AK-Studie: Männer gehen zu kurz in Karenz

Immer mehr Studien zeigen, dass die Betreuung gemeinsamer Kinder zum Großteilvon den Müttern übernommen wird. Zum Ziel haben diese Studien nicht zu erfragen, wer arbeitet und wer die Kinder versorgt, sondern zu erklären, wie Mütter und Väter nach der Karenz wieder voll in ihrem Berufsleben durchstarten können.

Männer gehen zu kurz in Karenz – was sind die Gründe

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Männer, die in Karenz gehen, deutlich gesunken. Das liegt vorrangig wohl an der andauernden Vorstellung, dass die Mutter von Natur aus dem Säugling näher ist, der Säugling die Mutter mehr braucht u.s.w.

  • Zwar ist die Zahl der Väter in Karenzzeit im Gegensatz zu früheren Jahren angestiegen, sie liegt aber immer noch bei nur wenigen Prozent.
  • Selbst wenn der Mann die Karenz in Anspruch nimmt, ist das meistens nur für drei Monate. Nur ganz wenige Männer gehen mehr als drei Monate in die Karenzzeit.

Doch viele Familien entscheiden sich gemeinsam aufgrund von vielen Fragen, die ein solchen Situation im Raum stehen. Nicht nur das gemeinsame Einkommen ist eine dieser Fragen, sondern auch was sich im Alltag durch diese Umstellung für Frau und Mann ändert.

Stockfoto-ID: 303743812 Copyright: Anna Kraynova, Bigstockphoto.com

Immer noch wenige Väter gehen in Karenz! – Stockfoto-ID: 303743812
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Auch die Frage, worauf man verzichten muss, wenn das Einkommen schrumpft, wird gestellt. So entscheidet man letztendlich, dass derjenige, der das größere Einkommen hat, weiter arbeitet. In der Regel ist das der Mann. So kommt es, dass nur wenige Väter länger als drei Monate in Karenz gehen.

Wie lässt sich das ändern?

Damit auch mehr Männer in Karenz gehen, müssen künftig mehr Betruungsplätze für die Kleinen organisiert werden. Außerdem müssen familienfreundliche Arbeitszeiten berücksichtigt werden und natürlich muss dementsprechend auch das Gehalt stimmen.

  • Auch dürfen Väter, die in Karenz gehen, durch diesen Schritt in ihrem Beruf nicht benachteiligt werden. Väter dürfen auch n Teilzeit arbeiten, statt Überstunden zu machen. Erst dann würde sich die Zahl der Frauen und Männer bei der Kinderbetreuung in etwa ausgleichen.
  • Trotzdem geht die Tendenz weiterhin mehr zu den Frauen. Einerseits sind viele Frauen bereits zu Hause, entweder dadurch, dass bereits ein Kind in der Familie ist, oder sie sind Hausfrau und Mutter, wobei es sich dann von selbst versteht, dass die Frau die Kinder betreut.
  • Mütter sollten nicht nur mehr Chancen auf eine unbenachteiligte Berufslaubahn haben, sondern auch leichter alles organisieren können. Viele Mütter gehen deshalb in Karenz, weil der Partner duch die Elternzeit in seinem Beruf die Karriere nicht vorankurbeln kann.

Das Karenzmodell nach Einkommen und wie es funktioniert

Viele Elternpaare entscheiden sich für dieses Modell. Hierbei bleiben beide Elternteile für sieben Monate bei dem Baby und können danach für 30 Stunden die Woche wieder in Elternzeit arbeiten. Wichtig ist hierbei vor allem, dass der Arbeitgeber voll mitzieht und Unterstützung leistet.

Dieses Modell ist für alle Eltern geeignet, die wenig Hilfe von außen haben. Obwohl man den Vätern, wie man sieht, maximal entgegen zu kommen versucht, entscheiden sich dennoch die wenigsten für eine längere Kadenzzeit. Meist sind das nur einige Monate. So bleibt die Betreuung der Kinder scheinbar auch weiter eine Sache der Frau.

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