Kinderbeihilfe 2016/2017, Kindergeld & Familienbeihilfe in Österreich – Voraussetzungen & Höhe

Kinder benötigen nicht nur viel Liebe und Geborgenheit um aufzuwachsen, sondern auch ein schönes Sümmchen Geld um ihnen all die Dinge zu kaufen, die sie benötigen. Von Windeln, über Arztkosten bis hin zu den diversen Spielsachen – die Liste ließe sich endlos fortführen. Damit Familien finanzielle Unterstützung erhalten, wurde in Österreich die Kinderbeihilfe eingeführt.

Wer hat Anspruch auf den Bezug der Kinderbeihilfe?

In Österreich haben alle Eltern, unabhängig von ihrem Einkommen, Anspruch auf Familien- oder Kinderbeihilfe. Diese wird im Volksmund als auch „Kindergeld“ bezeichnet. Voraussetzung für den Erhalt dieser Beihilfe ist, dass sich der Lebensmittelpunkt des beziehenden Elternteils in Österreich befindet und dieser mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt lebt.

Grundsätzlich erhält jedoch die Mutter die Familienbeihilfe. Die Auszahlung der Familienbeilhilfe an den Vater ist nur möglich, wenn dieser nachweisen kann, dass der Haushalt zum Großteil von ihm geführt wird oder die Mutter auf ihren Anspruch verzichtet. Hierfür muss von der Mutter ein eigenes Verzichtsformular beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt eingereicht werden.

Wie viel beträgt die Familienbeihilfe?

Ab dem Jahr 2016 erhält der beziehende Elternteil für sein Kind ab der Geburt bis hin zum vollendeten dritten Lebensjahr monatlich 111,80 Euro. Zwischen dem vierten und dem vollendeten zehnten Lebensjahr beträgt die Kinderbeihilfe 119,60 Euro. Ab dem 11. Lebensjahr beträgt die Beilhilfe 138,80 Euro sowie ab dem 20. Lebensjahr wird diese in einer Höhe von 162 Euro pro Monat ausbezahlt.

Wird die Kinderbeihilfe für mehrere Kinder gewährt erhöht sie sich durch die sogenannte „Geschwisterstaffelung“ monatlich wie folgt:

  • Bei zwei Kindern: Pro Kind um 6,90 Euro
  • Bei drei Kindern: Pro Kind um 17 Euro
  • Bei vier Kindern: Pro Kind um 26 Euro
  • Bei fünf Kindern: Pro Kind um 31,40 Euro
  • Bei sechs Kindern: Pro Kind um 35 Euro
  • Bei sieben und mehr Kindern: Pro Kind um 51 Euro

Außerdem wird jedes Jahr im September für jedes Kind zwischen sechs und fünfzehn Jahren ein zusätzliches Schulstartgeld von 100 Euro zusammen mit dem regulären Betrag ausbezahlt.
Zusätzlich wird in jedem Monat automatisch der Kinderabsetzbetrag von 58,40 Euro pro Kind mit der Kinderbeihilfe mitausbezahlt.

Hierbei handelt es sich nicht um eine Beihilfe, sondern um einen Absetzbetrag, der in Form einer Negativsteuer ausbezahlt wird und dadurch nicht mehr in der Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt werden muss.

Kinderbeihilfe: Budget genau planen

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Was versteht man unter der erhöhten Familienbeihilfe?

Wenn ein Kind zu mehr als 50% eine Behinderung hat oder es ihm auf Dauer nicht möglich sein wird, selbst für seinen Unterhalt aufkommen zu können, haben die Eltern Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe.

Diese beträgt ab dem heurigen Jahr 2016 152,90 Euro pro Monat und wird zusätzlich zum regulären Beihilfenbetrag ausbezahlt. Sie kann zudem bis zu fünf Jahre rückwirkend gewährt und ausbezahlt werden. Der Anspruch auf die erhöhte Kinderbeihilfe besteht grundsätzlich gleich lange wie bei der regulären Beihilfe.

Der Nachweis über den Schweregrad der Behinderung des Kindes wird durch einen sachverständigen Arzt festgestellt. Eine entsprechende Einladung erhält man seitens der Finanzverwaltung nach der Antragstellung auf erhöhte Familienbeihilfe.

Achtung: Es ist wichtig zu wissen, dass bei Erhalt der erhöhten Familienbeihilfe der Betrag von 60 Euro monatlich mit dem Pflegegeld gegengerechnet wird. Hat das Kind zum Beispiel Anspruch auf ein monatliches Pflegegeld der Stufe 2 in Höhe von 290 Euro, erhält die Familie durch den Bezug der erhöhten Familienbeihilfe nur mehr einen Betrag von 230 Euro ausbezahlt.

Wie lange erhält man „Kindergeld“?

Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr hat die Familie bei Erfüllung der Voraussetzungen, das Recht auf die monatliche Kinderbeilhilfe. Ab dem 19. Lebensjahr jedoch, ist dies an bestimmte Bedingungen geknüpft und kann so bis zum maximal vollendeten 24. Lebensjahr verlängert werden.

Dazu gehören

  • die Absolvierung einer Berufs- oder Schulausbildung – dazu gehört auch ein Studium
  • die Teilnahme an einer Fortbildung wodurch die Ausübung des Berufs nicht mehr möglich ist
  • Präsenz- oder Zivildiener, die sich zwischen der Beendigung ihres Dienstes und dem Beginn oder Fortsetzung der Berufsausbildung befinden (die Ausbildung muss zum ehestmöglichen Zeitpunkt wieder aufgenommen werden)
  • Personen, deren es aufgrund einer Behinderung nicht möglich ist, für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen

Wie kann die Kinderbeihilfe beantragt werden?

kinderbeihilfe-euro

Seit 2015 verläuft die Auszahlung der Familienbeihilfe ohne die Stellung eines Antrages. Das wird durch die Erfassung der Daten des neuen Erdenbürgers nach der Geburt durch das Zentrale Personenstandsregister (ZPR) an die Finanzverwaltung möglich. Letztere muss nur noch prüfen, ob alle Voraussetzungen erfüllt werden und gewähren anschließend die Auszahlung.

Fehlen der Finanzverwaltung noch wichtige Informationen, wie zum Beispiel die Kontonummer, dann setzt sich diese mit den Eltern in Verbindung.

Ansonsten erhält man zeitgleich mit dem Informationsschreiben über den Kinderbeihilfenanspruch die Überweisung auf sein Konto. So wird für eine schnelle Abwicklung gesorgt und die Jungeltern sparen sich zudem einen Behördenweg.

In allen anderen Fällen muss nach wie vor ein schriftlicher Antrag eingebracht werden. Die dementsprechenden Formulare sind auf der Website des österreichischen Ministeriums für Finanzen zu finden und können entweder elektronisch oder in Papierform an das zuständige Wohnsitzfinanzamt übermittelt werden. Der Antrag auf Familienbeihilfe ist kostenlos.

Quellen und weitere Informationen:

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