Gratiskonten im Test – Girokonto Vergleich in Österreich 2019

Der Test zeigt: Nicht alle Gratiskonten sind tatsächlich gratis. Selbstverständlich rentiert sich der Umstieg von einem normalen, gebührenpflichtigen, Konto, auf ein kostenloses Konto, doch die Experten empfehlen, dass sich der Konsument im Vorfeld die Bedingungen ansehen muss.

Gratis Girokonto in Österreich im Test – Anbieter

Vor allem heißt es hier, dass er genau hinsehen muss. Denn das Verbrauchermagazin “Konsument” (Ausgabe 7/2014) präsentiert die Fallen und Bedingungen, der sogenannten kostenlosen Gehaltskonten.

Der Trick mit den kostenlosen Konten

Derzeit gibt es in Österreich vier Anbieter, welche sogenannte kostenlose Gehaltskonten anbieten. In erster Linie handelt es sich bei den Konten um Online-Konten. Der Umstieg von einem bereits bestehenden Konto, auf das kostenlose Gehaltskonto, ist hürdenfrei. Die Umstellung erfolgt binnen weniger Minuten, ist einfach und auch für Laien möglich.

Wichtig: Versteckte Kosten beachten

Wichtig: Versteckte Kosten beachten

Wer tatsächlich Hilfe braucht, wendet sich an seinen Bankbetreuer. Dennoch: Kostenlose Konten gibt es nur im Internet. Auch wenn die Anbieter mit Filialen existieren, existiert das Konto nur im World Wide Web – nicht in der Filiale.

Vor allem sind kostenlose Gehaltskonten im Internet für all jene interessant, die bereits ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen. Immer mehr Österreicher erledigen ihre Bankgeschäfte online. Mit den Gratiskonten kann der Österreicher nicht nur Zeit, sondern auch Geld sparen.

Nur zwei Anbieter sind tatsächlich kostenfrei

Der Anbieter easybank.at bietet für seine Konsumenten etwa Demo-Versionen an. Die Easybank bietet, wie die direktanlage.at, tatsächlich kostenlose Gehaltskonten an. Man benötigt für die Verwendung der Konten keine Pensions- oder regelmäßige Gehaltseingänge. Denn diese regelmäßigen Gehaltseingänge sind oftmals ein Grund, warum das Konto tatsächlich gratis ist.

Die Easybank bietet auch eine weitere Möglichkeit an: Das “easy konto privat” ist ebenfalls ein Gratiskonto. Jedoch muss der durchschnittliche Kontostand 2.500 Euro betragen. Nur bei Erreichen dieser Summe, verzichtet die Easybank auf etwaige Gebühren.

Andere Anbieter präsentieren zwar ebenfalls kostenlose Konten, verknüpfen dies aber gerne mit Voraussetzungen und Hürden. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, bezahlt sehr wohl Gebühren für sein – angebliches – kostenloses Konto.

Die Hürden der kostenlosen Konten

Bei bankdirekt.at gibt es etwa nur ein kostenloses Konto, wenn der Konsument einen regelmäßigen Eingang von 1.500 Euro verbucht. Doch der Mindesteingang ist nicht der einzige Faktor. Des Weiteren benötigt der Verbraucher ein Wertpapier- oder Sparkonto – nur in Verbindung mit einem weiteren Produkt und dem monatlichen Eingang von mindestens 1.500 Euro, ist man von den Kontoführungsgebühren befreit.

Auch die BAWAG/PSK bietet ein kostenloses Konto an. Jedoch ist das Konto nur für Benutzer geeignet, die wenige Aktivitäten setzen. Denn bei diesem Konto sind nur die ersten 30 Buchungen (pro Quartal) inkludiert – danach bezahlt der Kunde die Buchungszeilen. Ein normaler Nutzer hätte jedoch, so das Verbrauchermagazin, rund 40 bis 70 Buchungen im Quartal. Das bedeutet für den Verbraucher, dass er sehr wohl genau hinsehen und die Konditionen überprüfen muss.

Tipps zum Thema Kontoführungsgebühren in Österreich

Bei der Suche nach einem Bankkonto lohnt es sich, die Kontoführungsgebühren und die darin enthaltenen Leistung zu vergleichen. Die Differenz zwischen den einzelnen Banken kann groß sein, genauso das Leistungsspektrum. Dennoch gibt es mittlerweile einige Banken, die in beiden Bereichen punkten können und kostenlose Konten mit erstklassigen Leistungen anbieten.

Warum nehmen die Banken überhaupt Gebühren für ihre Konten?

Natürlich kostet der Betrieb einer Bank einiges an Geld. Hauptkostenpunkte hierfür sind vor allem Personal und Infrastruktur, die es Ihnen überhaupt erst ermöglichen, Bankdienstleistungen einfach und schnell in Anspruch zu nehmen. Neben den Gebühren nutzen Banken vor allem Zinsen wie z.B. Überziehungszinsen, um ihr Angebot zu finanzieren, und geben das von den Kunden eingebrachte Geld als Kredit weiter.

Warum nehmen einige Banken keine Gebühren für ihre Konten?

Einige Banken finanzieren sich über hohe Überziehungszinsen und nehmen Geld für Serviceleistungen, die bei anderen Banken inklusive sind. Daher sollte bei der Wahl eines Kontos auch immer die Höhe der Servicegebühren und der Zinsen betrachtet werden.

Andere Banken nutzen kostenlose Konten mit vielen Inklusivleistungen, um viele Kunden anzulocken. Dadurch sollen die Geldreserven der Bank aufgestockt werden, die dann wiederum als Kredite verliehen werden können. In diesem Fall entsteht für Kunde und Bank eine Win-Win-Situation.

Worauf muss ich bei der Wahl eines Kontos achten?

