetrag haben, wobei es bei letzterem Freibetrag gewisse Konditionen zu beachten gilt. Ziel beider Freibeträge ist es, gerade die kleineren Unternehmen bis zu einer gewissen Größe steuerlich zu entlasten und gleichzeitig die österreichische Wirtschaft zu fördern.

Was genau ist der Grundfreibetrag und wer kann von ihm profitieren?

Vom Grundfreibetrag kann jeder Unternehmer respektive jede natürliche Person profitieren, die mit ihrem Unternehmen im Jahr nicht mehr als 30.000 Euro Gewinn erwirtschaftet hat. Von diesen maximal 30.000 Euro sind dann 13% nicht zu versteuern. Wie der Gewinn ermittelt wird – also mit einem Ausgaben-Einnahmen-Schema oder mithilfe einer Bilanz – spielt dabei keine Rolle.

Bei einem Gewinn bis 30.000 Euro bleiben 13% unversteuert. Hieran sind keinerlei Bedingungen geknüpft. Was nun einige Unternehmer jedoch nicht wissen, ist, wie sie diesen Freibetrag steuerrechtlich geltend machen können. Die Antwort ist simpel: Das brauchen sie gar nicht. Wenn sie ihre Steuererklärung für ihr Unternehmen einreichen, wird dieser Freibetrag bereits von der Steuerbehörde angerechnet. Hierfür sind keine gesonderten Formulare, Hinweise oder Rechnungen nötig.

Die Vorteile des Grundfreibetrags

Die Vorteile des Grundfreibetrags liegen darin, dass im Gegensatz zum investitionsbedingten Grundfreibetrag keine Investitionen getätigt werden müssen und keine anderen Bedingungen wie z.B. das Ausbilden von Lehrlingen etc. zu erfüllen sind.

Dieser wird automatisch gewährt, so dass hier vor allem kleinere Unternehmen zunächst einmal zu einer gesunden Größe wachsen können, bevor der Gewinn versteuert werden muss. Es spielt auch keine Rolle, wie viele Personen in dem Unternehmen tätig sind. Dieser Betrag wird pauschal gewährt, allerdings nur auf einen Gewinn bis 30.000 Euro in Höhe von 13%.

Tipp: Investieren und Gewinnfreibetrag nutzen

Tipp: Investieren und Gewinnfreibetrag nutzen

Der investitionsbedinge Gewinnfreibetrag

Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag unterscheidet sich erheblich vom Grundfreibetrag, da er an Konditionen geknüpft ist.

Das bedeutet jedoch nicht, dass kleinere Unternehmen nicht auch von diesem Freibetrag profitieren könnten, da eine Reihe von Investitionen anerkannt werden und sich positiv auf den Freibetrag auswirken. Die Höhe des investitionsbedingten Gewinnfreibetrags beträgt maximal 13% des Gewinns über der Marke von 30.000 Euro. Dies gilt aber nur, wenn der Gewinn die Marke von 45.350 Euro nicht übersteigt.

Quelle und Details: https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/betriebsausgaben/ba-gewinnfreibetrag.html

Diese Regelung mag einigen Unternehmern verwirrend erscheinen, daher kann man sich folgende Faustregel einprägen: Der Grundfreibetrag bezieht sich auf den Gewinn unter 30.000 Euro, der investitionsbedingte Freibetrag bezieht sich auf den Gewinn zwischen 30.000 und 45.350 Euro.

Wer diese Unterscheidung im Kopf hat, muss jetzt nur darauf achten, dass seine Investitionen für den Freibetrag relevant sind, denn wie der Name bereits sagt, ist der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag an bestimmte Investitionen geknüpft.

Investitionen für den Gewinnfreibetrag

Solche Investitionen können beispielsweise teurere Anschaffungen für das Büro sein, wie Computer, Büromöbel etc. Nach dem österreichischen Steuerrecht zählen nämlich alle neuen physikalische Anschaffungen dazu, die abnutzbar sind und mindestens vier Jahre Verwendung finden.

Diese Regelung gilt allerdings nicht für kleinere Anschaffungen wie Drucker oder Druckerpapier etc. Alle kleineren Anschaffungen unterhalb der Grenze von 400 Euro werden regulär abgesetzt und wirken sich nicht auf den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag aus. Darüber hinaus gilt auch die Investition in Wertpapiere als berechtigend, sofern diese alle nötigen Voraussetzungen erfüllen, um die Pensionsrückstellungen zu decken.

Wie profitiert man 2014 am besten von beiden Freibeträgen?

Um sowohl vom Grundfreibetrag als auch vom investitionsbedingten Freibetrag optimal profitieren zu können, sollte der erwirtschaftete Gewinn 45.350 Euro nicht übersteigen, da letzterer Freibetrag jenseits der Grenze von 45.350 Euro nicht mehr greift.

Ersterer kann auf jeden Fall genutzt werden, denn wie oben bereits dargelegt, kann jedes Unternehmen 13% des Gewinns, der die 30.000 Euro nicht übersteigt, steuerfrei belassen. Davon vermag also jeder zu profitieren, ohne dass eine Handlung erforderlich ist. Details gibt es unter http://www.geldmarie.at/steuern/gewinnfreibetrag.html auch über die Solidarabgabe beim Gewinnfreibetrag.

Wer nun einen Gewinn erwirtschaftet, der nur marginal über den 30.000 Euro liegt, kann keine große weitere Steuererleichterung erwarten. Denn würde der Gewinn die Marke von 30.000 Euro um lediglich 3.000 Euro übersteigen, so würden nur 13% von den 3.000 Euro (390 Euro) als steuerfreier, investitionsbedingter Freibetrag angerechnet, wenn berechtigende Investitionen getätigt wurden. Als solche gelten aber nur Investitionen, welche die Grenze von 400 Euro übersteigen.

Übersteigt der Gewinn die Marke von 30.000 Euro jedoch signifikant, lohnt es sich, neue Anschaffungen für das Büro noch vor Jahresende zu tätigen, um sowohl vom Grundfreibetrag als auch vom investitionsbedingten Gewinnfreibetrag profitieren zu können. Allerdings gibt es hierfür zwei wichtige Dinge zu beachten:

  • (1) Die Investitionen in physikalische Gegenstände muss auch tatsächlich vier Jahre lang in dem eigenen, in Österreich befindlichen Unternehmen genutzt werden, sonst kann die für das Jahr 2014 gewährte Steuererleichterung zurückgenommen werden!
  • (2) Das eigene Auto – auch das Dienstfahrzeug, an welches viele Unternehmer bei Freibeträgen sofort denken – zählt nicht als relevante Investition, wenn es nicht zu 80% zu Transportzwecken von Kunden genutzt wird.

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