Bausparen Vergleich 2019/2020 in Österreich – Bausparprämie, Bausparkassen, Bausparvertrag, Startzinsen

Wer einen Bausparvertrag abschließt, kann dabei durch einen ausführlichen Anbietervergleich oft mehrere Hundert Euro an Zinserträgen in der Ansparphase und sogar mehrere Tausend Euro an Zinsersparnissen in der Darlehensphase herausholen.

Diesen Vergleich sollte Interessenten gründlich durchführen. Wir informieren über aktuelle Bausparen Tipps, aktuellen Bausparvertrag Zinsen in Österreich und Details zum Thema!

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Worauf kommt es beim Bausparen an?

Für die meisten Bausparer bedeutet der Bausparvertrag vor allem „Sicherheit“. Das ist zwar generell richtig, doch allein darum geht es nicht. Interessenten und künftige Eigenheimerbauer oder -käufer sollten durchaus auch Einspar- und Ertragspotenziale beachten.

Der Hintergrund: Es gibt vier Bausparkassen in Österreich (Raiffeisen Bausparkasse, start:bausparkasse, Wüstenrot und s Bausparkasse). Bausparverträge gibt es zwar bei rund 90 Banken und Sparkassen, doch diese sind nur Vermittler der Verträge.

Als solche werben sie recht intensiv um Kunden und locken diese mit attraktiven Angeboten. Sie sollten als Bausparer daher die Details eines Bausparvertrages gut verstehen und auch sehr genau wissen, worauf beim Abschluss zu achten ist, damit Sie mehr herausholen.

Schließen Sie den Vertrag online ab, schon dafür erhalten Sie einen Nachlass. Nehmen Sie den Startbonus mit und nutzen Sie auf jeden Fall Vergleichsrechner, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden.

Bauspar-Tipps

Wichtig für Bausparer sind die Eckpunkte ihres Vertrages:

  • Laufzeit
  • Zinsen für das Sparguthaben und für das Bauspardarlehen
  • Prämien und Boni
  • mögliche Sparleistung
  • fristgemäße (geplante) und vorfristige Kündigung
  • Verwendung des Guthabens

Auch die Bausparanbieter mit ihren unterschiedlichen Konditionen sind interessant. Hier ein erster Überblick:

  • Wüstenrot Bausparen: Die Bausparkasse aus Deutschland wurde 1921 gegründet und gelangte schon 1925 nach Österreich. Sie bietet gern Bausparverträge mit längerer Bindung an, zu den aktuellen Produkten zählen das flexible Bausparen mit variablem Zins, das flexible Jugendbausparen, das SMARTBausparen mit längerer Bindung und spezieller Wüstenrot-Prämie sowie das BONUSBausparen für Kunden mit Einmalzahlung.
  • Die Raiffeisen Bausparkasse bietet klassisches Bausparen, Jugend Bausparen mit einem gewissen Vorteil und MixZins Bausparen mit flexiblen Zinsen an.
  • Bei der s Bausparkasse gibt es klassisches Bausparen, Jugend Bausparen und PLUS Bausparen mit variablem Zins.
  • Die start:bausparkasse zielt besonders auf den Online-Abschluss und bietet hierfür viele Vorteile beim klassischen Bausparen und beim Jugend Bausparen.

Bausparen Vergleich: Aktuelle Konditionen im Oktober 2019

Bei allen Bausparkassen können Sie sich aktuell zwischen verschiedenen Guthabenvarianten entscheiden. Dazu zählen ein gesichertes Guthaben mit Startzinsen, Fixzinsen und 1,5 % staatlicher Prämie im ersten Jahr, in den Folgejahren 1,5 % staatliche Prämie plus variable Zinsen, weiters ein mögliches Guthaben mit Start- bzw. Fixzinsen und 1,5 % staatlicher Prämie im ersten Jahr, danach Prognosezinsen, drittens ein Minimum-Guthaben und viertens ein Maximum-Guthaben jeweils mit Start- bzw. Fixzinsen und 1,5 % staatlicher Prämie.

