Pendlerpauschale 2016 in Österreich – Pendlereuro – Ratgeber und Tipps

Die Pendlerpauschale dient in Österreich der pauschalen Abgeltung von Kosten für das tägliche Fahren von Berufstätigen zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Pendeln).

In der Theorie klingt das recht leicht. Allerdings sind Voraussetzungen und konkrete Höhe des Freibetrags nicht immer leicht ersichtlich. Sämtliche wichtigen Informationen finden Sie deshalb auf den folgenden Seiten.

Allgemeines zur Pendlerpauschale

Grundsätzlich werden alle Fahrtkosten, die zwischen Wohnung und Arbeit entstehen, im österreichischen Einkommensteuerrecht durch den sogenannten Verkehrsabsetzbetrag abgegolten. Die (häufig auch „das“) Pendlerpauschale, die in § 16 Abs. 1 Z 6 des Einkommensteuergesetzes (EStG) als eine Form der Werbungskosten geregelt ist, stellt also eine besondere Form der Abgeltung von Fahrtkosten dar.

Deshalb wird sie nur ausgezahlt, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Liegen die Voraussetzungen der Pendlerpauschale vor, besteht seit einer Gesetzesänderung vom 1. Januar 2013 zudem Anspruch auf den sogenannten Pendlereuro.

Abgrenzung zum Pendlereuro

Die Pendlerpauschale führt zu einer Verminderung der Lohnsteuerbemessungsgrundlage, aus der sich die letztlich zu zahlende Lohnsteuer ergibt. Durch eine Verringerung der Bemessungsgrundlage kommt es dann zu einer insgesamt niedrigeren Steuerlast. Die exakte Steuerersparnis hängt von zahlreichen weiteren Faktoren (z. B. der Höhe des Grenzsteuersatzes) ab.

Im Gegensatz dazu ist der sogenannte Pendlereuro als steuerlich abzusetzender Betrag gestaltet. Dieser wird berechnet, indem die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mit dem Faktor zwei multipliziert wird. An der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ändert der Pendlereuro also, anders als die Pauschale, nichts.

Beispiel für den Pendlereuro

Arbeitnehmer A pendelt täglich 27 km von zu Hause zur Arbeit.
Wie hoch ist der Pendlereuro?

Pendlereuro = Strecke x 2
Pendlereuro = 27 x 2
Der über den Pendlereuro abzusetzende Betrag beträgt damit 54 €.

Faktoren zur Bestimmung des Anspruchs auf Pendlerpauschale

Um zu bestimmen, ob ein Anspruch auf eine Pendlerpauschale nach § 16 Abs. 1 EStG gegeben ist, müssen die folgenden Faktoren berücksichtigt werden:

  • Die Zumutbarkeit bzw. Möglichkeit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (ÖPNV)
  • Die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsstätte
  • Das zeitliche überwiegen im Lohnzahlunszeitraum

Kleine und große Pendlerpauschale

Wie bereits erwähnt ist die Zumutbarkeit bzw. Möglichkeit, öffentliche Verkehrsmittel zur Bewältigung der Strecke zwischen Zuhause und Arbeit zu benutzen, ein bei der Bestimmung des Anspruchs auf Pendlerpauschale zu berücksichtigender Umstand. Je nachdem, ob es für einen Arbeitgeber zumutbar oder unzumutbar ist, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu benutzen, erhält er einen Anspruch auf die sogenannte „kleine“ oder „große“ Pendlerpauschale.

Früher stand die Pendlerpauschale allein Vollzeit arbeitenden zu. Denn die jeweilige Strecke zur Arbeit musste an mindestens elf Tagen pro Monat zurückgelegt werden. Seit dem 1. Jänner 2013 besteht aber auch für Teilzeitkräfte, die nur an einem oder zwei Tagen die Woche zur Arbeit fahren, ein Anspruch auf die Pendlerpauschale. Teilzeitarbeitende erhalten, je nach Anzahl der Arbeitstagen, ein bzw. zwei Drittel des jeweiligen Betrages der Pendlerpauschale.

Benutzung des ÖPNV – kleine Pendlerauschale

Die kleine Pendlerpauschale steht Arbeitnehmern zu, deren Arbeitsplatz mehr als 20 km von der eigenen Wohnung entfernt ist und denen es zugemutet werden kann, diese Strecke mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖPNV) zurückzulegen.

Die „kleine“ Pauschale ist also als Unterstützung bzw. Subvention des Ticketpreises für den Bus oder die Bahn zu sehen. Es werden die folgenden Beträge gezahlt:

Entfernungen zwischen 20 km und 40 km | 58 € monatlich, also 696 € jährlich
Entfernungen von mehr als 40 km aber weniger als 60 km | 113 € monatlich, also 1.356 € jährlich
Entfernungen von mehr als 60 | 168 € monatlich, also 2.016 € jährlich

Keine Benützung des ÖPNV – große Pendlerpauschale

Wem die Benützung des öffentlichen Personennahverkehrs nicht zugemutet werden kann, steht die große Pendlerpauschale zu. Die Zumutbarkeit würde etwa bei jemandem verneint, in dessen näherer Umgebung keine Zustiegsstelle zu Bus oder Bahn verfügbar oder, falls eine solche vorhanden ist, die Tacktdichte nicht ausreicht, um zur Arbeit und von dort wieder zurück zu gelangen.
Es werden die folgenden Beträge gezahlt:

