Geldprobleme – Ich kann meine Schulden nicht zahlen – Schuldenfalle

In Österreich sind die meisten Haushalte glücklicherweise nicht von der Schuldenfalle bedroht. Sehr viele Menschen haben hierzulande gar keine Schulden.

Dennoch gibt es viele Haushalte, die massiv in die Schuldenfalle geraten sind und nicht mehr wissen, wie sie wieder hinauskommen sollen. Doch was passiert eigentlich, wenn man Schulden hat und diese nicht bezahlen kann und wie kommt man aus der Schuldenfalle schnell wieder hinaus?

Ursachen für Schulden

Die Ursachen für Schulden sind natürlich sehr vielfältig. Die Fälle unterscheiden sich dabei oft sehr stark voneinander. Meist entstehen die Schulden jedoch durch Kreditverpflichtungen, die zum Beispiel durch eine dauerhafte Kontoüberziehung zustande kommen.

Oft werden auch zusätzlich noch Kredite aufgenommen, die für Neuanschaffungen wie das Auto, Möbel oder Elektronik verwendet wurden. Natürlich spielen oft auch die Zinsen für den beantragten Kredit eine Rolle oder ein plötzlicher Jobverlust, Krankheit usw.

Ebenfalls kommt es oft durch andere Ereignisse wie Trennungen, Scheidungen oder Unterhaltszahlungen zu Schulden. Das finanzielle Einkommen ändert sich in solchen Fällen dramatisch, doch die Lebenshaltungskosten bleiben meist gleich hoch. Die meisten Menschen haben Schwierigkeiten damit, ihren Lebensstandard zu reduzieren.

Natürlich kann auch eine Alkohol- oder Spielsucht sowie eine Drogenabhängigkeit in die Schuldenkrise führen.

Auch Selbstständigkeit kann eine Gefahr für Schulden sein. Selbstständige geraten sehr schnell in die Schuldenfalle, da ihre Einkünfte meist schwanken. Bleiben Aufträge aus oder zahlen Kunden nicht pünktlich, kommt es zu Problemen. Ohne einen finanziellen Polster wird es dann sehr schwierig.

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Wichtig: Rechtzeitig beraten lassen und zu Schulden informieren!
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Man kann also nicht sagen, weshalb man in die Schuldenfalle geraten ist, denn manchmal passieren unvorhersehbare Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat und die nicht nur das Leben selbst, sondern auch das Einkommen verändern können.

Der Teufelskreis beginnt…

Hat man erst einmal Schulden angehäuft, ist es oftmals nicht so einfach wieder aus dem Teufelskreis zu kommen. Ohne fremde Hilfe ist es für viele Menschen kaum möglich, sich aus der Situation wieder befreien zu können. Die Banken verlangen die ausstehenden Raten natürlich weiterhin und verrechnen noch Mahngebühren dazu. Der bestehende Dispo wird eventuell sogar noch gekürzt. Zinsen, die auf die Kreditsummen laufen, laufen ebenfalls weiter. Wie soll man diese Schulden dann noch abbauen?

Wenn bereits bestehende Kredite weiterhin aufgestockt werden oder das Limit erhöht wird, kann die Situation noch gefährlicher für den Kreditnehmer werden. Auch wenn man nun kurzfristig wieder Geld zur Verfügung hat, entstehen immer höher werdende Zinsen, die langfristig gesehen natürlich zurückbezahlt werden müssen.

Mit Zahlungen im Rückstand zu sein, kann teuer werden

Wer mit Zahlungen im Rückstand ist, dem werden meist Spesen aufgebürdet. Bereits bei der ersten Mahnung, zahlt man mehr, als für die eigentliche Rechnung. Bei plötzlichen Zahlungsproblemen sollte man daher sofort mit der Bank sprechen und eine Lösung suchen.

Wer sein Girokonto beispielsweise dauerhaft überzieht, kann mit teuren Überziehungszinsen von bis zu 13,25 Prozent rechnen.

