Fremdfinanzierung — Droht die Zinswende?

Wer sich in diesen Tagen für die Aufnahme eines Kredits entscheidet, hat dabei die niedrigen Zinsen vor Augen.

Diese sorgen aktuell für eine lohnende Ausgangssituation, welche für viele Menschen in Österreich die Finanzierung der eigenen Träume in greifbare Nähe rückt. Doch wie lange wird es noch möglich sein, von der Gunst der Stunde zu profitieren?

Zahl der Kredite stark gestiegen

Rund 20 Prozent der Menschen in Österreich verfügen inzwischen über Verbindlichkeiten in Form eines Kredits. Der klassische Ratenkredit mit freier Verwendung macht dabei nur einen Teil der Finanzierungen aus, welche von Hausbanken und seriösen Anbietern im Internet zur Verfügung gestellt werden. Hier finden Sie alle wichtigen Finanzierungsarten im Überblick.

Besonders auf der privaten Ebene wird die aktuelle Situation in der Finanzwelt als Chance verstanden, um sich selbst um eine Fremdfinanzierung zu kümmern. Noch nie war es in den letzten Jahrzehnten möglich, derart günstig an Kapital zu kommen und auf diese Weise geplante Anschaffungen in die Tat umzusetzen.

Stockfoto-ID: 145672226 Copyright: Rawpixel.com/Bigstockphoto.com

Wichtig: Vorab informieren!
Stockfoto ID 5672226 Copyright: Rawpixel.com/Bigstockphoto.com

Sicherheit bis Herbst 2019

Entscheidend für die aktuelle Lage der Verbraucher bleibt der Kurs der EZB. Sie besitzt die Möglichkeit, nach Einschätzung der Situation die Leitzinsen wieder zu erhöhen, was die Lage am Kreditmarkt umkehren würde.

Nach den jüngsten Äußerungen ist davon auszugehen, dass mindestens bis in den Herbst 2019 noch der historisch niedrige Leitzins in Österreich und der gesamten Eurozone vorherrscht. Doch bereits seit Jahren spekulieren Experten darauf, dass die Zinswende eingeleitet wird und damit aus Sicht der privaten Verbraucher wieder das klassische Sparen in den Vordergrund rückt. Dieser Schritt wurde von Teilen der Szene bereits im Jahr 2015 als “überfällig” bezeichnet.

Die Sollzinsbindung als Chance

Besonders bei höheren Verbindlichkeiten, wie einer Hypothek, spielt der Blick in die Zukunft eine wichtige Rolle. Der aufgenommene Kredit wird im Laufe von Jahrzehnten zurückgezahlt. Eine Verschiebung der Zinssituation könnte dazu führen, dass das monatliche Einkommen gar nicht mehr ausreicht, um die Kosten des Kredits zu decken.

Aus diesem Grund entscheiden sich viele Bauherren dafür, die Klausel der Zinsbindung in den Vertrag einzubauen. Diese schreibt fest, über welchen Zeitraum der Kreditgeber nicht dazu in der Lage ist, die fälligen Zinsen zu erhöhen.

Wer sich für die Nutzung der Zinsbindung entscheidet, muss damit zunächst einmal kleine Mehrkosten auf sich nehmen. Auf der anderen Seite ist es dadurch möglich, finanzielle Planungssicherheit zu erlangen.

Sofern sich das monatliche Einkommen auch in den kommenden Jahrzehnten auf dem gleichen Niveau bewegt, bietet sich weiterhin die Möglichkeit, problemlos mit der Tilgung des Kredits fortzufahren. Genau diese Absicherung ist es, die in den Augen vieler Kreditnehmer eine wichtige Rolle spielt, wenn sie sich für den Weg in die eigenen vier Wände entscheiden.

Während der Bauboom durch die aktuelle Lage der Finanzwelt erst möglich war, werden Sparer mit Argwohn über die verpassten Zinsen nachdenken, die sie mit ihren Einlagen in den letzten Jahren hätten erzielen können. In der Gesamtheit lohnt es sich noch immer, die Fremdfinanzierung als günstiges und zeitgemäßes Mittel in Betracht zu ziehen. Denn die Zinswende selbst ist noch immer nicht in Sicht. So kann diesem Vorhaben auf der Basis von Fremdkapital vorerst keine Grenze gesetzt werden.

Deine Meinung ist uns wichtig

*