Cannabis Aktien 2019 – Empfehlungen & Prognose

Der Hype um Cannabis-Aktien ist momentan enorm hoch. Deswegen sind auch viele Aktien überbewertet. Das heißt, der Börsenkurs steht in keinem Verhältnis zum realen Unternehmenswert. Aus diesem Grund ist bei der Auswahl der einzelnen Cannabis Aktien hohe Vorsicht geboten.

Manche Experten rechtfertigen die Überbewertung der Aktien mit dem hohen Wachstumspotential der Branche. Die zu hohen Aktienkurse gelten als ein Versprechen an die Zukunft. In der Tat bietet der Cannabis-Markt langfristig nie da gewesene Wachstums- und Rendite Chancen.

Der Cannabis-Markt ist durch die Legalisierung vieler Länder ein neu entstehender Markt. Im Gegensatz zu anderen neu entstehenden Märkten muss dieser aber nicht neu erschlossen werden. Der Markt existiert seit Jahrzehnten auf dem Schwarzmarkt.

Das heißt, die Nachfrage ist da und muss nur bedient werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Cannabis-Markt weiter wachsen wird. Jedoch tummeln sich auf dem Markt mittlerweile enorm viele Firmen, von denen sich nur die wenigsten durchsetzen werden.

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Wichtig: Vor einem Aktienkauf genau informieren!
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Der Hype um Cannabis-Aktien begann Mitte 2017. Etwa zu diesem Zeitpunkt legalisierten immer mehr Länder Cannabis zu medizinischen Zwecken. Sogar in Deutschland ist Cannabis zur medizinischen Verwendung unter bestimmten Voraussetzungen legal. Auch viele einzelne Bundesstaaten der USA legalisieren Cannabis sogar für den privaten Genuss-Konsum.
Das hatte zur Folge, dass auch die Kurse der Cannabis-Aktien in die Höhe erschossen. Jede weitere Legalisierung hat ein höheres Marktpotential zur Folge.
Seit Mitte 2017 bis zum heutigen Zeitpunkt legten die Aktien der großen Cannabis-Firmen um mehrere 100 Prozent zu. Die Aphria-Aktie steigerte ihren Kurs um 180 Prozent. Um 200 Prozent legte die Aurora Cannabis-Aktie zu. Der Kurs der Canopy Growth-Aktie steigerte sich sogar um satte 330 Prozent. Viele Experten raten bei diesen extrem gestiegenen Kursen zu Gewinnmitnahmen.

Wer jedoch von dem Wachstumspotential der Branche und dem jeweiligen investierten Unternehmen überzeugt ist, der sollte nicht verkaufen. Trotz der enorm gestiegenen Kurse bietet diese Branche immer noch ein gigantisches Wachstumspotential. Bis jetzt haben nur eine handvoll Länder Cannabis überhaupt legalisiert.

Jedoch sollte jedem Anleger bewusst sein, dass mit steigenden Kursen auch das Risiko und die Volatilität der Aktien steigt. Den jungen Unternehmen fehlt es momentan einfach noch an Substanz, um die hohen Aktienkurse zu rechtfertigen. Geld in Cannabis Aktien sollte nur dann investiert werden, wenn es über einen längeren Zeitraum nicht gebraucht wird. Aufgrund der enormen Kursschwankungen muss man auch Tief-Phasen aussitzen können.

Der Kurs einer Aktie kann aber auch aus ganz anderen, unvorhersehbaren Gründen einbrechen. Die Aphria-Aktie brach im Herbst 2018 um circa 80 Prozent ein, da das Fehlverhalten von Aphria-Führungskräften in Bezug auf Übernahmeangebote bekannt wurde.

Das Wachstum der letzten beiden Jahre im Cannabis-Sektor registrieren auch andere Branchen. Besonders Getränkehersteller und Tabakunternehmen erhoffen sich neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Getränkefirma Constellation Brands hält 38 Prozent aller Anteile an Canopy Growth. Dieses Milliarden-Investment hat Canopy Growth einen Marktvorsprung verschafft, da die schnelle Expansion im sich neu entwickelnden Cannabis-Markt sehr wichtig ist. Eine Expansion erfordert jedoch hohe Geldmengen, die Canopy Growth wegen des Miliiarden-Deals mit Constellation Brands jetzt zur Verfügung stehen.
Auch andere Firmen wie Diageo, Molson Coors, Nova Scotia Liquor, Heineken und Coca-Cola verfolgen entsprechende Beteiligungsstrategien. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Milliarden-Deal mit einer Cannabis-Firma zustande kommt.

