Mindestlohn in Österreich – Worauf achten als Unternehmer

In Österreich gibt es einen Mindestlohn bzw. auch ein Mindestgehalt. Dieses gilt für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und ist in den sogenannten Kollektivverträgen geregelt.

Ebenfalls gibt es auch Mindestlohntarife. Die Mindestlohntarife sowie auch die Kollektivverträge hat der Unternehmer bei der Anstellung und Entlohnung der Mitarbeiter zu berücksichtigen.

Der branchenabhängige Kollektivvertrag in Österreich

Welcher Kollektivvertrag im Endeffekt zur Anwendung kommt, ist branchenabhängig. Der Unternehmer muss daher darauf achten, in welcher Branche er tätig ist und welcher Kollektivvertrag daher zur Anwendung gelangt. Handelt es sich beispielsweise um einen Angestellten im Einzelhandel, so kommt automatisch der Kollektivvertrag für die Handelsangestellten zur Anwendung.

Welcher Kollektivvertrag kommt zur Anwendung

Arbeitet etwa ein Elektriker in einem Handelsunternehmen, so kommt für die Entlohnung des Elektrikers der Kollektivvertrag für Handelsarbeiter zur Anwendung. Ist der Elektriker jedoch in einer Elektrofirma, so gilt dieser Kollektivvertrag nicht.

Wieviel Mindest-Gehalt bzw Lohn steht mir in Österreich zu?

Tipp: Vorab beraten lassen

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Hier richtet sich die Entlohnung nach dem Kollektivvertrag für metallverarbeitende Gewerbe. Das bedeutet, dass in Österreich ein Elektriker in einem Handelsunternehmen einen anderen Verdienst hat als ein Elektriker in einer Elektrofirma.

Diese kleine Hürde muss der Unternehmen berücksichtigen und unter anderem auch der Arbeitnehmer überprüfen. Auf http://www.arbeiterkammer.at/beratung/steuerundeinkommen/lohnundgehalt/So_viel_Lohn_steht_mir_zu.html kann man sich informieren, wie viel Lohn einem zusteht.

Der Kollektivvertrag als Regelung für den Mindestlohn in Österreich

Der Arbeitgeber ist gegenüber dem Arbeitnehmer dazu verpflichtet, dass dieser zu Beginn des Arbeitsverhältnisses einen Dienstzettel ausstellt. Auf diesem Dienstzettel ist die Gehaltseinstufung nach dem geltenden und anzuwendenden Kollektivvertrag zu vermerken.

Der Arbeitnehmer muss die Möglichkeit haben, dass er weiß, welchem Kollektivvertrag er schlussendlich unterliegt. Ebenfalls muss der Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, dass er eine Einsicht in den Kollektivvertrag erhält.

Je nach ausgeübter Tätigkeit des Arbeitnehmers muss dieser in einer sogenannten Beschäftigungsgruppe eingetragen sein. Die Angestellten erleben hier immer wieder eine Staffelung, die sich nach den Berufs- oder Dienstjahren richtet. Der Unternehmer muss daher auch diese Staffelungen bei der Einstellung des Arbeitnehmers berücksichtigen.

Die gesetzliche jährliche Lohnerhöhung durch die Gewerkschaftsverhandlungen

Erhält der Arbeitnehmer seine Entlohnung nach den kollektivvertraglichen Bestimmungen, hat dieser auch einen Anspruch auf eine gesetzliche Lohnerhöhung. Die gesetzliche Lohnerhöhung findet im Regelfalle alle Jahre statt und wird von den durchschnittlichen Gewerkschaften verhandelt und durchgesetzt. Tipp: Unter http://www.karrierehandbuch.de/index.php5?con=1394&lng=de&clt=kh gibt es Tipps zur erfolgreichen Verhandlung über Gehaltserhöhungen.

Wann gibt es Lohnerhöhungen?

Ebenfalls gibt es immer wieder Lohnerhöhungen auf Grund der Dienstjahre oder auch auf Grund von Änderungen des Aufgabengebietes. Jede Erhöhung, die gemäß dem Kollektivvertrag festgesetzt ist, steht dem Arbeitnehmer zu und ist vom Unternehmen zu entrichten.

Wichtig: Die Regelungen im Arbeitsvertrag

Erhält der Arbeitnehmer etwa mehr Entgelt als im Kollektivvertrag festgelegt (also mehr als der kollektivvertragliche Mindestlohn vorsieht), erhält der Arbeitnehmer die jährliche Erhöhung nur dann, wenn die Parteien dies im Kollektivvertrag ausverhandeln. Vorsichtig sein sollte man bei All Inclusive Arbeitsverträgen, wie unter http://ktnv1.orf.at/stories/426282 nachgelesen werden kann.

Ausnahme: Im Arbeitsvertrag ist die Lohnerhöhung vereinbart. Eine gesetzliche Lohnerhöhung bei einem überdurchschnittlichen Verdienst laut dem Kollektivvertrag ist nicht selbstverständlich.

Der Mindestlohntarif ohne kollektivvertraglicher Vorschreibung

Gibt es jedoch in der Branche keinen Kollektivvertrag und somit keine Regelungen dahingehend, handelt es sich um den Mindestlohntarif. Dieser Mindestlohntarif ist vom Unternehmer anzuwenden und einzuhalten. Das bedeutet, dass der Unternehmer einen für den Beruf angemessenen Lohn entrichtet.

Fakt ist jedoch, dass dieser Mindestlohntarif in der Praxis nur schwer festzustellen und auch zu kontrollieren ist. Das bedeutet, dass hier in erster Linie die Verhandlung zwischen dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber wichtig ist; ebenfalls sollten alle Gehaltsverhandlungen und auch Entlohnungen schriftlich dokumentiert und von beiden Seiten (zur Absicherung) festgehalten sein.

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