Dazu kommen auch noch etwa 5 Prozent an Strafzinsen. Aus diesem Grund sollte man beispielsweise mit der Bank über den Überziehungsrahmen sprechen. Ein überzogenes Konto kann zum Beispiel durch eine monatliche Rate ausgeglichen werden. Mit der Bank sollte eine leistbare Ratenhöhe vereinbart werden sowie ein bestimmter Rückzahlungszeitraum.

Die gefährlichen Schulden

Wenn man bereits einige unterschiedliche Schulden angehäuft hat, kann es durchaus passieren, dass man dabei den Überblick verliert. In solch einer Situation muss man unterscheiden, welche Schulden dabei besonders gefährlich sind. Gefährlich Schulden sind die Art von Schulden, bei denen ein Nichtbezahlen besonders unangenehm werden kann…

Miete, Kosten für die Heizung sowie Strom- und Gaskosten sollten immer rechtzeitig bezahlt werden. Wenn man hier im Rückstand ist, wird natürlich zuerst einmal gemahnt. Früher oder später droht einem jedoch die Delogierung. Sollten Strom- und Heizungskosten nicht bezahlt werden, wird man früher oder später im Dunklen sitzen müssen.

In solchen Situationen hat es keinen Sinn, Regelungen für übrige Schulden zu finden, denn die Zahlungen von Miete, Strom und Gas sowie der Heizung haben stets Vorrang. Die Existenz muss daher zuerst gesichert sein.

Auch Alimente müssen bezahlt werden, wenn man unterhaltspflichtig ist. Wer beispielsweise nach einer Scheidung für die Ex-Frau oder ein Kind bezahlen muss, sollte diese Leistungen ebenfalls rechtzeitig bezahlen.

Die Verletzung der Unterhaltspflicht wird strafrechtlich verfolgt. Unter Umständen droht sogar Gefängnis. Diese Art von Schulden sind zudem die einzigen Schulden, bei denen bis zu 25 Prozent des Existenzminimums gepfändet werden darf.

Bei Polizei- und Verwaltungsstrafen, die man beispielsweise für falsches Parken oder für eine Geschwindigkeitsüberschreitung erhält, sollte man ebenfalls genau sein. Die Strafen verjähren innerhalb einer Frist von 3 Jahren. Die Polizei versucht daher, vor Ablauf der Frist zu dem Geld zu kommen. Im schlimmsten Fall steht die Polizei vor der Haustüre und fordert einem dazu auf, die Strafe zu bezahlen oder ersatzweise in Haft zu gehen.

Sollte man die Versicherung für seinen Kraftwagen nicht bezahlen, wird nach mehrfacher Mahnung ebenfalls die Polizei vor der Türe stehen und die Nummerntafeln fordern. Es kommt zu einem sogenannten Aufhebungsverfahren, das mit Kosten verbunden ist.

Wenn das Konto bei der Bank überzogen wird, kann die Bank den gesamten offenen Betrag sofort einfordern. Ist der Ausgleich nicht möglich, darf sie alle Eingänge einbehalten, auch wenn diese theoretisch unpfändbar sind. Das heißt, dass auch das Arbeitslosengeld und die Familienbeihilfe einbehalten werden darf. Die Bank ist nun nicht mehr dazu verpflichtet, Geld von dem Konto auszubezahlen oder Daueraufträge durchzuführen.

Wer auf Raten kauft und diese Raten nicht mehr bezahlen kann, wird ebenfalls einige Mahnungen bekommen. Die eigentlichen Schulden werden durch Mahngebühren und Spesen natürlich jedes Mal teurer. Ist die höchste Mahnstufe erreicht, wird die Sache vor Gericht landen und man darf zusätzlich noch die Gerichtsgebühren bezahlen.

Was passiert wenn der Kredit nicht mehr zurückbezahlt werde kann?

Es gibt unterschiedliche Maßnahmen, die erfolgen, wenn der Kreditnehmer seinen Kredit nicht mehr zurückbezahlen kann. Bei Zahlungsproblemen kann unter Umständen eine Ratenreduktion bei Laufzeitverlängerung vereinbart werden. Die Zinsbelastung des Kredits wird dadurch jedoch heraufgeschraubt.

