Müll richtig trennen – Altstoffsammelzentren in Österreich

Europa wirft jedes Jahr Rohstoffe im Wert von fünf Milliarden Euro weg. 4,3 Millionen Tonnen Abfall produziert Österreich im Jahr.

Auf die 8,8 Millionen Einwohner verteilt bedeutet das, dass jeder Einzelne einen Müllsack mit dem Durchmesser von einem Meter und einer Höhe von 5,7 Metern und einem Gewicht einer halben Tonne füllt. Ein Drittel des ganzen Mülls ist Restmüll, gefolgt von den biogenen Abfällen, Karton und dann den restlichen Müllarten.

Von Jahr zu Jahr steigt die Menge, 2007 waren es noch 3,7 Millionen Tonnen. Dabei ist die Menge an Restmüll nur gering gestiegen, während es einen positiven Anstieg beim Recyclingmüll gab.

Mindestens alle sechs Jahre muss das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft einen neuen Bundesabfallwirtschaftsplan erstellen, in dem die abfallwirtschaftlichen Ziele festgelegt werden.

Die Gelbe Tonne

Das beliebte Plastik braucht 450 Jahre, bis es sich zersetzt – wenn es das überhaupt tut. Dabei können sich verschiedenste Schadstoffe absondern und die Umwelt verschmutzen.

Trotzdem wurden 2015 322 Millionen Tonnen Kunststoff weltweit produziert, davon 1,03 Millionen Tonnen in Österreich. Ein Drittel davon waren Verpackungen. Vom gesamten Plastikmüll in Österreich wird außerdem nur ein Drittel wiederverwendet, der Rest wird verbrannt. Kunststoff, Getränkekartons und Metalle sind Rohstoffe, die noch genutzt werden können. Seit September 2019 werden die drei Abfallarten zusammen in der Gelben Tonne weggeworfen, 19.000 stehen allein in Wien zur Verfügung.

In einigen Bezirken können Plastikflaschen, Tetrapacks und Dosen auch im Gelben Sack von zu Hause aus gesammelt werden. In die Gelbe Tonne gehören Plastikflaschen aus leeren PET-Flaschen, Putz- und Waschmittel, Körperpflegeprodukte, Lebensmittel und Kühlmittel wie destilliertes Wasser.

In die Kategorie Dosen fallen Getränke- und Konservendosen, Schalen aus Metall (z.B. von Fertiggerichten oder Tierfutter), metallische Verpackungen wie Deckel, Verschlüsse, Alufolie und Metalle mit einem Durchmesser kleiner als 20 Zentimeter. Nicht geeignet sind hingegen Keramik, Kunststoffbecher, kleine Folien, Plastiksackerl, stark verschmutzte Verpackungen und kleine Plastikgebrauchsgegenstände – diese gehören zum Restmüll.

Große Verpackungen, Kanister, Styropor, große Metallteile, Haushaltsgeräte und Maschinenteile sollten auf den Mistplatz gebracht werden.

Die Problemstoffsammlung nimmt Motorölflaschen, Kunststoffe aus dem medizinischen Bereich, Lack- und Spraydosen, sowie mit Öl verunreinigte Teile. Mehrwegflaschen, Getränkekisten und Kunststoffpaletten können natürlich im entsprechenden Handel zurückgegeben werden. Dank modernen Sortiertechniken können die drei Müllarten getrennt werden. Aus altem Karton wird neuer produziert und alte Getränkeflaschen werden entweder auch erneut eingesetzt oder bestimmte Fasern werden im Textilbereich oder zur Wärmedämmung genutzt.

Eisenmetalle werden mit anderen Schrottsorten zur Stahlproduktion verwendet, Aluminium kann für die Gussherstellung benutzt werden. Mit dem Recyceln einer Aluminiumdose kann ein Laptop drei Stunden lang benutzt werden, man spart 95% gegenüber der Neuproduktion. 1 Kilogramm PET-Flaschen hingegen spart 1,9 Kilogramm Erdöl und jedes recycelte Kilogramm Getränkekartons spart ein Kilogramm CO².

