Jungfamilienförderung in Österreich – Bundesländer, Höhe, Ablauf/Voraussetzungen

Junge Familien haben es nicht immer leicht. Sie befinden sich meist noch in einer Lebensphase, wo Sie sehr viel Wert auf die eigene Ausbildung legen und daher nur über ein geringes Einkommen verfügen.

Aufgrund des geringen Einkommens fällt es schwer, überhaupt eine eigene Wohnung finanzieren zu können und selbst wenn eine passende Wohnung gefunden wurde, kann es Schwierigkeiten geben, um die Einrichtungsgegenstände zu erwerben.

Um diesem Missstand zu begegnen, gibt es in Österreich die Jungfamilienförderung. Dies ist eine Förderung der einzelnen Kantone, um junge Haushalte zu unterstützen und einen Start in das selbstständige Leben mit einem eigenem Haus oder Wohnung zu ermöglichen.

Stockfoto-ID: 276609943 Copyright: pavelyar105/Bigstockphoto.com

Wichtig: Vorab zur Förderung informieren!
Stockfoto-ID: 276609943
Copyright: pavelyar105/Bigstockphoto.com

Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es und wie genau sind die Unterschiede der einzelnen Kantone?

Die Jungfamilienförderung in Wien

In Wien werden junge Familien gefördert, die ein eigenes Haus bauen möchten. Als Jungfamilie gilt hierbei jede Familie, bei denen kein Familienmitglied älter als 40 Jahre ist. Neben dem Alter gibt es noch andere Kriterien, die für eine Förderung sprechen können.

So werden auch Familien gefördert, die ein Familienmitglied haben, welches einen Behinderungsgrad von mehr als 45 Prozent aufweist. Auch Familien mit mehr als drei Kindern können von der Förderung profitieren.

Im Rahmen des Baukostendarlehns kann eine weitere Grundkostenförderung als zusätzliches Darlehen beantragt werden. Als maximale Förderungshöhe erben sich 110 Euro pro Quadratmeter.

Das Darlehen ist für fünf Jahre komplett tilgungsfrei und erst nach den fünf Jahren beginnt die Rückzahlung. Die Verzinsung beträgt günstige ein Prozent pro Jahr. Die Laufzeit des Darlehens kann zwischen 5 und 20 Jahre dauern und ist abhängig von der Größe der Familie, sowie dem Haushaltseinkommen.

Die Förderung in Kärnten

Auch in Kärnten besteht die Möglichkeit der Förderung von Jungfamilien. Diese zielt im Wesentlichen darauf ab, dass die Familien eine eigene Wohnung samt Hausrat erwerben können.

Gefördert wird jedes Ehepaar, das zum Zeitpunkt der Beantragung der Jungfamilienförderung noch nicht das 35. Lebensjahr vollendet hat. Doch nicht nur für verheiratete Paare gilt diese Förderung. Auch unverheiratete Paare oder Alleinerziehende, welche noch nicht das 35. Lebensjahr vollendet haben, können die Jungfamilienförderung in Anspruch nehmen.

Ähnlich wie in Wien gilt die Jungfamilienförderung auch für Familien, mit einem Schwerbehinderten oder für Familien, die drei oder mehr Kinder haben.

Gefördert wird vor allem der Erwerb der Wohnung und der Erwerb des Hausrats. Um die Förderung in Anspruch nehmen zu können, muss der Antrag innerhalb des ersten Jahres nach der Hausstandsgründung gestellt werden. Dieser Antrag kann sowohl von österreichischen Bürgern, als auch allen anderen EU-Bürgern gestellt werden.

Als Förderungsmaßnahme wird ein 5%iger Kredit des Landes Kärnten mit einer Kredithöhe von bis zu 22.500 Euro gewährt. Das Geld soll direkt zur Finanzierung der Eigentumswohnung, dem Neubau eines Hauses oder für den Bau von Mietwohnungen genutzt werden.

Situation in anderen Bundesländern

In den meisten anderen Bundesländern gibt es keine spezielle Förderung für Jungfamilien. Diese Art der Förderung richtet sich nach der normalen Wohnbauförderung und gilt nicht speziell für ein bestimmtes Alter.

Die Steiermark bietet allerdings noch eine Jungfamilienförderung an, die den Bedingungen des Kantons Kärntens entsprechen. Hier werden ebenfalls junge Familien mit einem Kredit in Höhe von maximal 22.500 Euro unterstützt. Allerdings ist die Kredithöhe abhängig von der Art der zu fördernden Leistung. So beträgt die Förderungshöhe für den Ersterwerb einer geförderten Eigentumswohnung 15.000 Euro und für eine nicht geförderte Eigentumswohnung noch 7.500 Euro.

Ablauf der Jungfamilienförderung

Der genaue Ablauf der Jungfamilienförderung richtet sich nach den einzelnen Kantonen. Im Speziellen kann auch eine Förderung durch die Gemeinde möglich sein. Hier müssen dann die Richtlinien der Gemeine beachtet werden.

Im Allgemeinen ist für die Jungfamilienförderung das Amt der Landesregierung zuständig. In der Steiermark ist dies zum Beispiel die Abteilung 15 für Energie, Wohnbau, Technik FA Energie und Wohnbau. Dort muss der Antrag der Jungfamilienförderung innerhalb eines Jahres vor oder nach der Hausstandsgründung gestellt werden.

Die erforderlichen Unterlagen können sich je nach Prüfung des Einzelfalles unterscheiden. Sie beinhalten in der Regel aber:

  • Staatsbürgeschaftsnachweis, da die Förderung nur für österreichische oder gleichgestellte Bürger gilt.
  • Ein Meldezettel des Antragstellers und der Kinder
  • Eine unterschriebene Haftungserklärung
  • Promesse
  • Und der Kostenvoranschlag, falls ein Eigentum erworben bzw. gebaut werden soll. Oder Rechnungen zum Beispiel der Sanierungsmaßnahmen, Baumaterial oder der Anzahlung der Wohnung, wenn das Eigentum bereits erworben wurde.

Darüber hinaus können unter Anderem auch noch Nachweise über die Behinderung, die Heiratsurkunde/Scheidungsurkunde oder der Anwartschaftsvertrag verlangt werden. Dies kommt immer auf den Einzelfall und der letztlichen Grundlage der Jungfamilienförderung an.

Die Antragstellung ist komplett kostenlos. Auf diese Weise wird es Jungfamilien ermöglicht, Eigentum zu erwerben und die Familie dort gründen zu können. So soll dem Wohnungsnotstand entgegengewirkt und mehr Eigentum geschaffen werden.

Die Finanzierung ist dabei sehr kostengünstig und in der Regel wesentlich günstiger, als der Kredit bei Banken. Daher sollten sich junge Familien, die die Voraussetzungen für die Jungfamilienförderung erfüllen, stets um die Förderung bemühen und die Finanzierung des Eigentums auf diese Weise sicherstellen.

Deine Meinung ist uns wichtig

*