Private Arbeitslosenversicherung in Österreich – Worauf achten?

Die Krisen in den letzten Jahren haben bei den Verbrauchern Spuren hinterlassen. Eine große Unsicherheit hat sich breit gemacht. Nichts scheint mehr sicher, weder Banken, noch Immobilien, noch der eigene Job.

Es ist nicht unbedingt eine neue Erscheinung, dass dahingehend vor allem Versicherungen auf die Bedürfnisse der Verbraucher eingehen wollen. Im Folgenden soll nun dargestellt werden, ob es sinnvoll ist, wenn eine zusätzliche private Arbeitslosenversicherung abgeschlossen wird.

Ausgangspunkt staatliche Leistungen

Der Staat bietet maximal 67 Prozent vom letzten Gehalt als Arbeitslosengeld. Im ersten Moment mag das nach sonderlich viel klingen, wird jedoch hochgerechnet, so ergibt sich eine sehr große Diskrepanz zwischen letztem Lohn und erstem Arbeitslosengeld. Wird daran gedacht, dass laufende Kosten weiterhin beglichen werden müssen, bricht schnell Panik aus.

Miete, Auto, Internet, Handy und noch vieles mehr. Der Verbraucher manövriert sich zwangsweise in finanzielle Probleme hinein. Problematisch ist vor allem, dass, wenn Abstriche gemacht werden, der Verbraucher seine Chancen auf Wiedereinstellung minimiert.

Muss das Auto abgegeben werden, fehlt die Mobilität. Müssen Internet und Handy abgemeldet werden, ergeben sich Probleme in der Kommunikation. Wer hat denn in der heutigen Zeit schon kein Internet und kein Handy?

Lösung im privaten Schutz

Seit Mitte der neunziger Jahre finden sich auch in Österreich Produkte von Versicherungen an, die Schutz gegen Arbeitslosigkeit bieten sollen. Die Nachfrage ließ zwar um die Jahrtausendwende nach, in Zeiten der Wirtschaftskrise erlebt diese Branche jedoch einen Boom.Prinzipiell versprechen die Versicherungen, dass die Diskrepanz zwischen gesetzlichem Arbeitslosengeld und letztem Nettogehalt aufgestockt wird. Umso höher sich das Gehalt gestaltet, umso höher gestalten sich auch die zu zahlenden Prämien.

Wird ein Rechenbeispiel herangezogen, verdeutlicht sich die Problematik. Will der Verbraucher Leistungen, vorausgesetzt es tritt ein Bedarfsfall ein, erhalten, die sich auf 800 Euro beziehen, so müssen monatlichen um die 100 Euro eingezahlt werden.

Während dieser Bedarfsfall jedoch eintritt, muss der Verbraucher weiterhin die Prämien zahlen. So erhält der Verbraucher in Wahrheit nur eine Leistung von ca. 700 Euro. Der Leistungsraum für ein Jahr läge damit bei ca. 8400 Euro. Diese Summe kann in sieben Jahr selbst angespart werden.

Sich auf keine Milchmädchenrechnungen einlassen

Das eben vorgestellte Rechenmodell klingt zwar schlüssig, aber ist es auch sinnvoll? Prinzipiell kann bei einer jeden Versicherung argumentiert werden, dass Sparen günstiger ist. Stiftung Wartentest hat zwar 2004 festgestellt, dass das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmig ist, jedoch ist zu beachten, dass sich dieses Ergebnis auf Deutschland bezieht und dass sich seit diesem Zeitpunkt Veränderungen breit gemacht haben. Vor allem seitdem es üblich ist, dass der Verbraucher das Internet zu Rate zieht und Portale aufsucht, die Versicherungen im Vergleich darstellen, ist der Konkurrenzkampf deutlich härter geworden.

Was es zu beachten gilt

Die meisten Versicherungen setzen voraus, dass bereits mindestens zwei Jahre eingezahlt werden muss, bevor Leistungen erbracht werden. Außerdem ist zu beachten, dass diese Versicherung nicht für befristete Arbeitsverhältnisse gilt. In der heutigen Zeit ist dies als sehr problematisch anzusehen, da immer mehr Arbeitsverhältnisse befristet sind. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass eine Leistung nur dann erfolgt, wenn die Kündigung nicht selbstverschuldet ist.

Heutzutage erfolgen die meisten Kündigungen jedoch zwecks Bilanzierung des Unternehmens. Außerdem ist nachzulesen, dass sich ein Höchstalter ergibt. Wer über bei einem Alter von 55 oder mehr eine solche Versicherung abschließen will, hat sehr schlechte Chancen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Gefahr der Arbeitslosigkeit hoch ist und die Wiedereingliederung nur sehr schwer vonstattengeht.

Veranschaulichung durch ein Beispiel

Die Allianz in Österreich bietet dahingehend ein interessantes Modell. Die private Arbeitslosenversicherung dient vor allem dazu, dass der Versicherungsschutz aufrechterhalten werden kann. Verbraucher, die in die Arbeitslosigkeit stürzen, kündigen zumeist als erstes ihre Versicherungen. Dies ist jedoch der falsche Weg. Sollte in dieser Zeit ein unvorhergesehenes Ereignis eintreten, so ist der Verbraucher in die Schuldenfalle getreten. So werden alle Versicherungen, die bei der Allianz abgeschlossen wurden, aufrechterhalten.

Allerdings sind wiederum nur Personen auf einen Abschluss berechtigt, wenn das aktuelle Dienstverhältnis ungekündigt und unbefristet ist. Diese Leistung erfolgt bis zu zwölf Monate nach der Kündigung, aber auch nur dann, wenn die Kündigung nicht selbstverschuldet ist. Beispielsweise sichert eine monatliche Prämie von 9,90 Euro eine monatliche Auszahlung von 250 Euro. Zwar sorgen einige Klauseln für Grübeln, dieses Produkt kann jedoch als einigermaßen günstig und sinnvoll angesehen werden.

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