| 1882 |
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Otto
Neurath wird als Sohn des Nationalökonomen Wilhelm Neurath
in Wien geboren. |
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| 1906 |
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Nach
Studien in Wien und Berlin, in denen er die Geschichte der
Antike mit der modernen Volkswirtschaftslehre kombiniert, promoviert
Neurath in Berlin mit Auszeichnung. Seine Dissertation trägt
den Titel „Zur Anschauung der Antike über Handel, Gewerbe
und Landwirtschaft”. |
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| 1907 |
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Neurath
lehrt Volkswirtschaft an der Neuen Wiener Handelsakademie.
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| 1909 |
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Publikation
„Antike Wirtschaftsgeschichte”. |
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| 1910 |
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Zweibändige
Publikation „Lesebuch für Volkswirtschaftslehre”;
erste Publikationen zur Kriegswirtschaftslehre in Periodika. |
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| 1913 |
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Als
Stipendiat der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden
unternimmt Neurath Studienreisen in Balkan-Länder, insbesondere
Serbien. |
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| 1914 |
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Neurath
leitet die auf sein eigenes Betreiben eingerichtete Abteilung
für Kriegswirtschaftslehre im österreichischen Kriegsministerium,
Wien. |
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| 1918 |
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Neurath
habilitiert sich für Politische Ökonomie an Max Webers
Institut für Soziologie, Heidelberg. |
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| 1919 |
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Neurath
wird Präsident des von ihm selbst vorgeschlagenen Zentralwirtschaftsamtes
der ersten Münchener Räterepublik; nach deren Niederschlagung
Inhaftierung wegen „Beihilfe zum Hochverrat”, schließlich
Auslieferung nach Österreich; Verlust der Lehrbefugnis in Heidelberg. |
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| 1920 |
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Neurath
wird Generalsekretär des Österreichischen Verbandes
für Siedlungs- und Kleingartenwesen. |
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| 1924 |
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Gründung
des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums in Wien. Neurath
beginnt, die „Wiener Methode der Bildstatistik” in verschiedenen
Auftragsarbeiten etwa von Sozialversicherungsträgern zu entwickeln.
Die Mengenbilder und Kartogramme kommen in Zeitschriften, Ausstellungen
und an zahlreichen internationalen Schauplätzen zum Einsatz,
so in Wien (Wien und die Wiener, 1927), in Paris (Wohnungs- und Städtebaukongress
1928), in Berlin (Internationalen Ausstellung für Wohnungs- und
Städtebau 1931) und in Dresden (Internationale Hygiene-Ausstellung
1931). |
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| 1925 |
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Neurath
publiziert „Wirtschaftsplan und Naturalrechnung - Von
der sozialistischen Lebensordnung und vom kommenden Menschen”
in Berlin
1926 - Neuraths bildstatistische Tafeln werden an der internationalen
Ausstellung „GESOLEI - Gesundheit, Soziale Fürsorge und
Leibesübung” in Düsseldorf eingesetzt. Anlässlich
dieser Ausstellung lernt Neurath den Grafiker Gerd Arntz kennen und
gewinnt ihn als Mitarbeiter. |
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| 1927 |
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Die
bildhafte Pädagogik wird in Wiener Schulversuchen eingesetzt.