Eine oder mehrere Raten können auch gestundet werden. Durch eine schriftliche Vereinbarung kann die Rate für eine bestimmte Zeit einfach ausgesetzt werden. Je nach Bank beträgt dieser Zeitraum bis zu maximal 12 Monaten. Die Zinsen laufen jedoch üblicherweise weiter.

Sollte man seine Schulden am Ende gar nicht mehr bezahlen können, bleibt nur noch der Weg in den Privatkonkurs.

Der Privatkonkurs

Wer einen Schuldenberg angehäuft hat und Privatkonkurs angemeldet hat, muss auf diesen vorbereitet sein. Für Betroffene ist der Privatkonkurs keine einfache Sache, sondern nervenaufreibend. Mit einem Privatkonkurs ist man dazu bereit, harte Gesetzesauflagen zu erfüllen, damit man sich seinen Schulden endlich entledigen kann. Über die Konsequenzen sollte man jedoch genau nachdenken, bevor man den Antrag stellt.

In der Praxis wird der Privatkonkurs nur von Schuldnern gestellt. Theoretisch kann den Antrag jedoch auch ein Gläubiger stellen. Bestimmte Voraussetzungen sind jedoch notwendig, um einen Insolvenzantrag zu stellen. So muss der Antrag zum Beispiel ein Vermögensverzeichnis beinhalten. Auf diesem werden vom Schuldner alle Einkünfte, laufenden Kosten, Verpflichten gegenüber Dritte usw. aufgelistet.

Darüber hinaus muss es auch ein Gläubigerverzeichnis geben. Eine Bescheinigung, dass ein Verfahren vermutlich durch den Schuldner und seine Einkünfte gedeckt werden kann, muss beigelegt werden.

Die Verfahrenseröffnung wird in der Ediktsdatei veröffentlicht. Alle Forderungen, müssen darin innerhalb einer bestimmten Frist angemeldet werden. Bereits unmittelbar nach der Eröffnung des Verfahrens gibt es eine Erleichterung für den Schuldner: Weitere Zinsen fallen nun nicht mehr an. Auch Gerichts- und Exekutionsverfahren werden nun unterbrochen.

Schulden am besten gleich vermeiden

Natürlich ist es am besten, Schulden gleich zu vermeiden. Bevor man einen Kredit aufnimmt, sollte man daher überprüfen, ob man die Rate auch tatsächlich zurückbezahlen können wird. Geringere Einkünfte müssen daher mit einkalkuliert werden. Darüber hinaus sollten die Konditionen der Kreditgeber miteinander verglichen werden.

  • Auch das Führen von einem Haushaltsbuch ist eine gute Idee, da man dadurch einen besseren Überblick bekommt. Hierfür reicht ein Buch, eine Software oder eine einfache Exceltabelle. Wer sich seine regelmäßigen Ausgaben genau ansieht und diese im Auge behält, hat schon viel gewonnen.

Fazit:Wer Schulden hat, sollte versuchen, diese so schnell wie möglich wieder zu tilgen. Wenn dies nicht möglich ist, sollte man in jedem Fall das Gespräch mit dem Kreditinstitut, der Bank oder anderen Gläubigern suchen.

Vor allem Zahlungen für Miete, Strom, Gas und Heizung sollten immer rechtzeitig bezahlt werden, da es sonst sehr unangenehm werden kann. Wenn alle Stricke reißen, bleibt einem noch der Privatkonkurs. Davor sollte man sich jedoch eindringlich mit der Materie beschäftigen und sich über alle Konsequenzen informieren.

Am besten ist es natürlich, gar keine Schulden anzuhäufen und seine Ausgaben genau im Überblick zu haben. Notfalls hilft ein Schuldenberater weiter und kann gemeinsam mit dem Schuldner einen Plan aus der Schuldenfalle finden.

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