Studiengebühren in Österreich 2018 – Höhe und aktuelle (geplante) Änderungen

Wie stellt sich die Situation in Österreich 2018 bezüglich der Studiengebühren aktuell dar ?

Studiengebühren in Österreich im Jahr 2018

In Österreich war es bisher so, dass die meisten Studenten keine Studiengebühren bezahlen mussten. Ab dem Jahr 2018 könnte sich dies für viele Studierende ändern.

Im November 2017 hat das dortige Verfassungsgericht die generelle Gebührenbefreiung für alle erwerbstätigen Studenten aufgehoben. Deshalb werden voraussichtlich ab dem Wintersemester 2018 ungefähr 25000 bis 30000 Studierende ihre Erwerbstätigkeit im Bezug auf eine Befreiung von den Studiengebühren nicht mehr geltend machen können.

Wichtig: Sich vorab zu Gebühren und Details informieren!

Diese Gesetzesänderung wurde zwar schon vielfach und heftig angefochten, doch ist eine Rückkehr zur alten Regelung bislang nicht in Sicht.
An den österreichischen Universitäten und pädagogischen Hochschulen zahlen Studierende bislang regelmäßig keine Studiengebühren, wenn sie österreichische Staatsbürger oder EU – Bürger sind, oder zum Personenkreis gehören, der dieselben Rechte für den Berufszugang wie österreichische Staatsbürger hat.

Dies trifft auf Personen zu, die diese Rechte aufgrund eines völkerrechtlichen Vertrages haben oder die Flüchtlinge sind, nach den Konventionen über die Rechtsstellung aller Flüchtlinge allgemein.

In Österreich gilt diese generelle Studiengebührenbefreiung für Studierende aller Altersgruppen, wenn sie ihr Studium innerhalb der Regelstudienzeit abschließen oder die Regelstudienzeit nicht länger als 2 Semester überschreiten. Ausländische Studierende, die nicht unter die oben genannten Befreiungsgruppen fallen müssen immer Studiengebühren bezahlen.

Die Studiengebühren betragen in Österreich sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen 363,36 Euro pro Semester.Geplant ist jedoch von der „neuen“ Regierung 500 Euro pro Semester zu verlangen. Dies Gebühren sollen erst ab dem 3. Semester fällig werden, um den Studierenden eine Orientierungsphase zu gönnen.

Auch soll damit ein Steuerbonus für Uniabsolventen verknüpft werden.
Studierende aus Drittstaaten sollen die doppelten Studiengebühren entrichten müssen, während „einige“ Entwicklungsländer von der Gebührenzahlung total befreit werden sollen.

Behinderte Studenten sollen ebenfalls von der Studiengebührenzahlung befreit sein beziehungsweise bleiben.

Ausnahmen soll es auch geben für Studierende, die mindestens zwei Monate pro Semester krank waren, oder während des Semesters schwanger waren. Ebenfalls befreit von den Gebühren sollen Studierende sein, die Kinder bis zum siebten Geburtstag haben und /oder wenn sonstige Betreuungspflichten wahrgenommen werden.

Auch bei Auslandssemestern fallen für den jeweiligen Zeitraum dann keine Gebühren an.

Einer einheitlichen Regelung steht in Österreich generell entgegen, dass dort die diversen Hochschultypen fünf verschiedenen Bundesgesetzen unterstellt sind.
Für Privatuniversitäten und Fachhochschulen gelten gegenüber öffentlichen Universitäten und pädagogischen Hochschulen Ausnahmeregelungen. Sie können unabhängig von Studiendauer, Staatsbürgerschaft oder Erwerbstätigkeit Studiengebühren einfordern.

Fachhochschulen bis zur maximalen Höhe von 363,36 Euro pro Semester.
Private Universitäten in Österreich können nach eigenem Ermessen von ihren Studierenden Studiengebühren verlangen.

Schon einmal in den Jahren 2001 bis 2008 gab es allgemeine Studiengebühren in Österreich. Auch damals waren ÖVP und FPÖ für deren Einführung verantwortlich. Ihre Höhe betrug damals 5000 Schilling pro Semester, was in etwa 365 Euro entspricht. In diesem Zeitraum brachen die Studierendenzahlen um circa 20 Prozent ein.

Ab dem Wintersemester 2018/2019 sind nun also erst einmal erwerbstätige Studenten von der Pflicht zur Gebührenzahlung betroffen. Später, also ab 2019 sollen dann sukzessive die anderen Studierenden zur Kasse gebeten werden.

Die österreichische Hochschüler/innenschaft, kurz ÖH, wehrt sich mit Demonstrationen und Petitionen gegen die neuerliche Erhebung von Studiengebühren.
Ebenso dagegen sind die österreichischen Oppositionsparteien. Das letzte Wort scheint diesbezüglich noch nicht gesprochen worden zu sein.

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