Zunächst einmal sollten Sie sich überlegen, ob Sie eine Bank vor Ort bevorzugen, bei der Sie einen persönlichen Ansprechpartner haben, oder ob es Ihnen reicht, Ihre Bankgeschäfte über das Internet zu regeln.

Diese Entscheidung grenzt das Angebot meist schon ziemlich ein. Dann sollten Sie einen Blick auf die Kontoführungsgebühren, die idealerweise nicht vorhanden sein sollten, werfen und auf die Höhe der Überziehungszinsen und der sonstigen Serviceleistungen.

Wichtig: Über Einzelheiten und Details informieren!

Meist finden Sie auf den Internetseiten der Anbieter ein sogenanntes Preis- und Leistungsverzeichnis. In diesem sind alle Leistungen mit den dazugehörigen Gebühren enthalten. Zu guter Letzt sollten Sie auch noch einen Blick auf die jeweiligen Anforderungen werfen. Manche Banken erwarten z.B. ein monatliches Mindesteinkommen.

Zusammengefasst – Worauf achten beim Vergleich?

  • Vorhandensein von Filialen
  • Höhe der Überziehungsgebühren (sog. Dispozins)
  • Vorhandensein und Höhe von Servicegebühren
  • Anforderungen an den Kunden (regelmäßige Geldeingänge, ausreichendes Einkommen, …)

Wo finde ich kostenlose Konten in Österreich?

Eine einfache Suche im Internet reicht meist schon aus, um auf die gängigen Anbieter zu stoßen. Österreichische Anbieter, die häufig in den Suchergebnissen auftauchen, sind die DKB mit dem Konto DKB Cash (stammt zwar aus Deutschland, das Angebot gilt jedoch auch für Österreich) und direktanlage.at.

Beide Banken sind Direktbanken, d.h. dass sie ihr Angebot ausschließlich über das Internet vertreiben und keine Filialen besitzen. Dafür erhalten Sie sowohl eine Bankomatkarte als auch eine Kreditkarte, die beide kostenlos eingesetzt werden können (bei der DKB sogar weltweit).

Vorteile von DKB/direktanlage zusammengefasst:

  • keine Gebühren
  • kostenfreie Abhebungen mit Kreditkarte
  • keine oder geringe Anforderungen

Nachteile zusammengefasst:

  • teilweise hohe Dispozinsen
  • keine Filialen vor Ort

Vorsicht vor Dispo als Schuldenfalle!

Die Zinsen bei einem Dispositionskredit sind sehr hoch, doch viele Kunden kommen oft nicht aus diesem Kreislauf raus. Eine einfache Möglichkeit an finanzielle Mittel zu gelangen ist in jedem Fall mit einem Dispokredit gegeben. Dieser wird meist direkt bei der Kontoeröffnung vertraglich festgehalten.

Bei regelmäßigen Geldeingängen ist die Freischaltung schnell und unkompliziert geschehen. Der Disporahmen kann meist individuell festgelegt werden. Es sollte allerdings mit Bedacht damit umgegangen werden und wirklich nur nutzen, wenn es sich um eine notwendige Anschaffung handelt. Viele sehen dies als zusätzliche Geldmittel und kommen sehr schwer wieder aus dieser Schuldenfalle heraus. Ist es erst soweit gekommen, muss meist eine Umschuldung in Anspruch genommen werden, denn die sehr hohen Zinsen sind kaum mehr auszugleichen.

Schuldenkreislauf nicht schließen

Das Umgehen mit dem eigentlich zur Verfügung stehenden Geld ist schnell verlernt, denn auch wenn das Konto Null anzeigt, gibt die Bank Geld aus. Für vernünftige Verbraucher ist der Dispokredit eine sehr angenehme und flexible Möglichkeit. Das sieht auch die Verbraucherzentrale Sachsen und hier genau Andrea Heyer. Auf einer Konferenz zu den Finanzdienstleistungen wurde dies nochmals deutlich gemacht. Der Dispo bietet die Chance, finanzielle Engpässe aufzufangen. Mit einer Leichtfertigkeit ist schnell der Schuldenkreislauf geschlossen. Man sollte sich selbst einen Rückzahlungsplan aufstellen, dass beispielsweise im Monat 50 Euro getilgt werden. Das kann auch direkt mit der Bank ausgehandelt werden, indem der Dispo Schritt für Schritt einfach gekürzt wird. Für den Kontoausgleich ist es manchmal schon empfehlenswert, wenn man den Stromanbieter oder auch die Versicherung wechselt. Denn sollte man sich über mehrere Monate im Minus befinden ist eine schnelle Lösung angebracht.

Schuldenberatung kann helfen

Zudem sollte bereits bei der Kontoeröffnung auf die Zinsen des Dispos geschaut werden, so Frau Heyer. Liegen die Zinsen über 10 Prozent, kann direkt eine Bank gewählt oder auch gewechselt werden. Der Kunde selbst muss hier als Initiator fungieren, da die Bank natürlich von den Zinsen einen positiven Vorteil zieht. Mit einer genauen Haushaltsaufstellung und der Einsparung von unnötigen Ausgaben kann man sehr schnell wieder den Dispokredit loswerden. Die Aufnahme eines normalen Ratenkredites kann meist auch dazu genutzt werden das Girokonto wieder auszugleichen. Die Zinsen hierfür liegen meist weit unter dem Überziehungszinssatz. Besteht diese Möglichkeit nicht, ist auch das Aufsuchen einer Schuldnerberatung nicht die schlechteste Alternative. Diese können einem meist Wege aufzeigen, an die man selbst nicht gedacht hat. Um jedoch erst gar nicht in diese Falle zu geraten, sollte der Dispokredit wirklich nur als kurzfristige Möglichkeit gesehen werden.

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