Vor allem der Wirkstoff CBD steht dabei im Fokus. Diese hat lediglich eine entspannende, aber keine berauschende Wirkung. Deswegen gilt er nicht als Droge. Altria, der Hersteller von Malboro, hat 45 Prozent der Cannabis-Firma Cronos übernommen. Die Aktienkurse von Cronos wiesen nach der Bekanntgabe dieses Deals ein starkes Wachstum auf.

Die überwiegende Anzahl aller großen Cannabis-Unternehmen stammt aus Kanada. In Kanada ist Cannabis für medizinische Zwecke schon seit dem Jahr 2001 legal. Seit Oktober 2018 ist der Konsum auch für private Zwecke legalisiert worden.

Dies gibt den kanadischen Firmen die Chance ihren Marktvorsprung zu erhöhen, bis Cannabis auch in anderen Ländern legalisiert wird. Experten vermuten, dass daher auch langfristig die größten Cannabis-Unternehmen aus Kanada stammen werden.

Besonders der US-Markt ist für die kanadischen Firmen interessant. Dieser bietet ein extrem hohes Marktpotential. In 9 Bundesstaaten ist Cannabis für den privaten Konsum legal. In 30 Bundesstaaten ist Cannabis für medizinische Zwecke legal. Laut Schätzungen soll Cannabis bis 2020 in 18 Bundesstaaten für den privaten Konsum legal sein. Das Marktpotential in den USA soll bei einer vollständigen Legalisierung 35–45 Milliarden Dollar betragen.

Die Bevölkerung in der USA spricht sich in einer großen Mehrheit für die vollständige Legalisierung von Cannabis aus. 68 Prozent sind dafür den privaten Konsum zu legalisieren. Sogar 90 Prozent sprechen sich für eine Legalisierung zu medizinischen Zwecken aus.

Nicht nur die Bevölkerung und die Cannabis-Unternehmen profitieren von einer Legalisierung. Bis 2021 sollen rund 4 Milliarden Dollar Steuern mehr eingenommen werden. Außerdem soll die Cannabis-Branche circa 400000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Man kann den aktuellen Hype um Cannabis-Aktien mit der Internetblase vergleichen. Nur sehr wenige Firmen setzen sich auf dem Markt durch. Die meisten Firmen verschwinden wieder oder werden aufgekauft. Deswegen ist ein Investment in Cannabis-Aktien mit einem hohen Risiko behaftet. Ein guter Indikator für ein langfristiges Bestehen einer Cannabis-Firma ist eine Allianz mit einer großen Firma aus einer anderen Branche.

Investition in Cannabis ETFs

Wer von dem langfristigen Wachstumspotential der Branche überzeugt ist, jedoch nicht das hohe Risiko tragen will, kann in Cannabis-ETFs investieren. In Deutschland sind momentan zwei Cannabis-ETFs handelbar.

ETFs sind Fonds, die breit gestreut in einen bestimmten Index oder Markt investieren. Bei dem Kauf eines ETFs erwirbt man nicht die Anteile einer bestimmten Firma, sondern profitiert von der durchschnittlichen Kursentwicklung aller Unternehmen der Branche. Dies bietet ein geringeres Risiko, aber auch eine geringere mögliche Rendite.

Überblick: Aktienkurs bei Tilray

Der Aktienkurs des kanadischen Cannabis-Unternehmens Tilray liegt momentan bei etwa 70 Dollar. Damit besitzt diese den höchsten Aktienkurs aller Cannabis-Unternehmen weltweit. Zwischenzeitlich lag der Kurs der Aktie bei etwa 300 US-Dollar. Dies würde einen Unternehmenswert von 28 Milliarden Dollar bedeuten. Dem stehen 28 Millionen Dollar Umsatz gegenüber. Dies zeigt die eklatante Überbewertung von Cannabis-Aktien. Besonders die Tilray-Aktie sollte daher mit hoher Vorsicht behandelt werden.

