Selbstanzeige Schweiz – Schwarzgeld & Selbstanzeige

Wer über Jahre hinweg Kapital in der Schweiz oder einer der anderen Steueroasen (Luxemburg, Liechtenstein etc.) angelegt und in Deutschland oder Österreich nicht ordnungsgemäß versteuert hat, dem droht Strafverfolgung wegen Steuerhinterziehung.In unserem Ratgeber gibt es die wichtigsten Infos zum Thema „Selbstanzeige in der Schweiz“ – Jetzt informieren!

Seit einigen Jahren wird die Situation für Steuersünder, die Schwarzgeld-Konten im Ausland haben, immer schwieriger: Die Novelle des Schwarzgeld-Bekämpfungsgesetzes vom 17. März 2011 hatte eine Verschärfung der Bedingungen für die strafbefreiende Selbstanzeige zur Folge.

Das deutsch-schweizerische Abkommen von 2013 über den Austausch von Steuerdaten führte zur stärkeren Regulierung Schweizer Banken und Länder wie Österreich und Luxemburg lockerten ihr Bankgeheimnis, um der Anlage von Schwarzgeldkonten einen Riegel vorzuschieben.

Schwarzgeld in der Schweiz? - Rechtzeitig eine wirksame Selbstanzeige durchführen

Schwarzgeld in der Schweiz? – Rechtzeitig eine wirksame Selbstanzeige durchführen

Durchführung einer Selbstanzeige bei Schwarzgeld

Der einzige Weg, sich der Strafverfolgung zu entziehen, wenn man Schwarzgeld auf Schweizer Konten zu liegen hat, ist eine wirksame Selbstanzeige. In den ersten Monaten des Jahres 2013 kam es deshalb zu mehr als 20000 Selbstanzeigen bei deutschen Finanzämtern (2012: 8000).

Warum man eine Selbstanzeige macht

Wer eine wirksame Selbstanzeige bei seinem örtlich und sachlich zuständigen Finanzamt macht, kann gemäß § 371 Abgabenordnung nicht bestraft werden, auch wenn er eine Steuerhinterziehung begangen hat. Zu beachten ist dabei allerdings, dass die Tat nach Steuerarten getrennt geahndet wird, das heißt, wer Einkommenssteuer hinterzogen hat, nicht aber Umsatzsteuer, sollte dies bei seiner Selbstanzeige auch explizit darlegen. Finanzbehörden und Staatsanwaltschaft sehen von einer Strafverfolgung ab, wenn der reuige Steuersünder die dem Staat entgangenen Steuern nachentrichtet und 6 % Zinsen p.a. auf den Schwarzgeld-Betrag entrichtet. Hat man mehr als 50000 Euro vor dem Staat verheimlicht, muss man noch zusätzlich eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 5 % zahlen.

Wer eine Selbstanzeige machen kann

Eine strafbefreiende Selbstanzeige kann grundsätzlich jeder abgeben, der mit der Steuerhinterziehung zu tun hat. Dies können der Täter selbst, seine Gehilfen und auch Anstifter zur Tat sein. Gibt nur der Täter eine strafbefreiende Selbstanzeige ab, so sollte er bedenken, dass er damit die anderen an der Tat beteiligten Personen belastet. Außerdem bleiben andere, eventuell zusammen mit der Steuerhinterziehung erfolgte Straftaten wie Urkundenfälschung und Ordnungswidrigkeiten von der Straffreiheit, die die Selbstanzeige garantiert, unberührt. Um sich nicht wegen anderer Taten selbst zu belasten, sollte man sich unbedingt zuvor von einen Fachanwalt für Steuerrecht oder einem spezialisierten Steuerberater umfassend beraten lassen.

Wann man seine Selbstanzeige abgeben sollte

Grundsätzlich gilt: je früher, desto besser. Wann genau es allerdings zur Abgabe einer wirksamen Selbstanzeige Schweiz zu spät ist, können sogar Steuerrechts-Experten nicht mit Sicherheit sagen. Klar ist, dass derjenige, bei dem der Steuerprüfer bereits vor der Tür steht, keine wirksame Selbstanzeige mehr abgeben kann. Denn dann wurde bereits ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet. Auch wenn der Steuersünder von Ermittlungen gegen ihn erfährt, ist es bereits zu spät. Wurde dem zuständigen Finanzamt eine Steuerdaten-CD übergeben, kann sich der Schwarzgeld-Anleger – wenn er sich beeilt – noch rechtzeitig seine Strafbefreiung sichern.

