UID Nummer beantragen in Österreich

Möchte ein Unternehmer in Österreich in geschäftliche Beziehung zu einem anderen Unternehmen in einem anderen EU-Land treten, benötigt er hierfür zwangsläufig eine sogenannte „Umsatzsteuer-Identifikationsnummer“ – kurz UID-Nummer. Einen Überblick zum Antrag, Voraussetzungen und Hintergründen zur Umsatzsteuer-Identifikationsnummer liefert unser Ratgeber – Einfach informieren!

Wie setzt sich die UID-Nummer in Österreich zusammen?

Zu Anfang der Nummer stehen zwei Großbuchstaben, die die Landeskennung widerspiegeln. Meist handelt es sich dabei um den sogenannten ISO-3166-Alpha-2-Code. Österreich hat die Buchstabenkennung AT, anschließend folgt ein großes U. Den Landesbuchstaben folgen bis zu zwölf Zeichen mit alphanumerischer Kennung. Österreich hat 9, dem großen U sind insgesamt 8 Zahlen nachgestellt.

Wann wird die UID-Nummer benötigt?

Durch das Nennen seiner UID-Nummer gibt der österreichische Unternehmer seinen ausländischen EU-Partnern das Signal, dass er als Abnehmer einer Ware ohne Steuern zu zahlen einkaufen kann beziehungsweise eine andersartige Leistung für sein Unternehmen erhält.uid-partner

Dies führt dazu, dass einerseits für alle innergemeinschaftlich erworbenen Waren, andererseits aber auch für die über die Landesgrenzen hinweg erbrachten Dienstleistungen die umsatzsteuerrechtlichen Regeln für die Besteuerung in Österreich gelten.

UID Nummer für Privatpersonen?

Anders sieht es bei einer Privatperson aus. Kauft diese Güter in einem anderen EU-Staat – zum Beispiel während einer Urlaubsreise – muss sie hierfür keine UID-Nummer vorlegen.

Selbst wenn es sich hierbei um einen österreichischen Unternehmer handelt, der im Besitz einer entsprechenden Nummer ist, so darf er diese nicht verwenden, sofern die gekaufte Ware für den privaten Gebrauch ist. Somit wird für die Güter die ausländische Umsatzsteuer angewendet, was auch als Ursprungslandprinzip bezeichnet wird. Ebenso verhält es sich bei privat in Anspruch genommenen Dienstleistungen.

Wichtig bei Geschäften: Firmendaten und UID Nummer

Bei der Abwicklung eines Geschäfts sollten dem ausländischen Geschäftspartner abgesehen von der UID-Nummer auch die entsprechenden Firmendaten, welche aus dem UID-Vergabebescheid ersichtlich sind, genannt werden.

Liefert ein österreichischer Unternehmer Ware in einen EU-Mitgliedstaat aus, benötigt er vom jeweiligen Kunden ebenfalls dessen UID-Nummer sowie die Firmendaten. Dies dient als Nachweis, dass der Kunde die erhaltenen Güter für sein Unternehmen benötigt und somit der Versender die Lieferung in Österreich ohne steuerliche Belastung verbuchen kann – vorausgesetzt, er erfüllt alle Vorgaben für eine steuerfreie Lieferung innerhalb EU-Staaten.

Gerade genannte Prämisse gilt auch dann, wenn ein ausländisches Unternehmen für seinen Betrieb sonstige Leistungen von einem österreichischen Unternehmer bezieht. Hierbei findet dann jeweils diejenige Umsatzbesteuerung ihre Anwendung, in dessen Land sich das Unternehmen mit der bezogenen Dienstleistung befindet.

Nimmt der österreichische Unternehmer Änderungen bei Firmenname- oder Anschrift vor, so ist dies unverzüglich dem zuständigen Finanzamt mitzuteilen. Auch muss er mit Frist von einem Monat bekannt geben, wenn die Vorgaben nicht mehr erfüllt werden, die die Vergabe der UID-Nummer begründet haben. Bezieht ein inländischer Kunde Ware, so muss auch er seine UID-Nummer angeben, sofern der Rechnungsbetrag den Wert von 10.000 Euro überschreitet.

Wie kann ich eine UID Nummer prüfen?

Um die Gültigkeit einer UID-Nummer zu überprüfen, wurde ein spezielles Bestätigungsverfahren implementiert, welches EU-weit seine Anwendung findet.

Hiermit lässt sich auch verifizieren, ob die angegebene Unternehmereigenschaft eines Unternehmens korrekt ist. Die Prüfung kann einfach online erfolgen, unter http://ec.europa.eu/taxation_customs/vies/?locale=de für das jeweilige gewünschte Land die UID eintragen – Schon erfährt man ob die eingegebene UID Nummer gültig ist.

