Freiberufler & Liste für freie Berufe & Selbstständigkeit in Österreich – Voraussetzungen, Scheinselbständigkeit, Förderungen, Steuern

Wie wird der Begriff “Freiberufler” in Österreich definiert?

Freiberufler sind für den Gestzgeber selbständig tätige Personen, die aber im Gegensatz zu Gewerbetreibenden einige spezifische Merkmale aufweisen. Das erste Mermal besteht darin, dass die Tätigkeit der Freiberufler einen Diensteistungsberuf darstellt.

Außerdem erfordert dieser Beruf spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten. Draüber hinaus unterliegt der von einem Freiberufler ausgeübte Beruf nicht der Gewerbeordnung. Deshalb ist der Erwerb eines Gewerbescheines nicht erforderlich.

Aber eine Anmeldung beim Finanzamt als Freiberufler ist dennoch erforderlich, weil das Finanzamt letztendlich entscheidet, ob der jeweilige Beruf zur Kategorie “freie Berufe” gehört oder nicht. Meistens entscheidet er sich dafür dann, wenn es sich um eine wissenschaftliche, künstlerische, unterrichtende, erzieherische oder schriftsteerische Tätigkeit handelt.

Tipp: Eine gute Übersicht zum Thema “Benötige ich für meinen Beruf eine Gewerbeberechtigung” gibt es im WKO Ratgeber auf https://www.wko.at/service/wirtschaftsrecht-gewerberecht/Taetigkeiten-ohne-Gewerbeberechtigung-FAQ.html zum Nachlesen, dort ist das Thema Freiberufler Liste bzw. “Tätigkeiten ohne Gewerbeberechtigung” umfassend erläutert.

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Wichtig: Vor dem Start in die Selbständigkeit zum Thema Gewerbeberechtigung informieren!
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Gibt es eine Liste der typischen freien Berufe?

Ja die gibt es, wobei sie fein ifferenziert ist. Es gibt sogenannte Tätigkeitsberufe, Katalogberufe und katalogähnliche Berufe. Zur Kategorie “Tätigkeitserufe” werden künstlerische, wissenschaftliche und schriftstellerische Tätigkeiten gerechnet.

Wer als Arzt, Zahnarzt, Tierarzt oder Physiotherapeut arbeitet, gehört zur Kategorie “Katalogberufe”. Zu dieser Kategor

ie gehören auch Hebammen, Diplompsychologen und Heilpraktiker. Katalogähnliche Berufe erfordern eine höhere Ausbidung als Katalogberufe. Dazu gehören Werbetexter, Modedesigner, Masseur, Fotodesigner, Dirigent, Reitlehrer und Ergotherapeut. Aber wie gesagt, die endgültige Zuordnung einer bestimmten Berufsgruppe nimmt immer das Finanzamt vor.

Scheinselbständigkeit

Darunter versteht man ein Verhältnis, bei dem ein Vertreter eines freien Berufes hauptsächlich für einen einzigen Auftraggeber tätig wird und de facto seinen Weisungen folgt. Wenn er dazu noch 5/6 seiner Honorare von einem Auftraggeber bekommt, kann sich das Finanzamt einschalten und den Auftraggeber verpflichten, Soziaabgaben für den Auftragnehmer zu zahlen. Auch der Auftragnehmer kann verpfichtet werden, Sozialabgaben wie ein Angestellter zu bezahlen.

Förderungen

Es gibt in Österreich unterschiedliche Förderungen für Freiberufler. So kann man vom Gründerservice eine Befreiung von Gebühren bekommen, die sonst bei der Neugründung anfalen würden. Aber die genauen Bedingungen muss man vor Ort in der Stadtverwaltung klären, denn hier gibt es Einzelheiten für jeden Beruf und jeden Ort.

Welche Steuern und Abgaben müssen Selbständige zahlen?

Meistens müssen Freiberufler ähnliche Steuern wie Selbständige zahlen, mit Ausnahme deer Gewerbesteuer. Aber genaues muss man mit seinem Steuerberater vor Ort klären. Wenn man keinen Steuerberater hat, sollte man einen besuchen. Dabei empfiehlt es sich, alle Fragen im Voraus aufzuschreiben, weil es das Klären der Fragen beschleunigt. Dies ist sehr wichtig, weil eine Stunde des Steuerberatwers 60-120 Euro kostet.

Auch Sozialabgaben sind nicht zu vergessen. Zu diesen gehören die Krankenversicherung und die Alersversicherung für Freiberufler. Außerdem kann es sein, dass auch eine Haftpflichtversicherung für das gemietete Büro notwendig wird. Uns Sicherheitshalber sollte man auch eine Berufsunfähigkeitversicherung abschließen.

Was ist noch wichtig zu beachten?

Manche Menschen machen ihre Ausbildung im Ausland. Wenn der freie Beruf, den sie später ausüben möchten, die im Ausland erworbene Ausbildung erfordert, muss man noch einen Nostrifikationsbescheid holen. Nicht weniger wichtig ist es, sich im Voraus (zum Beispiel über Bekannte) einen Kundenstamm aufzubauen. Denn die Höhe der Einkünften bei Freiberuflern ist von der Anzahl der Aufträge abhängig. Und diese hängt wiederum sowohl von der Qualifikation des Freiberufers als auch von seiner Bekanntheit ab.

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