Entfernungen zwischen 2 km und 20 km | 31 € monatlich, also 372 € jährlich
Entfernungen von mehr als 20 km aber weniger als 40 km | 123 € monatlich, also 1.476 € jährlich
Entfernungen von mehr als 40 km aber weniger als 60 km | 214 € monatlich, also 2.568 € jährlich
Entfernungen von mehr als 60 | 306 € monatlich, also 3.672 € jährlich

Die Voraussetzungen des Anspruchs auf Pendlerpauschale gem. § 16 Abs. 1 EStG im Überblick

Wegstrecke zur Arbeit mind. 2 km (wenn ÖPNV unzumutbar) bzw. 20 km (wenn ÖPNV zumutbar)
Strecke wird mind. einmal die Woche zurückgelegt

Wer täglich viele Kilometer zur Arbeit pendelt, kann diese Kilometer zu Geld machen.Arbeitnehmer können die Pendlerpauschale beantragen und erhalten somit, je nach Transportmittel und Distanz zum Arbeitsplatz eine Eurosumme, die von der Lohn- oder Einkommenssteuer absetzbar ist. Damit versucht der Staat, Arbeitern das teure Pendlerleben etwas zu erleichtern.

Kleine und große Pendlerpauschale

euro-kredite-muenzenDie österreichische Pendlerpauschale teilt sich in große und kleine Pendlerpauschale. Die kleine Pauschale erhalten diejenigen, deren Arbeitsweg kürzer als 20 Kilometer ist und die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln möglich und zumutbar ist.

Die kleine Pendlerpauschale beträgt zwischen 696 und 2.016 Euro jährlich. Die große Pendlerpauschale können all jene beantragen, deren Arbeitsplatz über zwei Kilometer von der Wohnung entfernt liegt und für welche die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln überwiegend unzumutbar ist.

Unzumutbarkeit ist dann gegeben, wenn:
-es für mehr als die Hälfte des Arbeitsweges kein öffentliches Verkehrsmittel gibt,
-wenn die Fahrt zum Auto mit dem öffentlichen Verkehrsmittel mehr als drei Mal so lange dauert als mit dem Auto,
-bei einer Fahrtdauer von über 2,5 Stunden,
-falls der Arbeitnehmer unter einer starken Gehbehinderung leidet.

Pendlerpauschale beantragen – Mehr vom Brutto

Die Pendlerpauschale kann mit dem Formular L 34, das auf der Internetseite des Österreichischen Bundesministeriums für Finanzen heruntergeladen werden kann, direkt beim Arbeitgeber beantragt werden. Durch die Pendlerpauschale bleibt ArbeitnehmerInnen im Monat deutlich mehr vom Brutto übrig.

Eine kurze Rechnung im Brutto-Netto Rechner für die Lohntüte macht dies deutlich. Die kleine Pendlerpauschale kann die Steuergrundlage jährlich um maximal 2.016 Euro verringern, die große Pendlerpauschale gar um maximal 3.672 Euro jährlich. Das bedeutet: Wer 24.000 Euro im Jahr verdient, kann bis zu 3.672 Euro subtrahieren – der übliche Steuersatz wird erst auf diese Restsumme angewandt. Einen Brutto Netto Rechner und weitere Infos zur Pendlerpauschale findet man z.B. hier: http://www.bruttonetto-rechner.at/pendlerpauschale-gross-klein/

Pendlereuro und Jobticket

Seit Anfang 2013 kann zu den Höchstbeträgen der großen und kleinen Pendlerpauschale zusätzlich noch der sogenannte „Pendlereuro“ abgesetzt werden. Jeder, der Anspruch auf eine Pendlerpauschale hat, kann zusätzlich noch einmal im Jahr einen Euro pro Kilometer seines Arbeitsweges absetzen. Wer also täglich 30 Kilometer von Wohnhaus zur Arbeitsstelle und wieder zurück fährt, darf noch einmal 60 Euro mehr im Jahr an Steuern absetzen.

Seit 2013 ist eine weitere Neuerung in Kraft getreten – das Jobticket. Das Jobticket wurde entwickelt, um die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel noch weiter zu fördern. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern die öffentlichen Verkehrsmittel dadurch schmackhaft machen. Sie können ihren Mitarbeitern steuerfrei eine Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stellen.
Die Kosten für das Ticket können vom Arbeitgeber zur Gänze von der Steuer abgesetzt werden. Das Jobticket kann übrigens allen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden, auch jenen, die keinen Anspruch auf die Pendlerpauschale haben. Umgekehrt kann zusätzlich keine große oder kleine Pendlerpauschale in Anspruch genommen werden, wenn das Jobticket genutzt wird.

Quellen und weitere Informationen zur Pendlerpauschale:
https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/193/Seite.800600.html
http://bmf.gv.at/Steuern/FAQHufiggestellteFragen/FragenzumThemaLohnsteuer/Pendlerpauschale/
http://www.arbeiterkammer.at/online/pendlerpauschale-neu-70907.html

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