Caritas Angebot in Österreich – Projekte – Freiwilligenarbeit

Die vielen Seiten der Caritas – wobei die Einrichtung alles helfen kann

Die Caritas Österreich gehört zur 1903 gegründeten Caritas Internationalis, einer Hilfsorganisation der katholischen Kirche.

Den neun österreichischen Diözesen ist jeweils eine Caritas-Institution unterstellt. Sie untersteht direkt dem Diözesanbischof. Mit Stand Anfang 2019 arbeiteten bei der Caritas Österreich 15.648 hauptberufliche und etwa 50.000 ehrenamtliche Mitarbeiter.

Sie betreuen 36 Sozialberatungsstellen, 247 Flüchtlingsheime, 36 Beratungsstellen für Migranten, 34 Obdachloseneinrichtungen, 10 Mutter-Kind-Häuser und 48 Senioren- und Pflegehäuser. Es gibt noch weitere Einrichtungen für Arbeitsprojekte und sozialpsychiatrische Betreuungen.

Aufbau der Caritas Österreich

Die österreichische Caritas gliedert sich in die neun eigenständigen Organisationen unter Diözesenverantwortung, es sind finanziell eigenständige Einrichtungen.

Die zentrale Koordination übernehmen der derzeitige Präsident Michael Landau, sein Stellvertreter Christoph Schweifer und der Generalsekretär Bernd Wachter. Die einzelnen Organisationen sind in der Regel Vereine nach Kirchenrecht.

Sie sind den folgenden Diözesen zugeordnet:

  • Erzdiözese Wien
  • Diözese Feldkirch
  • St. Pölten
  • Burgenland
  • Graz-Seckau
  • Oberösterreich
  • Kärnten
  • Innsbruck
  • Salzburg

Die unterste strukturelle Ebene ist die Pfarrcaritas, wo Mitarbeiter die „tatkräftige Nächstenliebe“ praktizieren, indem sie Besuchsdienste, Benefizveranstaltungen, Seniorentreffen, Gesprächsgruppen, Caritas-Schaukästen, Flohmärkte, Ferienprogramme für Kinder, Flüchtlingshilfe, finanzielle Einzelhilfen, Haussammlungen und weitere Angebote organisieren.
Es gibt die Caritasbewegung in Österreich seit dem frühen 20. Jahrhundert, die Aufgaben wurden in den letzten über 100 Jahren immer vielfältiger.

Beratung und Hilfe durch die Caritas

Anfangs ging es um die Lebensmittelversorgung und ein christliches Begräbnis für die Ärmsten, später kamen Pflegedienste, die Familien-, Obdachlosen-, Flüchtlings- und Behindertenhilfe, die Sozialberatung, Mutter-Kind-Häuser, die Caritas-Läden, Beschäftigungsprojekte und die mobile Hospizarbeit hinzu.

Die Zahl der gegenwärtig (2019) betreuten Menschen dürfte bei rund 80.000 liegen. Im Ausland leistet die Caritas Katastrophen- und Entwicklungshilfe.

Finanzierung der Caritas Österreich

Die Caritas finanziert sich zu einem kleineren Teil (unter 10 %) aus Spenden, größere Beträge kommen von der öffentlichen Hand. Allerdings sind das weniger Subventionen und mehr Entgelte für Dienstleistungen, weil die Caritas beispielsweise im Pflegebereich staatliche Einrichtungen ergänzt.

Dennoch behält sie ihren Status als Hilfsorganisation, der sich unter anderem mit dem allgemeinen Interesse an ihren Leistungen begründen lässt. Auch das Finanzamt erkennt das an, die Caritas ist komplett von der Umsatzsteuer freigestellt.

Die Zahl der Spenden ist erheblich. Mit knapp 80 Millionen Euro ist die Caritas in Österreich die Non-Profit-Organisation, welche das höchste Spendenaufkommen generiert.

Der Präsident der Caritas Michael Landau

Dr. Michael Landau (*1960 in Wien) wurde 2013 der österreichische Caritas-Präsident. Er ist katholischer Geistlicher, wurde 1992 zum Priester geweiht und promovierte 1999. Ab 1995 hatte er die Caritas Wien geleitet. Dr. Landau wurde vielfach ausgezeichnet und genießt national und international höchstes Ansehen.