Neurath hält zahlreiche Vorträge zum Siedlungs- und Städtebau
u.a. am Bauhaus in Dessau. |
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| 1929 |
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Das
Manifest „Wissenschaftliche Weltauffassung - der Wiener
Kreis” erscheint als Gemeinschaftsarbeit von Rudolf Carnap, Hans
Hahn und Otto Neurath in den Veröffentlichungen des Vereins Ernst
Mach, Wien. Im Wiener Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum erscheint
das für Schulkinder bestimmte Bändchen „Die bunte Welt”. |
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| 1930 |
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Publikation
des 100 Tafeln umfassenden bildstatistischen Elementarwerks
„Gesellschaft und Wirtschaft” im Auftrag des Bibliographischen
Instituts Leipzig. |
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| 1931 |
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Einladung
Neuraths nach Moskau, Einrichtung des Kooperations-Instituts
„Isostat” mit dem Zweck, russische Experten in bildstatistischer
Umsetzung der Planwirtschaft zu schulen. Vortrag mit bildstatistischen
Lichtbildern beim Weltkongreß für wirtschaftliche und gesellschaftliche
Planung im Amsterdam. Publikation „Empirische Soziologie. Der
wissenschaftliche Gehalt der Geschichte und Nationalökonomie”
im Springer Verlag, Wien. |
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| 1932 |
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Neurath
und Mitarbeiter gründen das „Mundaneum Institut”
in Den Haag, ein Ausdruck der ersten Gedanken an eine Fortsetzung
der Arbeit in der Emigration. Gründung der „International
Foundation for Visual Education”, Zweigstellen der beiden Institute
in mehreren europäischen Hauptstädten. |
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| 1933 |
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Neurath
hält zahlreiche Vorträge u.a. am Congrès International
d’Architecture Moderne (CIAM) in Athen. Publikation Museum of
the Future in „Survey Graphics” Vol.22/9, New York. Publikation
Bildstatistik nach Wiener Methode in der Schule beim Deutschen Verlag
für Jugend und Volk, Leipzig. |
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| 1934 |
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Neurath
in Moskau. Nach den Februarkämpfen in Wien gelangt der
Austrofaschismus an die Regierung, Neurath emigriert mit seinem Team
nach Holland und organisiert nun von dort aus die Bewegung der „International
Unity of Science”. Die gemeinsam mit dem Grafiker Gerd Arntz
perfektionierte Wiener Methode der Bildstatistik wird zum „International
System of Typographic Picture Education” (Isotype) umbenannt.
Aufträge u.a. von der American Tuberculosis Association sowie
Bildstatistiken für die Compton’s Childrens Encyclopedia
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| 1935 |
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Nach
Vorbereitungen in Prag Erster Internationaler Kongress für
Einheit der Wissenschaft in Paris. |
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| 1936 |
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Das
Buch „International Picture Language” erscheint bei
Kegan Paul in London. In der „Revue de Synthèse, Paris”
erscheint von Neurath „L’encyclopédie comme ’modele’”. |
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| 1937 |
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Neurath
besucht Rudolf Carnap und Charles Morris in Chicago, um das
Projekt einer Enzyklopädie der Einheitswissenschaft voranzutreiben.
In Max Horkheimers Zeitschrift für Sozialforschung erscheint
Neuraths Darstellung des Lebenslagenkatasters, „Inventory of
the Standard of Living”. Beim Verlag Kegan Paul in London erscheint
„Basic by Isotype”. Psyche Miniatures. |
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| 1938 |
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Bei
der University of Chicago Press erscheinen die ersten Bände
der „International Encyclopedia of Unified Science. Foundations
of the Unity of Science” - parallel die deutsche Fassung: „Die
neue Enzyklopaedie”, Den Haag. Neuraths Beitrag ist ein Einleitungs-Band
mit dem Titel „Foundations of the Social Sciences”. |
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| 1939 |
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Das
Buch „Modern Man in the Making” erscheint bei Alfred
Knopf in New York, zur Buchpräsentation kommt Neurath nach New
York, kehrt aber unmittelbar nach Holland zurück. |
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| 1940 |
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nach
Invasion der Nationalsozialisten in Holland flüchtet Neurath
im letztmöglichen Augenblick per Schiff nach England und kommt
in ein Internierungslager auf der Isle of Man. Britische Kollegen
und Emigranten, darunter Albert Einstein, setzen sich für Neurath
ein; er kommt 1941 frei und hält Vorlesungen über Logischen
Empirismus und Sozialwissenschaften an der Universität Oxford.
Berater bei einem Projekt zur Sanierung der Industrie-Slums im britischen
Bilston. Neurath nennt sich in diesem Zusammenhang „Consulting
sociologist of human happiness”. |
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| 1941 |
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Unter
der Präsidentschaft von Susan Stebbing wird das später
von Marie Neurath geleitete britische Isotype-Institut gegründet.
Entwicklung von Animated Pictorial Statistics - Isotype-Elemente für
Dokumentarfilme des Regisseurs Paul Rotha. |
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| 1945 |
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Neurath
stirbt in Oxford |
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| 1946 |
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Das
Buch „From Hieroglyphics to Isotypes” erscheint bei
Future Books in London. |
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| 1981 |
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Rudolf
Haller et al. (Graz) beginnen mit einer Herausgabe der Schriften
Otto Neuraths. Bisher erschienen: Gesammelte philosophische und methodologische
Schriften (Band 1+2). Gesammelte bildpädagogische Schriften (Band
3), Gesammelte ökonomische, soziologische und sozialpolitische
Schriften (Band 4+5) |