Kann ein ausländischer Warenempfänger keine UID-Nummer vorlegen, so wird die ausgelieferte Ware automatisch mit der österreichischen Umsatzsteuer veranschlagt.

Welche Unternehmen müssen eine UID-Nummer vorweisen?

Hat ein österreichisches Unternehmen das volle oder auch nur teilweise Recht zum Vorsteuerabzug, so darf es eine UID-Nummer beantragen. Weist das Unternehmen jedoch nur steuerfreie Umsätze aus, die keinen Vorsteuerabzug zulassen – hierzu zählen beispielsweise Kleinunternehmer – so kann es nur dann Anspruch auf eine UID-Nummer erheben, wenn diese für geschäftliche Beziehungen mit Unternehmen im EU-Ausland von Nöten ist. Das Gleiche gilt auch für pauschalierte Land- und Forstwirte.

Muss eine Frist eingehalten werden?
Bei der Beantragung einer UID-Nummer gibt es keine Fristen, die eingehalten werden müssen.

Wo kann die UID-Nummer beantragt werden?

Für die Erteilung ist das jeweilige Finanzamt zuständig, welches auch die Umsatzsteuer erhebt und in dessen Hoheitsbereich der zu besteuernde Unternehmer seinen Wohnsitz hat. Befindet sich der Betrieb des Unternehmers jedoch in einem anderen Finanzamtsbereich, so wird das dortige Finanzamt mit der Vergabe der UID-Nummer beauftragt.

Formular: Antrag auf Vergabe einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Das Formular erhält man unter http://formulare.bmf.gv.at/service/formulare/inter-Steuern/pdfs/9999/U15.pdf – Einfach ausfüllen und mit dem Finanzamt in Verbindung setzen.

Wie läuft die Vergabe der UID-Nummer ab?

Wurde dem österreichischen Unternehmer die UID-Nummer nicht bereits automatisch vom Finanzamt mitgeteilt – etwa nachdem er einen Fragebogen für eine AG oder GmbH, eine Gesellschaft oder eine natürliche Person ausgefüllt oder seine Steuernummer beantragt hat – so muss er diese anfordern, indem er ein weiteres Formular zur Vergabe der UID-Nummer ausfüllt. Weitere Unterlagen sind nicht erforderlich.Auch fallen keine Kosten in Form von Gebühren oder Abgaben an.

Damit ein Unternehmen die Echtheit der UID-Nummer seiner jeweiligen Geschäftspartner überprüfen kann, hat sich ein EU-weites Bestätigungsverfahren durchgesetzt, welches in Österreich unter dem Namen FinanzOnline bekannt ist. Jeder Unternehmer ist verpflichtet, über dieses Programm eine UID-Nummern-Abfrage zu beantworten.

Anschließend wird die Bestätigung dem Anfragenden elektronisch übermittelt, der diese dann ausdrucken und seinen Unterlagen beifügen kann. Die Bestätigung ist ein wichtiger Nachweis und muss vom Anfragenden sorgfältig aufbewahrt werden. Zusätzlich zu beschriebenem Verfahren kann ein Unternehmer auch eine elektronische Selbstabfrage mithilfe des EU-Servers starten.

Ist dem Anfragenden eine elektronische Abfrage der UID-Nummer aufgrund eines fehlenden Internetanschlusses nicht zuzumuten, kann er sein Anliegen auch dem zuständigen Finanzamt vortragen, welches anschließend für die Übermittlung einer Bestätigung zuständig ist.

Kann die UID-Nummer durch das Finanzamt verweigert werden?

Immer mal wieder kommt es vor, dass das Finanzamt sehr lange für die Vergabe der UID-Nummer benötigt oder sie schlimmstenfalls gar nicht erteilt. Gründet jemand sein Unternehmen in Österreich, so kontrolliert das Finanzamt, ob eine unternehmerische Tätigkeit zugrunde liegt oder nicht doch ein verstecktes Dienstverhältnis vorherrscht.

Schwierig wird es dann, wenn der Neuunternehmer nur einen einzigen Kunden hat, keine eigenen Produktionsmittel besitzt oder sich zeitlich stark nach seinem Auftraggeber richten muss und sich in dessen Betriebsablauf einfügt. Nur wenn ganz klar erwiesen ist, dass es sich um eine unternehmerische Tätigkeit handelt, stimmt das Finanzamt der Vergabe einer UID-Nummer zu.

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