Vaterschaftstest in Österreich – Kosten & Anbieter

Ein Vaterschaftstest gibt Aufschluss darüber, ob der betreffende Mann tatsächlich der Erzeuger des entsprechenden Kindes ist. Für Männer, die berechtigte Zweifel an der Treue der Frau haben, ist ein solcher Vaterschaftstest oft der letzte Ausweg.

Auch wenn man als Ehemann vor dem Gesetz automatisch als leiblicher Vater gilt, möchte man für sich selbst Gewissheit haben.Bei Paaren, die bereits in Trennung leben, fällt ein Untreue-Verdacht nicht ganz so schwer. Bei bestehenden Beziehungen wird ein heimlicher Test häufig vorgezogen, um die Partnerin nicht zu verletzen.

Über offizielle Institutionen, wie dem Jugendamt oder dem Familiengericht, ist ein Vaterschaftstest nicht bedingungslos möglich – hat ein Mann seine Vaterschaft einmal anerkannt, ist es ohnehin schwierig, dort wieder herauszukommen.

Wie es aber auch immer gelaufen ist; die Männer wollen Gewissheit. Zum einen für sich selbst als Bestätigung und zum anderen, um nicht für ein Kind zahlen zu müssen, das gar nicht das eigene ist. In Österreich unterscheidet sich die Vorgehensweise von der in Deutschland in einigen Punkten.

Vaterschaftstest in Österreich – was zu beachten ist

In Österreich darf ein vermeintlicher Vater auch ohne Nachweis eines berechtigten Zweifels einen privaten Vaterschaftstest durchführen lassen. Die Kindsmutter muss diesem Test nicht zustimmen. Dies gilt auch bei der gemeinsamen Obsorge nach einer Trennung bzw. Scheidung.

Obwohl in Österreich die gemeinsame Obsorge fast der Regelfall ist, darf der Expartner in diesem Falle ganz allein entscheiden. Ist das vermeintliche Kind zum Zeitpunkt des erwünschten Abstammungstests bereits volljährig, muss es auch in Österreich seine Zustimmung dazu geben.

Eine Anerkennung vor Gericht bei privat durchgeführten Tests ist nicht gewährleistet, da die Herkunft nicht sicher nachgewiesen werden kann. Lediglich Mitarbeiter eines neutralen Labors gelten als sichere Zeugen (Ärzte/Sachverständige/Rechtsanwälte).

Was ist bei eingesandten Proben zu beachten?

  • Jedes Röhrchen muss mit dem vollständigen Namen der Testperson und dem Entnahmedatum des DNA-Materials versehen sein.
  • Die komplette Anschrift der Testpersonen und die Unterschrift müssen auf dem Vertrag vermerkt sein.
  • Eine Kopie des gültigen Lichtbildausweises muss beiliegen (bei Volljährigkeit des vermeintlichen Kindes bedarf es auch hier einer Unterschrift.

Wichtig: Für gerichtliche Zwecke muss die DNA-Probe durch einen Arzt, Sachverständigen oder Rechtsanwalt bestätigt werden.

Generell hat jeder Mensch das Recht, einen Abstammungstest durchführen zu lassen.

Das betrifft beide vermeintlichen Elternteile und auch das Kind selbst. Während in Deutschland heimlich durchgeführte Tests vom Gesetzgeber toleriert, aber nicht unbedingt anerkannt werden, sind diese in Österreich wegen Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte des Kindes untersagt.

Dieser Tathergang wird zwar nicht bestraft, der Test selbst wird aber vor Gericht nicht anerkannt. Sind die vermeintlichen Eltern jedoch nicht miteinander verheiratet, hat der Mann keine finanziellen Konsequenzen in Bezug auf eine Unterhaltspflicht zu befürchten. Das trifft natürlich nur dann zu, wenn seine Vaterschaft nahezu ausgeschlossen ist und er die Vaterschaft vorab nicht anerkannt hat.

Treffen diese Punkte zu, hat er ausschließlich die Laborkosten zu tragen, sofern es kein gerichtlich angeordneter Test war.
Wurde der Abstammungstest gerichtlich angeordnet, werden die Kosten im Regelfall der Person auferlegt, die bewusst ein falsches Zeugnis abgelegt hat.

Beispiele:

  • der Mann zweifelt seine Vaterschaft an, während die Frau darauf besteht und der Mann ist tatsächlich der Vater; in diesem Falle trägt der Mann die Kosten alleine.
  • der Mann zweifelt die Vaterschaft an, während die Frau darauf besteht und es stellt sich heraus, dass eine Vaterschaft nahezu ausgeschlossen werden kann; in diesem Fall müssen die Kosten von der Frau getragen werden, da eine Täuschung vorliegt.