Projekte der Caritas

Die einzelnen Caritas-Projekte strukturieren sich im Wesentlichen wie folgt:

  • Beratung
  • Pflege
  • Hospiz
  • Kinder & Familie
  • Obdach
  • Arbeit
  • Asyl und Integration
  • Behinderung und Zusammenleben

Ein wichtiges Beispiel, wie die Caritas im Detail tätig wird, ist ihre Sozialberatung. An diese können sich Menschen in finanziellen und sozialen Notlagen wenden. So eine Notlage betrifft niemals nur die Person selbst, sondern immer auch ihr Umfeld, weshalb die Sozialberatung eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist.

Die SozialarbeiterInnen der Caritas suchen nach Lösungen und motivieren zur Selbsthilfe. Staatliche Leistungen ersetzt die Caritas hingegen nicht.

Ihr Angebot umfasst:

  • Beratung zu sozialrechtlichen Ansprüchen
  • Beratung zum Fremdenrecht und zu Sozialleistungen für Asylsuchende
  • Informationen zur sozialen Landschaft im Einzugsgebiet der jeweiligen Diözese
  • Weitervermittlung an staatliche Stellen oder spezialisierte Einrichtungen
  • Erarbeitung von Haushaltsplänen
  • Vermittlung von weiterführenden Leistungen wie Energieberatung, Sachspenden, Kulturpass
  • Sach- und Finanzhilfen im Rahmen der eigenen Möglichkeiten

Bei der Hilfe zur Selbsthilfe orientiert sich die Caritas an den Ressourcen der betreffenden Person, die volljährig sein und ihren Wohnsitz im Einzugsgebiet der Caritas-Einrichtung haben muss.

Hierfür ist der Meldezettel vorzulegen. Die Caritas-Beratungen sind kostenlos. Spezielle Gruppen wie AsylbewerberInnen werden auch an Partnereinrichtungen (in diesem Fall Asylzentren) weitervermittelt.

Leistungen der Caritas für Obdach & Wohnen

Für Obdachlosigkeit gibt es viele Gründe. Die Caritas passt ihre Hilfe an die individuellen Gegebenheiten einer betroffenen Person und an ihr Tempo an. Das Spektrum der Hilfsangebote ist breit.

Für die medizinische Versorgung fährt beispielsweise in Wien der Louisebus durch die Stadt. In ihm ist ein Team von Ärzten und Sanitätern unterwegs, das kostenlose Hilfe bei gesundheitlichen Problemen leistet.

Der Bus fährt an fünf Tagen pro Woche verschiedene fixe Plätze an, um obdachlosen Menschen zu helfen, die von allein den Weg in die Ambulanz oder eine Ordination nicht mehr schaffen. Die Hilfe wird unbürokratisch auch ohne Krankenschein gewährt.

Der Canisibus wiederum ist ein Suppenbus, der jeden Tag (durchweg) Obdachlosen Brot und eine heiße Suppe bringt. Aktuell versorgt er in Wien rund 450 Personen, die oft keine andere warme Mahlzeit erhalten.

Es gibt natürlich mehrere solcher Essensbusse, die den Obdachlosen Sicherheit gewähren und täglich stets die gleichen Plätze anfahren. Für die Menschen, die hier versorgt werden, ist die Begegnung auch ein wichtiger sozialer Kontakt.

Diese Arbeit ist nur durch die freiwillige Mitarbeit von HelferInnen und durch Spenden möglich. Es kann sich dabei um Geld- oder Sachspenden handeln. Gefragt sind haltbare Lebensmittel wie Faden- und Spiralnudeln, griffiges Mehl, Langkornreis, Mais- oder Kartoffelstärke, Haltbar-Milch, pflanzliches Öl, Gewürze und einzeln verpackte Süßigkeiten, weiters frische Kräuter und auch einiges an Zubehör wie Taschentücher, Geschirr, leere Gurkengläser (ausgewaschen) mit Deckel sowie weitere Behältnisse aller Art.

Hilfe der Caritas für Arbeit & Beschäftigung

Arbeit sichert nicht nur den finanziellen Lebensunterhalt, sondern bedeutet auch Anerkennung und einen gesteigerten Selbstwert. Sie stabilisiert uns sozial und gesundheitlich, zudem schafft sie Lebensperspektiven. Daher hilft die Caritas bei Arbeitslosigkeit unter anderem mit einem befristeten Arbeitsplatz beim SÖB (Sozialökonomischer Betrieb der Caritas).

Von dort aus schaffen viele der eingestellten Frauen und Männer wieder den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt. Die Arbeiten sind unter anderem Instandhaltungsarbeiten, Räumungen und Möbelabholungen, die Grünflächenpflege, Holzarbeiten in der Tischlerei, Lagerarbeiten, Textilsortierung, Verkaufstätigkeiten, Möbelmontage und -demontage, Bürohilfsdienste, Maler- und Lackierarbeiten, Reinigung und Gastronomie.