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Die Startzinsen bieten die Bausparkassen im Oktober 2019 wie folgt an:

  • Wüstenrot: sechs Monate lang 2,5 %, für Jugendliche bis zum 25. Lebensjahr 3,0 %, danach variable Zinsen
  • s Bausparkasse: 200 Tage lang 2,0 %, danach variable Zinsen
  • start:Bausparkasse: 12 Monate lang 0,1 % Startzinsen, danach variable Zinsen
  • Raiffeisen: 12 Monate lang 1,25 % für das flexible Bausparen, für Jugendliche bis zum 23. Lebensjahr 1,5 %, danach variable Zinsen, beim MixZins Bausparen 36 Monate lang 0,45 % Startzinsen, danach variable Zinsen

Bei den variablen Zinsen bietet die s Bausparkasse 0,15 bis 4,25 % an, wobei Letztere in den kommenden Jahren aufgrund der Niedrigzinsphase kaum erreicht werden dürften. Die Verzinsung richtet sich nach dem Euribor (Referenzzinssatz für Termingelder im Interbankengeschäft) für 12 Monate und liegt bei minus 1,2 % dieser Zinsen zum Stichtag 15.11. des Vorjahres. Bei Wüstenrot liegt der variable Zinssatz zwischen 0,2 und 4,0 % und richtet sich nach dem Euribor abzüglich 1,3 %.

Bei der Raiffeisen Bausparkasse betragen die variablen Zinsen 0,2 bis 4,0 %, ermittelt nach Euribor minus 1,3 %, bei der start:Bausparkasse 0,1 % bis 4,25 % abzüglich 1,2 % Euribor. Die staatliche Prämie richtet sich nach dem jährlich einbezahlten Betrag und wird bis maximal 1.200 Euro berechnet, derzeit liegt sie bei 1,5 %. Sie kann auch bis 4,0 % steigen, berechnet wird sie nach der Durchschnittsrendite für Bundesanleihen.

Jede Person erhält sie nur für einen Bausparvertrag (jeweils den ersten, der abgeschlossen wurde), durch es steht jedermann frei, auch mehr Bausparverträge abzuschließen.

Die Zinserträge auf den Bausparvertrag sind kapitalertragssteuerpflichtig (25 %), die Prämie hingegen nicht. Ab dem zweiten Jahr der Laufzeit eines Bausparvertrages werden auf die staatliche Prämie Zinsen gutgeschrieben.

Was ist beim Bausparen besonders zu beachten?

Das verrät Ihnen unsere Bausparen-Checkliste. Es handelt sich um die nachfolgend genannten wesentlichen Fragen, die Sie sich vorab stellen und beantworten sollten:

  • Wie viel Geld möchten Sie einzahlen? – Das richtet sich nach der Höhe Ihrer verfügbaren Sparrate und den Zahlungsintervallen, die Sie für wünschenswert halten. Sie müssen nicht zwingend monatlich Ihren Vertrag besparen, manche Bausparer zahlen auch quartalsweise etwas ein – oder alles auf einmal. Die anfängliche Einmalzahlung führt zu einem schönen Zinseszins-Effekt. Rechnen Sie sich die Szenarien durch!
  • Für wen schließen Sie den Bausparvertrag ab? – Hauptsächlich werden Sie ihn für sich selbst abschließen, doch es gibt auch andere Szenarien. Viele Eltern schließen den Bausparvertrag für ihre Kinder, Großeltern für ihre Enkel ab. Das ist eine sehr sinnvolle Investition, weil Sie damit viel Zeit gewinnen und die Kinder von den Sonderkonditionen für junge Leute profitieren (siehe oben). Wichtig: Der Bausparer muss dann auf den Namen des Kindes laufen! Sie können in so einem Fall länger mit kleineren Summen ansparen.
  • Was wollen Sie finanzieren? – Ein Bausparguthaben kann auch für andere Zwecke eingesetzt werden, doch die eigentliche Zielrichtung ist der Immobilienerwerb. Denken Sie dennoch daran, was noch alles möglich wäre, doch vermeiden Sie die vorfristige Kündigung. Damit würden Sie die staatliche Prämie verlieren – es sei denn, das Geld wird nachweislich für Immobilieneigentum genutzt. Wählen Sie ansonsten Sparziele, die zur Bindungsdauer von sechs Jahren passen.
  • In welcher familiären Situation leben Sie? – Das Bausparen lohnt sich wie schon erwähnt für Kinder, als Ehepaar oder Lebensgemeinschaft erhalten Sie wiederum ein höheres Darlehen, wenn Sie beide Geld verdienen. Damit lohnt sich der Hausbau wirklich.
  • Welches Zinsmodell ist für Sie interessant? – Wir haben ja die verschiedenen Zinsmodelle schon aufgezeigt. Die variablen Zinsen können sich in den nächsten Jahren höchst unterschiedlich entwickeln. Sie hängen maßgeblich vom Leitzinssatz der EZB ab. Beobachten Sie diese Entwicklung ein wenig. Im Herbst 2019 schrieb der scheidende EZB-Präsident Mario Draghi die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank scheinbar ehern fest, doch nichts ist in Stein gemeißelt. Seine Nachfolgerin Christine Lagarde ist zwar auch eine Anhängerin der Marktstimulation durch niedrigste Zinsen, doch Europa muss auch auf die Zinsentwicklung in anderen Staaten und die innerkontinentale Inflation schauen. Vielleicht steigen die Zinsen doch schneller, als wir es uns heute alle vorstellen können. Dann würden Sie mit variablen Zinsen, die immerhin wie beschrieben sehr weit ansteigen können, wirklich gut fahren.
  • Wie lange gilt bei einem variablen Zinsmodell der erhöhte Startzinssatz? – Gleichen Sie den 6- bis 12-monatigen Zinsvorteil der Startzinsen mit den danach gewährten Zinsen ab und errechnen Sie den finanziellen Vor- oder Nachteil bei einzelnen Modellen.
  • Welche Darlehenszinsen verlangt die Bausparkasse? – Vergleichen Sie auch die Konditionen bei den Darlehenszinsen. Sie sind wesentlich bedeutsamer als die Guthabenzinsen der Ansparphase, denn Ihr Darlehen wird sehr viel höher ausfallen und länger getilgt werden. Diese Zinsen richten sich auch nach Ihrer Bonität, Ihrer beruflichen und familiären Situation sowie dem Beleihungswert Ihres Immobilienprojekts. Sie müssen daher vor der Wahl der passenden Bausparkasse ein fiktives, aber an Ihre wahrscheinliche Realität bei Baubeginn (oder zum Kaufzeitpunkt) angelehntes Szenario entwerfen und den Bankberater nach den konkreten Konditionen für dieses Szenario befragen. Zum Beispiel: Sie sind ein Paar, die Frau ist im öffentlichen Dienst beschäftigt und verdient xy €, er ist seit fünf Jahren selbstständig und verdiente bisher durchschnittlich xy € pro Jahr. Mit welchem Darlehen zu welchem Zinssatz bei welcher Laufzeit und wie viel Eigenkapital könnten Sie rechnen?