Form und Inhalt der Selbstanzeige bei Geld in der Schweiz

Eine spezielle Formvorschrift für die Abgabe einer Selbstanzeige gibt es nicht. Allerdings raten Experten, die strafbefreiende Erklärung in Schriftform einzureichen. Grundsätzlich gilt, dass sie so ausführlich wie möglich sein sollte. Man sollte die Namen aller an der Steuerhinterziehung Beteiligten und den betreffenden Zeitraum nennen sowie die näheren Umstände der Tat schildern. Außerdem wird empfohlen, Zeugen zu benennen, Beweismittel anzuführen und alle tatrelevanten Unterlagen (Kontoauszüge, Aufstellungen etc.) vorzulegen.

Geld/Schwarzgeld bei der „Selbstanzeige Schweiz“ genau auflisten

Die Geldbeträge, um die es dabei geht, sollte man so genau wie möglich aufführen und alle Kreditinstitute, bei denen Schwarzgeld angelegt wurde, benennen. Außerdem will der Staat noch wissen, woher das hinterzogene Geld stammt. Wer seine Selbstanzeige bewusst unvollständig abgibt – man spricht in diesem Zusammenhang von einer „Teil-Selbstanzeige“ – kann nicht auf Strafbefreiung hoffen, da derartige Erklärungen rechtsunwirksam sind. Außerdem sollte man daran denken, sich seine Bankunterlagen so schnell wie möglich aus der Schweiz kommen zu lassen.

Eigenschätzung der hinterzogenen Steuer abgeben

Sollte die Zeit dafür jedoch zu knapp werden, kann man allerdings auch eine begründete vorläufige Eigenschätzung der hinterzogenen Steuerbeträge abgeben, das Finanzamt vorsorglich darauf hinweisen, dass die für die genaue Prüfung notwendigen Bank-Unterlagen noch nicht vorliegen und um eine Frist für die Nachreichung der Daten bitten.

Experten-Tipps zur Selbstanzeige bei Schwarzgeld in der Schweiz

Experten raten, bei dieser Schätzung lieber höhere Beträge anzugeben als zu niedrige, da man sonst für die bei der Schätzung nicht aufgeführten Steuerschulden haftbar gemacht wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn auch der Zeitraum der Hinterziehung nicht mehr genau rekonstruiert werden kann. Wer seine Unterlagen vorliegen hat, reicht separat für jedes Jahr die verheimlichten Einkünfte per Steuererklärung nach.

Nachzahlung der hinterzogenen Steuerschuld

Nach Erstellung des neuen Steuerbescheids hat der reuige Steuersünder einen Monat Zeit, die hinterzogenen Steuern und die 6 % Jahreszins zu bezahlen. Wer den nachträglich zu entrichtenden Betrag nicht aus eigener Tasche bezahlen kann, sollte einen Kredit aufnehmen oder mit dem Finanzamt eine Teilzahlungsvereinbarung treffen. Straffrei bleibt er jedoch nur dann, wenn er in Zukunft seine Steuererklärungen wahrheitsgemäß und vollständig ausfüllt.

Geplante Änderungen seitens des Gesetzgebers

Ab Januar 2015 gelten bei der strafbefreienden Selbstanzeige strengere Regelungen. Steuersünder müssen den 5 % Verwaltungszuschlag nicht erst ab 50000 Euro hinterzogenem Geld zahlen, sondern schon ab 25000 Euro. Haben sie mehr als 25000 Euro am Fiskus vorbeigeschleust, so fällt ein Zuschlag von 10 % an. Für noch höhere Schwarzgeld-Summen gelten entsprechend höhere Prozentsätze. Außerdem wird die strafrechtliche Verjährungsfrist bei Steuerhinterziehung von bisher 5 auf 10 Jahre ausgedehnt.

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