Vor der Vermittlung einer solchen Arbeitsstelle berät die Caritas die Betroffenen und startet mit diesen dann ein maximal achtwöchiges Arbeitstraining mit je 16 bis höchstens 25 Wochenstunden.

Dabei werden weiter die Bezüge vom Sozialamt und/oder vom AMS gezahlt. Anschließend können die Personen in ein maximal sechsmonatiges Dienstverhältnis einsteigen. Der Verdienst richtet sich nach dem Caritas- oder dem Branchen-Kollektivvertrag. Zum Angebot gehören:

  • Einschulung und Arbeitsanleitung
  • individuelle, an den Stärken orientierte Personalentwicklung
  • Unterstützung durch BeraterInnen und SozialarbeiterInnen
  • Möglichkeit zur Weiterbildung
  • parallele Unterstützung bei der Suche nach einem regulären Job

Das Ziel der Beratung und Unterstützung in diesem Bereich besteht darin, durch eine mit der Arbeitspraxis gekoppelte Beratung die Menschen wieder ins reguläre Arbeitsleben zu integrieren beziehungsweise in eine zielführende Weiterbildung zu vermitteln.

Damit lässt sich auf Dauer ein regelmäßiges Einkommen generieren, das zu einem selbstbestimmten Leben führt. Teilnehmende waren im letzten Jahr beim AMS für insgesamt vier Monate arbeitslos gemeldet oder beziehen die vollständige bedarfsorientierte Mindestsicherung. Das AMS gewährt eine Zubuchung zur Unterstützung der Caritas, die der/die Arbeitssuchende beantragen muss.

Wie können sich Menschen freiwillig in der Caritas engagieren?

Die Caritas wirkt im Jahr 2019 an insgesamt 1.600 Schauplätzen in ganz Österreich. Praktisch alle der oben beschriebenen Hilfsangebote funktionieren durch das ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die in Obdachloseneinrichtungen, in Lerncafés oder in Pflegewohnheimen tätig sind. Solche Menschen werden gesucht.

Wer regelmäßig einige Stunden erübrigen kann, hilft in verschiedensten Bereichen:

  • Lebensmittelausgabestellen
  • Besuche bei älteren Personen
  • Nachhilfe
  • Unternehmungen mit behinderten Menschen
  • Internet-Unterstützung

Es wird bei der Caritas jede helfende Hand gebraucht, weshalb sich Menschen gern einfach melden können. Die MitarbeiterInnen der Caritas unterbreiten dann Vorschläge, wo ihre Unterstützung am ehesten gefragt ist. Das richtet sich auch nach persönlichen Talenten und Fähigkeiten.

Hilfe für Kinder und Jugendliche

Die Caritas hilft Kindern und Jugendlichen, indem sie deren Eltern bei Erziehungsfragen unterstützt, einen geeigneten Kindergarten oder einen Ausbildungsplatz ausfindig macht und auch als Zufluchtsort für gestresste Kinder und Jugendliche dient. Sie bietet den Jugendlichen Beschäftigungsprojekte an und unterstützt sie beim Lernen in Lerncafés.

Hilfe für Personen mit Behinderung

Ein Mensch mit einer Behinderung möchte ungehindert leben, stößt aber in seinem täglichen Leben auf zahllose Hindernisse.

Die Caritas möchte diese abbauen. Ihre Angebote richten sich an geistig und körperlich gehandicapte sowie an psychisch kranke Personen. Sie umfassen die folgenden Bereiche:

  • Beschäftigung
  • Wohnen
  • Ausbildung
  • Beratung
  • Freizeit

Daneben wirkt die Caritas im politischen Raum. Als Einrichtung der katholischen Kirche bekämpft sie Vorurteile und Diskriminierungen. Sie fördert die Inklusion und betrachtet alle Menschen als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft.

Forderungen der Caritas zielen auf mehr Barrierefreiheit und auf gleiche Gesetze in diesem Bereich in allen österreichischen Bundesländern auf der Grundlage der UN-Menschenrechtskonvention. Zudem fordert die Caritas ein Abtreibungsverbot nach dem dritten Schwangerschaftsmonat nach dem Feststellen einer Behinderung des Fötus’. Bislang ist die Abtreibung in solchen Fällen bis kurz vor der Geburt erlaubt.

Wer sich für die Arbeit der Caritas im Detail interessiert, kann sich auf www.caritas.at genauer informieren.

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