Lohnsteuertabelle 2019 und Lohnsteuerklassen in Österreich

Jeder, der in Österreich lebt und arbeitet, muss die Lohnsteuer zahlen, die nach der Höhe des Gehalts berechnet wird.

In Österreich gibt es je nach Bruttogehalt verschiedene Steuersätze, weshalb es dazu kommt, dass unterschiedliche Steuern bezahlt werden. Umso höher das Gehalt, desto höher wird auch die steuerliche Belastung. Für den Staat sind diese Steuern wichtige Einnahmen, mit denen beispielsweise das Sozialsystem finanziert wird.

Steuerreform 2016 – Änderungen bei den Lohnsteuerklassen

2016 gab es in Österreich eine Steuerreform, bei der neue Steuersätze und eine neue Berechnung für die Lohnsteuer festgelegt wurden.

Dabei wurden vor allem für jene, die sehr wenig verdienen und die durchschnittlichen Gehaltsklassen Vorteile geschaffen, indem in diesen Bereichen die Lohnsteuer auf das Bruttojahreseinkommen gesenkt wurde. Spitzenverdiener hingegen zahlen seit 2016 um bis zu 5% mehr Steuer pro Jahr.

Wie wird die Lohnsteuer berechnet?

Alle Einkünfte, die ein Arbeitnehmer bei einer nicht selbstständigen Arbeit erhält, werden mit der Lohnsteuer versehen. Dabei wird diese Steuer bereits bevor der Lohn ausgezahlt wird vom Arbeitgeber an das Finanzamt abgegeben. Bei schweren Arbeiten, erhält der Arbeitnehmer oft eine Gefahren-, Schmutz-, oder Erschwerniszulage, in diesem Fall werden 360 Euro im Monat steuerfrei belassen. Wenn die Arbeit großteils in Nachtschichten erledigt wird, können sogar bis zu 540 Euro ohne Steuern vergütet werden. Auch Überstunden und Zuschläge für Sonn- und Feiertage sind steuerbegünstigt.

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Wichtig: Vorab genau informieren und Lohnsteuerausgleich machen!
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Liegt der Lohn unter dem gesetzlich festgelegten Existenzminimum von 12.600 Euro für Arbeitnehmer und 11.000 Euro bei selbständig Erwerbstätigen, so sind diese Einkommen steuerfrei, diese Beträge werden auch Steuerfreiheitsgrenze genannt. Wer 11.000 Euro bis 18.000 Euro im Jahr verdient, muss 25% des Bruttoeinkommens an den Staat abgeben.

Bei 18.000 bis 31.000 Euro Jahresverdienst, sind 35% zu versteuern und bei 31.000 bis 60.000 Euro Verdienst im Jahr liegt der Steuersatz bei 42%. Mit 60.000 bis 90.000 Euro Gehalt im Jahr sind 48% zu versteuern, bei 90.000 bis 1 Millionen Euro Jahresverdienst sind 50% des Bruttogehalts als Steuern abzugeben.
Wichtig hierbei ist, dass immer berücksichtigt werden muss, welche Ausgaben versteuert werden müssen und welche nicht, so werden hier Reisekosten und andere Nebenkosten von der Steuer ausgenommen und so vermindert sich das Bruttojahreseinkommen und es kann sein, dass man in eine andere Steuerklasse fällt.

Lohnsteuertabelle 2019 in Österreich – Lohnsteuerklassen im Überblick

  • 11.000€* und darunter 0%**
  • 11.000€ bis 18.000€ 25%
  • 18.000€ bis 25.000€ 35%
  • 25.000€ bis 31.000€ 35%
  • 31.000€ bis 60.000€ 42%
  • 60.000€ bis 90.000€ 48%
  • 90.000€ bis 1.000.000€ 50%
  • über 1.000.000€ 55%

*Bruttogehalt pro Jahr
**gültiger Steuersatz seit der Einkommenssteuerreform 2016

Welche Beträge können von der Lohnsteuer abgesetzt werden?

In Österreich werden jene Ausgaben, die von der Steuer ganz oder teilweise absetzbar sind, Sonderausgaben genannt. In der Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich) sind 2019 folgende Sonderausgaben steuerlich absetzbar:

  • Versicherungsprämien für Personenversicherungen, die freiwillig abgeschlossen werden
  • Beiträge für Pflegeversicherung (Kranken- und Rentenversicherungen), die gelten, wenn ein Pflegebedürfnis eintritt
  • Beiträge zu Pensionskassen
  • Kosten für einen Wohnbau oder eine Sanierung
  • Beiträge zu freiwillig weitergeführten gesetzlichen Pensionsversicherungen
  • Kirchenbeitrag bis zu einer höhe von 400 Euro
  • Kosten für eine Steuerberatung, oder einen selbständigen Bilanzbuchhalter oder Personalverrechner
  • Spenden an Lehr- und Forschungseinrichtungen und an Dachverbände im Bereich des Behindertensports
  • Spenden für Umwelt- und Naturschutz
  • Spenden für humanitäre Organisationen
  • Spenden für Tierheime mit behördlicher Genehmigung
  • Spenden an freiwillige Feuerwehren
  • Spenden sind nur zu einem gewissen Gesamtbetrag absetzbar, der maximal 10% der Einkünfte betragen darf

Bei der alljährlichen Einkomenssteuererklärung können die absetzbaren Beträge geltend gemacht werden. Die Belege für diese Ausgaben müssen dann sieben Jahre aufbewahrt werden, damit das Finanzamt bei Rückfragen Einsicht in diese Unterlagen nehmen kann.
In Österreich gibt es eine Höchstgrenze für den Abzug von Sonderausgaben. Versicherungsbeiträge und Ausgaben für Wohnbau und -sanierung sind bis zu einem Betrag von insgesamt 2.920€ im Jahr absetzbar. Wenn drei Kinder in der Familie leben, erhöht sich dieser Betrag um 1.460€.

