Geringfügigkeitsgrenze 2019 in Österreich – Höhe, Beispiele

In Österreich richtet sich die Steuerlast nach dem Einkommen. Durch eine Steuerreform erhöhte sich die Zahl der Steuerklassen von vier auf sieben. Das Ziel lag hierbei den unterschiedlichen Steuerklassen gerecht zu werden.

Jedoch eines blieb gleich. Solange keine bestimme Einkommensgrenze erreicht wird, müssen weder Sozialversicherungsbeiträge noch Steuern entrichtet werden. Diese Grenze wird als Geringfügigkeitsgrenze bezeichnet.

Diese Grenze hat für zahlreiche Personengruppen eine Bedeutung, die ganz bewusst und freiwillig dieses Beschäftigungsverhältnis haben. In einigen Situationen darf kein höherer Verdienst erwirtschaftet werden, ohne dabei andere Nachteile zu riskieren. Für das Jahr 2019 beträgt die Geringfügigkeitsgrenze 446,81 Euro pro Monat.

Erklärung zur Geringfügigkeitsgrenze in Österreich

Diese Grenze wird auch häufig als Zuverdienstgrenze bezeichnet. Dies ist aus Versicherungsgründen sehr wichtig. Wenn man einen Mini- oder Nebenjob ausübt, welcher im Sinne der Geringfügigkeitsgrenze ist, dann muss man angemeldet sein und ist somit auch unfallversichert. Weitere Details gibt es bei der Gebietskrankenkasse.

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Wichtig: Gehalt und Zuverdienstgrenzen beachten!
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Hierbei können die Leistungen für Pensionsversicherung bzw. Krankenversicherung ergänzt werden, zudem ist zum Beispiel eine Selbstversicherung günstig möglich. Die Kosten für eine Unfallversicherung muss der Arbeitgeber bezahlen. Dadurch gilt, bei einer geringfügigen Beschäftigung: brutto = netto.

Was bedeutet diese Grenze?

Die einfachste Erklärung lautet wohl folgendermaßen: Die Einkünfte sind so niedrig, dass der Bruttobetrag dem Nettobetrag entspricht. Dementsprechend stellt sich bei der Geringfügigkeitsgrenze nicht die Frage nach brutto oder netto.

Das ist nur möglich, wenn man keine Abgaben leisten muss. Bei der Lohnsteuer ist die Unterschreitung dieser Grenze nicht all zu schwer. Hier müssen nach Abzügen der Sozialversicherungsbeiträge und Sonderausgaben immer noch mehr als 11.000 Euro ein Einkommen pro Jahr übrig bleiben. Daher ist der entscheidende Faktor bei der Geringfügigkeitsgrenze die Sozialversicherungsabgabe.

Das Einkommen muss unterhalb des Wertes liegen, wo die Pflicht zur Sozialversicherungsabgaben begründet ist. Diese Grenze beläuft sich auf ungefähr die Hälfte der Einkommenssteuer. Außerdem können bei der Grundlage für die Bemessung weniger Abzüge verbindlich sein.

Für wenn ist diese Grenze besonders wichtig?

Wer gezwungenerweise einer geringfügigen Arbeit nachgeht, der weiß in der Regel über diese Grenze Bescheid, da kein normaler Verdienst, zumindest temporär nicht möglich ist. Viele Österreicher bzw. Österreicherinnen wollen sich im Rahmen dieser Grenze bewegen. Diese Personengruppen sind zum Beispiel:

  • Bezieher/innen von Kinderbetreuungsgeld
  • Bezieher/innen von Arbeitslosengeld
  • Bezieher/innen von Korridorpension

Die Geringfügigkeitsgrenze beim Kinderbetreuungsgeld

Bei den vier Varianten dürfen 60% des letzten Verdientes trotz Karenz bezogen werden. Dagegen kommt beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld die Geringfügigkeitsgrenze zum Tragen. Denn bei diesem Modell darf man nicht mehr als die Grenze von 446,81 Euro dazu verdienen.