Altpapier und Karton

Die Anfänge des Papier-Recyclings gehen zurück in die 1980er Jahre. 11 Jahre später war der Ausbau schon auf ganz Wien abgeschlossen.

Jährlich werden 120.000 Tonnen Altpapier in der Stadt gesammelt, circa 75 Kilogramm pro EinwohnerIn pro Jahr. Die Rote Tonne befindet sich am Müllbehälterstandplatz oder an Straßenecken und Sammelinseln, sowie auf Mistplätzen und Märkten.

Zeitungen, Prospekte, Schreibpapier, Kuverts (auch mit Sichtfenster), Hefte, Telefonbücher, unbeschichtete Tiefkühlkartons, Papiersäcke und -schachteln gehören hier hinein. Fehl am Platz sind Durchschlag- und Thermopapier, Küchenrolle, Taschentücher, Feuchttücher und stark verschmutztes Papier, welche in den Restmüll gehören.

Altpapierrecycling spart Holz und senkt den Wasser- und Energieverbrauch, daraus wird Zeitungs- und Hygienepapier, Recycling-Papier und Wellpappe hergestellt. Recyclingpapier braucht 95 Prozent weniger Wasser und 60 Prozent weniger Energie verglichen mit neuem Papier.

Biogener Abfall – Biomüll

100.000 Tonnen Biomüll werden jährlich in Wien gesammelt und zu Kompost weiterverarbeitet. Dieser qualitätsgeprüfte Kompost kann gratis in Haushaltsmengen mitgenommen werden. Seit 1991 wird in der Braunen Tonne gesammelt.

Entsorgt werden können ungewürzte, ungekochte Abfälle, Tee- und Kaffeesud, Brotreste, Pflanzen mit wenig anhaftender Blumenerde und Christbäume.

Aus dem Garten sind es Wasserpflanzen, Rasen, Laub, Ernterückstände, Stauden und Fallobst. Nicht geeignet sind Fleisch und Knochen, Eier, Speisereste und Katzenstreu, die zum Restmüll gehören. Große Mengen Grünschnitt, Erde, große Äste und lackiertes, beschichtetes Holz müssen zu den Mistplätzen gebracht werden. Speiseölreste, Altöle, Lacke, Batterien und Chemikalien sind zur Problemsammelstelle zu bringen. Fast die Hälfte des biogenen Abfalls wird zu Kompost, ein weiterer Teil wird als torffreie Erde weiterverkauft.

Glas – Altglass sammeln & entsorgen

Über 6.700 Altglasbehälter sammeln in Wien jedes Jahr 27.000 Tonnen Weiß- und Buntglas. Unter Weißglas versteht man ungefärbte Einwegflaschen, Kondesnmilch- und Limonadenflaschen, Wein- und Spirituosenflaschen und Glasflakons.

Jedes leicht eingefärbte Glas gehört zum Buntglas, eine einzige eingefärbte Flasche kann bereits 500 kg weißes Glas verfärben.

Zum Restmüll gehören allerdings Geschirr, Glasteller, Vasen, Trinkgläser, Glühbirnen, Halogenlampen und Korken. Fenster- und Flachglas und Spiegel gehören auf den Mistplatz. Nur Verpackungsglas ist geeignet, da dieses ein anderes Schmelzverhalten hat.

Restmüll

Der Restmüll ist jede Art von Müll, die nicht sperrig und frei von gefährlichen Inhaltsstoffen ist. Zum Sperrmüll zählen Holzabfälle, Elektrogeräte, Bauschutt, Beton und weitere sperrige Gegenstände. In Wien wird Restmüll zusammen mit anderen Mischabfällen in den Müllverbrennungsanlagen eingesetzt um Strom und Fernwärme zu erzeugen.

Auch im restlichen Österreich gelangt der Restmüll in Müllverbrennungsanlagen oder thermischen Behandlungsanlagen, wo er verwertet wird. Die dabei entstehenden Verbrennungsrückstände werden von Metallen befreit, zu Aschenbeton verfestigt und gelagert. 500.000 Tonnen Restmüll fallen jährlich in Wien an.