Verlangen Sie vom Bankberater eine genaue Auskunft, doch seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass diese Auskunft unverbindlich ist (was Ihnen der Bankberater auch prompt einschärft): Schließlich kennt niemand den Zinssatz und Ihre konkrete Situation in sechs Jahren.

Doch Sie erfahren damit die Darlehenskonditionen der einzelnen Bausparkassen und können einen Vergleich anstellen. Bei manchen Bausparkassen beginnt der Darlehenszinssatz im Oktober 2019 schon bei 0,99 %, doch er kann in ungünstigen Fällen auch über 3,0 % liegen.

Sie müssten diese Befragung für alle vier Bausparkassen und eigentlich sogar bei noch mehr Partnerbanken (die Ihnen den Bausparvertrag verkaufen) durchführen. Das ist zweifellos mühselig, führt aber voraussichtlich zu einem Kostenvorteil von einigen Tausend Euro. Im besten Fall und bei einem relativ großen Immobilienprojekt über 200.000 Euro sparen Sie eine fünfstellige Summe vom teuersten zum günstigsten Anbieter.

Ein Vergleichsrechner im Internet liefert Ihnen eine so genaue Auskunft nicht. Doch die Bankberater sind eigentlich froh, wenn Sie sich auf eine so umfassende (für Sie stets kostenfreie) Beratung einlassen, weil sie hoffen, Sie damit als Kunden gewinnen zu können. Lassen Sie diese Hoffnung so stehen, erwähnen Sie also nicht, dass Sie sich an sechs bis sieben verschiedenen Stellen informieren. Sie haben mit diesen Beratungen einen Aufwand von vielleicht zehn Stunden und generieren einen Kostenvorteil (bei heutigen Zinssätzen) von vielleicht 10.000 Euro. Lohnt sich das? Wir meinen: ganz bestimmt!

Welche Bank ist zu bevorzugen?

Fast alle Banken und Sparkassen bieten Bausparverträge an, sicher auch Ihre derzeitige Hausbank. Doch Treue oder Solidarität zählt in so einem Fall nicht. Ihre Bank kann nicht die Konditionen für Sie verbessern, nur weil Sie ein so treuer Kunde sind.

Daher dürfen Sie bedenkenlos eine Bank wählen, die Ihnen wirklich die besten Konditionen bietet. Einzelne Banken locken mit Boni, so etwa einem 40 Euro Bonus beim Online-Abschluss des Bausparvertrages.

Das können Sie ruhig mitnehmen – wenn diese Bank auch sonst die besten Konditionen bietet. Doch rechnen Sie immer zuerst die Zinskonditionen für das Ansparen und das eigentliche Bauspardarlehen durch. Letztere sind besonders dann interessant, wenn Sie wirklich fest entschlossen sind, mit diesem Bausparvertrag ein Haus zu bauen.