Sollte während des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld weiterhin geringfügig gearbeitet werden, dann ist es entscheidend, wer der Arbeitgeber ist. Wenn eine Beschäftigung beim eigentlichen Arbeitgeber mit geringerem Verdienst fortgesetzt wird, dann stellt dies keine Probleme dar. Sollte man aber die Geringfügigkeit in einem anderen Unternehmen nutzen, dann muss die Karenz gebende Firma darüber informiert werden.

Die Geringfügigkeit und die Korridorpension

Bei einer normalen Pension stellt ein uneingeschränkter Zuverdienst keine Probleme dar. Dieser zusätzliche Einsatz kann die Ansprüche sogar noch erhöhen. Beim Bezug der Korridorpension sieht die Sache allerdings anders aus.

Dieses System wurde eingeführt damit die Frühpension zu ersetzt wird. Daher wäre es paradox, wenn jemand in Frühpension geht, aber trotzdem weiterhin vollwertig verdient. Damit dieses Paradox verhindert wird, gilt bei solchen Fällen die Geringfügigkeitsgrenze.

Geringfügigkeit und die Arbeitslosigkeit

Auf den ersten Blick erscheint es ironisch Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in einem Satz zu verwenden. Aber vor allem Arbeitslose sollten dem Arbeitsmarkt nicht fernbleiben. Doch wenn man Arbeitslosengeld bezieht, dann muss das Einkommen zu diesem Bezug passen. Bei dieser Frage wird die Geringfügigkeitsgrenze als perfekter Wert angenommen.

Was bedeutet geringfügig?

Es gibt keine definierte Stundenzahl, welche als geringfügig gilt. Es ist jedoch sehr wichtig, dass die Einnahmen unter der Geringfügigkeitsgrenze liegen. Dementsprechend hängt die Stundenanzahl vom jeweiligen Stundenlohn ab. Dabei sind Beispielrechnungen sehr viel einfacher zu berechnen, da brutto netto entspricht.

Folgende Aufstellungen sollen ein Gefühl vermitteln, wie viele Stunden bei einem Gehalt noch als geringfügig durchgeht. Allerdings muss die genaue Anzahl dann jeder für sich im Einzelfall berechnen.

  • Neun Euro Stundenlohn bei zehn Arbeitsstunden wöchentlich ergeben ungefähr 405 Euro und zählt somit als geringfügig.
  • Zehn Euro Stundenlohn bei zehn Arbeitsstunden pro Woche ergeben circa 450 Euro und zählt damit nicht mehr als geringfügig.
  • Sechs Euro Stundenlohn bei zwanzig Arbeitsstunden in der Woche ergeben ungefähr 540 Euro im Monat und zählt damit nicht als geringfügig.

Wie viele geringfügige Berufe darf man haben?

Diese Frage kann am Anfang vielleicht für Verwirrung sorgen, aber das muss nicht sein. Im Endeffekt zählt ausschließlich die Summe, diese ist unabhängig von der Anzahl der Beschäftigungen bzw. Arbeitgeber. Auch wenn man zum Beispiel 400 Jobs zu je einem Euro nachgeht, wäre dies kein Problem für die Geringfügigkeit.

Nichtsdestotrotz muss ein wesentlicher Aspekt bei geringfügigen Beschäftigungen beachtet werden. Man kann schnell den Überblick verlieren und bei einer Achtlosigkeit steht mehr auf den Gehaltszetteln, als die Geringfügigkeitsgrenze zulässt. Zahlungsaufforderungen folgen dann anschließend im nächsten Jahr und sorgen für viel Überraschung.

Zudem verursacht eine geringfügige Beschäftigung Sozialversicherungsbeiträge, wenn sie neben einer Teil- bzw. Vollzeitbeschäftigung ausgeführt wird. Eine Steuerlast kann außerdem nicht vermieden werden, wenn man neben einem Vollzeitjob mehr als 700 Euro im Jahr dazu verdient.

Sofern man Abgaben an die Sozialversicherung zahlt, aber keine Steuern ans Finanzamt zahlen muss, dann handelt es sich um genau zu sein um keine geringfügige Beschäftigung. Allerdings kann eine Negativsteuer anfallen, wenn eine Steuererklärung gemacht wird.

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