Der Alleinverdienerabsatzbetrag (AVAB)

In Österreich gibt es für Familien, in denen nur ein Elternteil berufstätig ist, die Möglichkeit die Steuerbelastung für diese erwerbstätige Person zu verringern. Um diese Steuererleichterung gewährt zu bekommen müssen einige Kriterien berücksichtigt werden:

  • in der Familie muss mindestens ein Kind leben
  • der Antragsstellende muss mindestens sechs Monate verheiratet sein, oder in einer eingetragenen Partnerschaft oder einer Lebensgemeinschaft leben
  • die Partner dürfen nicht voneinander getrennt leben (müssen im selben Ort gemeldet sein)
  • der nichterwerbstätige Partner darf nicht über Einkünfte verfügen, die 6.000€ übersteigen (hierzu werden sämtliche Einkunftsarten berücksichtigt)

Bei unselbstständiger Arbeit werden vom Bruttogehalt Sozialversicherungsbeiträge, die Pendlerpauschale und steuerfreie Zuschläge, wie sie zum Beispiel für Überstunden oder gefährliche Arbeit ausbezahlt werden, abgezogen. Wichtig ist zu beachten, dass der AVAB nur von einer Person in der Familie beantragt werden kann. Wenn man Alleinerzieher ist, hat man ebenfalls Anspruch auf eine Steuererleichterung, die sich an den Beträgen des AVAB orientiert.
Der Betrag, der von der Lohnsteuer erlassen wird, hängt von Einkommen und der Anzahl der Kinder ab. Ein Antrag dafür muss beim österreischichen Finanzamt in Form eines Formulars eingereicht werden, das auf der Homepage des Finanzamtes zu finden ist. Für genauere Informationen und die gesetzlichen Grundlagen ist ebenfalls ein Blick auf die Homepage des Finanzamtes ratsam.

Gehalt Steuersatz 1 Kind 2 Kinder 3 Kinder 4 Kinder 5 Kinder

  • 1.066,00 € 0 % 0 € 0 € 0 € 0 € 0 €
  • 1.516,00 € 25 % 307,67 € 322,25 € 340,58 € 358,92 € 377,25 €
  • 2.599,33 € 35 % 459,27 € 473,85 € 492,18 € 510,52 € 528,85 €
  • 5.016,00 € 42 % 641,22 € 655,80 € 674,14 € 692,48 € 710,81 €
  • 7.516,00 € 48 % 942,18 € 956,76 € 975,10 € 993,43 € 1.011,77 €
  • 83.349,33 € 50 % 1.092,50 € 1.107,08 € 1.125,42€ 1.143,76 € 1.162,09 €
  • mehr 55 % 5.259,97 € 5.274,55 € 5.292,88 € 5.311,22 € 5.329,55 €

Hier ein Beispiel für eine Familie mit Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag:
Ein nicht verheiratetes Paar lebt in einer gemeinsamen Wohnung und bekommt im Mai ein Kind. Die Frau erhält für eine nichtselbstständige Arbeit 7.000€, von diesem Betrag können 1.000€ steuerfreie Bezüge, sowie Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von 1.080€ und die Werbungskostenpauschale von 132€ abgezogen werden.

Damit liegt das Bruttojahreseinkommen der Frau bei 4.788€ und somit unter der Grenze von 6.000€. Der Mann verdient 42.000€ brutto pro Jahr und da die beiden in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben hätten sie im November, also wenn das Kind sechs Monate alt ist, Anspruch auf dien AVAB. Sie würden eine Steuererleichterung in der Höhe von 669€ erhalten.

Arbeitnehmerveranlagung in Österreich 2018/2019 – Lohnsteuerausgleich

Direkt nach dem Jahreswechsel kann in Österreich ein Teil der Steuern, die auf den Lohn entfallen, vom Finanzamt zurückgefordert werden. Dies wird in Österreich Arbeitnehmerveranlagung genannt und ist eine einfache Steuererklärung, der für alle, die nicht selbstständig arbeiten ein Gewinn ist. Der Lohnsteuerausgleich ist nicht verpflichtend durchzuführen, doch ist er aufgrund der steuerlichen Entlastung für die Arbeitnehmer zu empfehlen.
Seit 2017 gibt es in Österreich die sogenannte antragslose Arbeitnehmerveranlagung, wobei vom Finanzamt auch ohne eine Antragstellung ein Lohnsteuerausgleich durchgeführt wird. Führt man den Steuerausgleich selbst durch, wird dies online erledigt, was in Österreich seit 2003 möglich ist.

Hierfür steht auf der Homepage des Finanzamtes das Formular L1 bereit, das online ausgefüllt wird und ohne großen Aufwand an das Finanzamt weitergegeben werden kann. Wer den Steuerausgleich lieber per Hand macht, erhält dieses Formular kostenlos in jedem Finanzamt. Damit kann die Arbeitnehmerveranlagung bis zu fünf Jahre rückwirkend geltend gemacht werden.
Für den Steuerzahler bringt der Lohnsteuerausgleich fast immer einen Gewinn und der Aufwand dafür ist sehr gering. Die Lohnsteuergutschrift wird nach der Prüfung der Angaben durch das Finanzamt entweder direkt auf das Bankkonto des Antragstellers überwiesen, oder auf das Steuerkonto gutgeschrieben. Ist dies der Fall, kann die Auszahlung direkt beim Finanzamt oder auf Finanz-Online beantragt werden. Für weitere Informationen erkundigen Sie sich am besten im für ihren Bezirk zuständigen Finanzamt oder bei der Arbeiterkammer.

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