Wurden bereits Unterhaltszahlungen geleistet, kann der Betrogene die kompletten Kosten von der Frau zurückfordern.

Eine einheitliche, länderübergreifende Regelung ist nicht in Sicht.

Für Deutschland & Österreich gilt;heimliche Schnelltests im heimischen Wohnzimmer ohne Einbeziehung eines unabhängigen Labors sind zu ungenau und strengstens verboten!

Ablauf eines Vaterschaftstests in Österreich

Der Ablauf des Tests ist in Österreich identisch mit dem Verfahren in Deutschland.

Zunächst einmal wird beiden Testpersonen (potentieller Vater/Kind) mittels eines Wattestäbchens eine Speichelprobe entnommen. Es eignet sich aber auch anderes Material, an der die entsprechende DNA haftet.

Beispiele:Haarbürste, Zahnbürste, Kamm, gerauchte Zigarettenstummel, Windeln oder auch Schnuller.

Dieser Abnahmetest kann entweder direkt im Labor erfolgen oder er wird auf Wunsch zugeschickt. In diesem Falle nimmt der Betroffene die Proben selber ab, tütet sie hinterher vorschriftsmäßig ein und schickt sie an das Labor. Im Labor selbst wird die DNA jetzt gründlich ausgewertet. Am Schluß steht das individuelle DNA-Profil und die Vaterschaft wird entweder mit 99,9% nahezu bestätigt oder zu 100% ausgeschlossen.

Anbieter & Kosten

  • MedGene Austria
  • Brünnlbadgasse 15-6
  • A-1090 Wien

Kosten: Bereits ab 179,-€
Wenn auch die Mutter getestet werden soll, kostet der Test 219,-€.Werden Sonderproben eingeschickt (Kaugummi, Bürste…etc), kostet es pro Person 60,-€ Aufpreis. Kommt eine weitere Testperson hinzu (weiterer möglicher Vater), kostet es weitere 60,-€.

Wichtig: Ein Gutachten eines Sachverständigen kostet 700,-. Damit würde der Test definitiv auch vor Gericht bestehen.

  • DelphiTest GmbH
  • Salurnerstr. 22
  • A-6330 Kufstein

Kosten:Bei diesem Labor sind die Preise unterteilt in

  • Economy; 185,_€
  • Basic; 349,-€
  • Premium; 599,-
    Die Preise erhöhen sich jeweils, wenn auch die Mutter oder eine weitere Person getestet werden soll.

 

  • Confidence DNA-Analysen GmbH
  • Hutweidengasse 22 / 1, 1190 Wien, Österreich

Kosten: 380,-€
für eine weitere Person fallen zusätzliche 99,-€ an.Ein vorgeburtlicher Test kostet 1179,-€. Wenn der Test gerichtsverwertbar sein soll, betragen die Kosten 779,-€.

Die Kosten schwanken je nach Labor und Art der Auswertung.Gegenüber eines Testes in der Schweiz spart man jedoch um die 1000,-€.

Unterschiede bei den Abstammungstests

Labore, die heimlich durchgeführte Tests anbieten, verfahren etwas anders. Die Identität der Testpersonen braucht nicht eindeutig nachgewiesen werden und sie bleiben privat. Die Anzahl der Gen-Marker, auf die getestet wird, ist geringer.

Die Einhaltung der DIN, ISO oder EU-Normen erfolgt ebenfalls unterschiedlich. Sobald ein Labor mit Akkreditierung nach DIN ISO 17025 arbeitet, muss die Identität der Personen und Proben klar nachgewiesen sein. Ein privater Test, bei dem die Proben eingeschickt werden, sind damit nicht möglich.Die Entnahme findet unter Zeugen statt und ist gerichtstauglich.

Ein heimlich durchgeführter Vaterschaftstest mag auf den ersten Blick verwerflich erscheinen – er läuft aber wesentlich diskreter ab, als wenn der Mann den Verdacht direkt laut ausspricht. Für die Familie ist das so mit Sicherheit besser.

Stellt sich heraus, dass der besagte Mann tatsächlich der Erzeuger des Kindes ist, hat er Gewissheit und muss lediglich mit seinem schlechten Gewissen leben, die Kindesmutter verdächtigt zu haben.
Stellt sich allerdings heraus, dass seine Zweifel berechtigt waren, gibt es ohnehin Gesprächsbedarf.Für das Kind ist diese Form in jedem Fall die bessere Methode. Mit Zweifeln leben ist auf Dauer wohl auch keine Option.

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