Was bedeutet genau vorsteuerabzugsberechtigt ? – Voraussetzungen Umsatzsteuer

Was bedeutet genau Vorsteuerabzugsberechtigt und wie weiss man ob man’s ist?

Die Vorsteuer oder auch Umsatzsteuer genannt, wird durch einen Unternehmer an seinen Geschäftspartner bzw. Kunden in Rechnung gestellt. Dieser kann die gezahlte Vorsteuer bei seinem Finanzamt geltend machen, solange er vorsteuerabzugsberechtigt ist.

bigstock-Bunch-of-Euro-notes-tied-toget-18484628Jeder Unternehmer, der Waren kauft und wieder verkauft ist zur Vorsteuer abzugsberechtigt. Das heißt, jeder Unternehmer, der nicht der Kleinunternehmer Regelung unterliegt und seine Einnahmen sowie Ausgaben inklusive Mehrwertsteuer tätigt, ist vorsteuerabzugsberechtigt.

Ein Unternehmer, der beim Verkauf seiner Waren oder Dienstleistungen Umsatzsteuer erheben muss, darf diese auch abziehen. Sobald der Jahresumsatz die Grenze von 17.500 Euro übersteigt, ist der Unternehmer vorsteuerabzugsberechtigt. Das heißt, er muss auch in all seinen Rechnungen die Umsatzsteuer ausweisen.

Wann ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen?

1. Wenn der Unternehmer etwas nur für den privaten Gebrauch erwirbt.
2. Einnahmen aus privaten Vermietungen usw. sind umsatzsteuerfrei.
3. Er ist Kleinunternehmer.

Was ist ein Kleinunternehmer?

Die Kleinunternehmer Regelung sagt, dass der Umsatz im laufenden Jahr die Grenze von 17.500 Euro nicht überschreiten darf. Entscheidet sich ein Unternehmer für diese Regelung, trägt er folgende Konsequenzen:

1. Der Unternehmer weist in seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus.
2. Er muss keine Voranmeldungen für die Umsatzsteuer beim Finanzamt anmelden.
3. Er hat den Vorteil, dass er privaten Kunden seine Leistungen günstiger anbieten kann.
4. Er kann den Vorsteuerabzug nicht nutzen.

Wer Anfangs hohe Investitionen für sein Unternehmen hat, sollte auf die Kleinunternehmer Regelung verzichten und die Vorteile des Vorsteuerabzugs nutzen.

Erstattet das Finanzamt dem Unternehmer die Vorsteuer, so können gezahlte Umsatzsteuern nicht als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Somit wirkt sich die Vorsteuer nicht auf den Gewinn des Unternehmens aus.
Auch wenn ein Unternehmer im Europäischen Ausland Umsatzsteuer zahlt, kann er sich diese vom ausländischen Finanzamt erstatten lassen. Dazu ist ein Antrag beim Bundeszentralamt für Steuern zu stellen.

Die Umsatzsteuer ist eine wichtige Einnahmequelle für den Staat. In Deutschlang gibt es unterschiedliche Umsatzsteuern (7% und 19%). Für Unternehmen untereinander ist die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten. Der Unternehmer kann sie als Vorsteuer mit dem Finanzamt verrechnen.

Welche Unternehmen sind vorsteuerabzugsberechtigt und welche nicht?

Unternehmen die sich dazu entschlossen haben nicht die Kleinunternehmer Regelung zu nutzen und deren Jahresumsatz über 17.500 Euro liegt, sowie große Unternehmen, sind vorsteuerabzugsberechtigt.
Zu den nicht vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen gehören Ärzte, Banken und Versicherungen, sowie Kleinunternehmer.

Was muss bei der Gründung eines Unternehmens beachtet werden?

Bevor es überhaupt zur Gründung eines Unternehmens kommt, werden mehrere Dinge geprüft. Ein Vorsteuerabzug kann auch schon für die Vorbereitung der Gründung genutzt werden, wenn das Unternehmen noch nicht offiziell angemeldet ist. Dieses wird beim zuständigen Finanzamt beantragt. Werden bereits Ausgaben getätigt, die vor der Vorbereitung stattfinden, ist dieses entsprechend nachzuweisen.

Wie wird erkannt, ob ein Unternehmer vorsteuerabzugsberechtigt ist?

Jemand der sich nicht gut auskennt, erkennt ein Unternehmen welches vorsteuerabzugsberechtigt ist daran, dass auf Rechnungen immer die Mehrwertsteuer ausgewiesen ist.

Wer also vorsteuerabzugsberechtigt ist, kann die Mehrwertsteuer steuerlich geltend machen. Sprich: Die vorab gezahlte Mehrwertsteuer wird mit der Umsatzsteuer verrechnet, die gezahlt werden muss. Als Beispiel: Stellt ein Unternehmer seinem Kunden eine Rechnung in Höhe von 1000 Euro aus und fällt die Mehrwertsteuer über 19% an, zahlt der Kunde die komplette Rechnung.

Ist der Kunde ebenfalls Unternehmer, kann er die gezahlten 190 Euro Mehrwertsteuer als Ausgabe von der Vorsteuer abziehen. Der Unternehmer kann die Vorsteuer bei der Voranmeldung zur Umsatzsteuer geltend machen und sie mit seiner eigenen Umsatzsteuerlast mit dem Finanzamt verrechnen.

Was ist der Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer?

Mehrwertsteuer kommt vom Mehrwert, welchen das Unternehmen bei einer Ware versteuern muss. Die Mehrwertsteuer ist die Form, nach der die Umsatzsteuer erhoben wird. Wird eine Ware oder eine Dienstleistung verkauft, so fällt die Umsatzsteuer an. Diese wird beim Finanzamt als Vorsteuer geltend gemacht und das Unternehmen bekommt die Vorsteuer zurück erstattet.

Quellen und weitere Informationen:

http://www.gruendungswissen.at/gruendungswissen/blog-post/2010/05/31/gruenderlexikon-vorsteuer-vorsteuerabzug/

Vorsteuerabzugberechtigte Fahrzeuge: https://www.bmf.gv.at/steuern/fahrzeuge/vorsteuerabzugsberechtigte-fahrzeuge.html

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