Sondermüll

Alte Medikamente gehören natürlich nicht in den Abfluss, da sie das Grundwasser verunreinigen können. Im Restmüll könnten sie wiederum in falsche Hände gelangen.

Abgegeben werden können sie bei den Problemstoffsammelstellen, an Mistplätzen und in Apotheken, vorher sollte man Kartonverpackung und Beipackzettel entfernen und zur entsprechenden Tonne bringen. Spritzen und Nadeln gehören aus Sicherheitsgründen in fest verschlossene Behälter.

Speiseöle und -fette gehören ebenfalls auf den Mistplatz. Diese können entweder im Behälter, der kostenlos zu Entnahme an den Abgabestellen steht, oder in einem Glas oder einer Plastikflasche zurückgebracht werden. Geeignet sind Brat- und Frittierfette, Öle von eingelegten Speisen und verdorbene Speisefette.

Motor- und Schmieröle gehören zu den Problemstoffen, Saucen und Marinaden in den gewöhnlichen Restmüll. Die 320.000 Kilogramm abgegebenen Altspeiseöle werden zur Produktion von Biodiesel verwendet, was jährlich um die 880 Tonnen Kohlenstoffdioxid einspart.

Bis zu fünf Kilogramm an Batterien und Akkus können pro Person an den Wiener Mistplätzen abgegeben werden.

Energiesparlampen gehören zu den Elektroaltgeräten. Sie sollten bruchsicher und getrennt von anderem Müll gesammelt werden, sie enthalten wertvolle Stoffe wie Kupfer, Zinn und Aluminium und das giftige Schwermetall Quecksilber.

Deshalb ist es wichtig, sie an den Mistplätzen, bei den Problemstoffsammelstellen oder im Supermarkt bzw. beim Elektrofachhändler abzugeben. Zerbricht eine Energiesparlampe und das Quecksilber entweicht, können die Scherben mit Einweghandschuhen in ein verschließbares Glasgefäß gesammelt und zurückgegeben werden. 90 Prozent der Lampe werden als Dämmmaterial wiederverwendet.

Kleine Elektrogeräte können bei den Problemstoffsammelstellen, auf den Mistplätzen und in der Abfallbehandlungsanlage kostenlos entsorgt werden.

Großgeräte kommen auf den Mistplatz, Kühlvitrinen in die Abfallbehandlungsanlage. In den Verwertungsanlagen werden durch Trennverfahren die Rohstoffe sortiert. Metalle werden zur Herstellung neuer Elektrogeräte benutzt, Plastikteile werden zu Granulat verarbeitet und gefährliche Stoffe werden entsorgt.

Altstoffsammelstellen in Österreich

Abfalltrennung wird in den verschiedenen Gemeinden und Städten Österreichs individuell durchgeführt, daher kann es zu Unterschieden kommen.

Jeder Haushalt sollte jedoch darauf achten, Bioabfall, Karton, Altglas, Dosen, Kunststoff, Problemstoffe, Elektroaltgeräte und Altkleider getrennt zu sammeln.

  • In Oberösterreich gibt es insgesamt 181 Altstoffsammelzentren, der Verwertungsgrad der Altstoffe beträgt 90%. Für den reibungslosen Ablauf ist die Landesabfallverwertungsunternehmen AG zuständig.
  • In Niederösterreich gibt es in jeder Gemeinde Altstoffsammelstelle, 435 insgesamt. 22 regionale Abfallverbände, Mitglieder des niederösterreichischen Abfallwirtschaftsvereins, organisieren die Zentren.
  • Die Steiermark verfügt über 400 Zentren, betrieben von 17 Abfallwirtschaftsverbänden, und über mobile Zentren.
  • In Wien gibt es 19 sogenannte Mistplätze der Magistratsabteilung 48.
  • Auch in Tirol verfügen die Gemeinden über verschieden viele Sammelstellen.
  • In Vorarlberg, Salzburg, Kärnten und dem Burgenland gibt es pro Region verschiedene Termine, an denen Problemstoffe mobil eingesammelt werden, sowie einige Sammelstellen.

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