Vorsicht vor wertlosen Cannabis Aktien!

Die Cannabis-Branche wird momentan auch von vielen Betrügern ausgenutzt. Dabei werden Scheinfirmen gegründet, die in der Cannabis-Branche tätig sein sollen. Die Anteile dieser Firmen werden dann durch gezielte Falschmeldungen und Marketing in ihrer Bewertung enorm nach oben getrieben.

Dabei bringen dann die Käufe der Anleger den Betrügern viel Geld ein, obwohl die Aktien quasi wertlos sind. Diese Betrugs-Firmen sind meistens nicht an regulierten Börsen gelistet. Es hat sich außerdem herumgesprochen, dass besonders in Deutschland viele leichtgläubige Anleger zu finden sind. Deshalb sind viele dieser falschen Pressemeldungen in die deutsche Sprache übersetzt.

Wie werden sich Cannabis Aktien 2019 entwickeln? Prognose für Cannabis Aktien

Eine seriöse Prognose für die weitere Entwicklung der Branche lässt sich nicht abgeben. Es gibt zu viele Beeinflussungsfaktoren, die sich positiv oder negativ auswirken können. Da es viele Anbieter gibt, kann man nicht vorhersagen, wie hoch der Marktpreis für Cannabis in der Zukunft sein wird.

Durch den enormen Hype kann es sein, dass bald ein Überangebot an Cannabis entsteht. Dies kann sich negativ auf die Preise auswirken. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und die steuerlichen Fragen sind nicht klar geregelt. Das kann unter Umständen zu enormen Kursschwankungen führen.

In welche Unternehmen sollte man investieren?

Investieren sollte man zum jetzigen Zeitpunkt nur noch in Cannabis-Unternehmen, die über ein gewisses Marktvolumen verfügen. Diese Unternehmen sollten schon ein paar Jahre im Cannabis-Markt tätig sein und eine gewisse Marktführer-Rolle innehaben. Ein Investment in ein kleines Cannabis-Unternehmen wäre zum heutigen Zeitpunkt eine reine Spekulation mit nur geringen Aussichten auf Erfolg.

Überblick zum Weltmarktführer Canopy Growth

Der aktuelle Weltmarktführer in der Cannabis-Branche ist Canopy Growth. Die Marktkapitalisierung beträgt momentan etwa neun Milliarden Dollar. Im Gegensatz zu vielen anderen Cannabis-Unternehmen ist die Firma schon international tätig. Es gibt Produktionsstätten in Kanada, Australien, Spanien, Brasilien, Chile, Deutschland, Dänemark, Tschechien und Jamaika. Canopy Growth hat in Deutschland außerdem den Vaporizer-Hersteller Storz & Bickel übernommen.

Canopy Growth scheint durch die hohe Liquidität schneller, als andere Firmen expandieren zu können. Das Besetzen neuer Märkte ist für Unternehmen, die weltweit eine Marktführer-Rolle anstreben, essenziell. Der Getränkeriese Constellation Brands besitzt momentan 38 Prozent aller Anteile. Außerdem sicherte sich die Firma sogenannte Warrants. Warrants sind Rechte, die es dem Inhaber ermöglichen eine bestimmte Anzahl von Aktien innerhalb eines bestimmten Zeitraums erwerben zu dürfen. Der Inhaber kann diese Option ziehen, muss aber nicht. Sollte Constellation Brands alle bestehenden Warrants in Aktien umwandeln, würde der Anteil bei über 50 Prozent liegen. Dies würde eine Mehrheitsbeteiligung bedeuten und Constellations Brands hätte die Kontrolle über Canopy Growth.

Ich bin selbst in Canopy Growth investiert. Seitdem ist der Kurs um circa 50 Prozent gestiegen. Dennoch nehme ich meine Gewinne nicht mit, da ich davon überzeugt bin, dass die Kurse langfristig gesehen noch weiter steigen werden.

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