Wie könnten sich die Zinsen entwickeln?

Es gibt hierfür Rechenmodelle und Szenarien von Fachleuten.

Maßgebend ist wie schon erwähnt der durchschnittliche 12-Monats-Euribor, für den es in Bezug auf die Guthabenzinsen folgende vier Annahmen geben kann:

  • Das gegenwärtige Zinsniveau gilt als gesichert, weil sich der 12-Monats-Euribor nicht ändert oder sogar sinkt.
  • Das Zinsniveau entwickelt sich positiv, weil der 12-Monats-Euribor jährlich um 0,25 % steigt.
  • Die Prognose fällt optimistisch aus, weil der 12-Monats-Euribor jährlich um 0,50 % steigt.
  • Die Prognose ist sehr optimistisch, aber spekulativ, wenn eine Steigerung des 12-Monats-Euribors um 1,00 % pro Jahr angenommen wird.

Warum ist die Zinsentwicklung ein zweischneidiges Schwert?

Denken Sie daran: Mit einer positiven Entwicklung der Guthabenzinsen steigen auch die Darlehenszinsen. Diese wiegen weitaus schwerer.

Sie müssen also über steigende Guthabenzinsen nicht unbedingt jubeln, über sehr kleine Sparzinsen auch nicht jammern. Freuen Sie sich über sehr niedrige Darlehenszinsen, wenn Sie wirklich ein Haus kaufen oder bauen wollen.

Weitere wichtige Fakten zum Bausparvertrag

Ein Bausparprojekt mit Bausparvertrag und Darlehenstilgung kann 35 bis 40 Jahre laufen, doch es sind auch deutlich kürzere Laufzeiten möglich. Die reguläre Ansparphase mit staatlicher Förderung über die Bausparprämie liegt bei sechs Jahren.

Danach nehmen Sie das Bauspardarlehen auf, das durchaus 30 Jahre und auch noch etwas länger laufen könnte. Mit der Ansparphase haben Sie das Eigenkapital für Ihr Immobilienprojekt erwirtschaftet. Das ist der eigentliche Sinn des Bausparens.

Der Staat fördert es, weil dadurch Wohneigentum entsteht und die Menschen für ihr Alter vorsorgen. Die Banken profitieren davon, weil Bausparer sowohl mit ihrer Anspar- als auch mit der Tilgungsleistung in einen Pool einzahlen, aus dem die zuteilungsreifen Bauspardarlehen finanziert werden können.

Dieses Prinzip – das Sparen in der Gemeinschaft zum Zweck des Hausbaus – ist uralt. Man vermutet Vorläufer schon im alten Ägypten und China vor rund 3.000 Jahren.

Die Kündigung eines Bausparvertrages – Bausparvertrag kündigen

Ein Bausparvertrag – der erste der beiden Verträge, der nur dem Ansparen dient – muss für die Auszahlung des Bausparguthabens gekündigt werden, und zwar auch dann, wenn Sie das Guthaben ganz regulär und wie geplant zum Bauen verwenden. Er läuft sonst mit den vereinbarten Zinsen weiter.

Darüber hinaus ist eine vorzeitige Kündigung möglich, wenn Sie das Geld dringend für andere Zwecke benötigen. Das ist nicht zu begrüßen, doch manchmal geht es nicht anders. Wichtig zu wissen: Der Staat und die Banken haben hier Hürden eingebaut, damit Sie diese Entscheidung gut überdenken:

  • #1: Sie verlieren die schon gewährte und gutgeschriebene Bausparprämie. Sie wird von der Auszahlungssumme abgezogen.
  • #2: Sie verlieren Zinsvorteile eines Bausparvertrages wie die oben erwähnten, anfänglich sehr hohen Zinsen. Das angesparte Guthaben wird auf gewöhnliche, niedrige Zinsen heruntergerechnet.
  • #3: Sie zahlen an die Bank Gebühren für die vorzeitige Auflösung. Diese sind nicht niedrig. Je nach Zinsniveau und Zeitpunkt der Auflösung können diese Gebühren erwirtschaftete Zinsen auffressen.

Sie haben also durch die Kündigung etwas zu verlieren, doch ein wirkliches Drama ist sie auch nicht. Es läuft in etwa darauf hinaus, dass Sie so viel Geld aus Ihrer Einzahlung erhalten, als hätten Sie es unters Kopfkissen gesteckt – also die Sparsumme ohne Zinsen und staatliche Zuschüsse.

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