Pension beantragen in Österreich – Pensionsalter, Höhe, Pensionskonto, Häufige Fragen

Der Weg in die Pension

Das Pensionsantrittsalter wurde in Österreich in den letzten Jahren immer wieder nach oben verschoben. Heute unterscheidet man in der Alterspension prinzipiell zwischen drei Pensionsvarianten. Dazu gehören:

  • Die Alterspension
  • Die Hackler-Langzeitversicherung
  • Die Korridorpension

Die Alterspension

Die Alterspension steht allen österreichischen Staatsbürgern zu, die das jeweilige Pensionsantrittsalter erreicht haben und über die dafür notwendigen Versicherungsmonate verfügen. Mit 1. Jänner 2024 wird das gesetzliche Pensionsantrittsalter für Frauen um sechs Monate pro Jahr angehoben.

Diese Anhebung erfolgt jährlich bis zum Jahr 2033. Frauen können derzeit mit Erreichung des 60. Lebensjahres in Pension gehen und ab 2033 erst ab dem 65. Lebensjahr.

Bei Männern ist das Pensionsantrittsalter mit dem 65. Lebensjahr festgelegt.
Die sogenannte Wartezeit, die für den Erhalt einer Pension notwendig ist, ergibt sich aus der Anzahl der Versicherungsmonate. Die Mindestversicherungszeiten betragen dabei:

  • 180 Versicherungsmonate innerhalb der letzten 360 Kalendermonate. Das entspricht 15 Jahre für einen Zeitraum von 30 Jahren.
  • 180 Versicherungsmonate in der Pflichtversicherung ohne zeitliche Begrenzung.
  • Insgesamt 300 Versicherungsmonate (25 Jahre)bis zum Pensionsstichtag.

Bei den 180 Versicherungsmonaten müssen mindestens 84 Versicherungsmonate aufgrund einer Erwerbstätigkeit entstanden sein. Seit dem 1.1. 2017 werden dafür auch Kindererziehungszeiten, die vor dem Jahr 2005 zustande kamen, in die Berechnung mit einbezogen.

Die Hackler-Langzeitversichrung

Die sogenannte ˶Hacklerregelung˝ gilt für Schwerarbeiter, die über mindestens 540 Versicherungsmonate verfügen. Davon müssen mindestens 120 Monate in den letzten 20 Jahren vor dem Pensionsantritt erworben werden.

Für Frauen gelten insgesamt 280 Versicherungsmonate. Im Pensionsversicherungsrecht wird allerdings unterschieden, ob man vor dem Jahr 1955 oder erst danach geboren wurde. Hier gibt es unterschiedliche Regelungen für die Inanspruchnahme einer Schwerarbeiterpension.

Wer gilt als Schwerarbeiter?

Als Schwerarbeiter gilt in Österreich, wer unter folgenden Bedingungen gearbeitet hat:

  • Schicht- oder Wechseldienst
  • Arbeiten in extremer Hitze oder Kälte
  • Arbeiten, die mit chemischen Substanzen durchgeführt wurden, welche eine Erwerbsminderung von 10 % nach sich zogen
  • Schwerer manuelle Tätigkeiten
  • Beschäftigte in der Hospiz- oder Palliativmedizin

Die Korridorpenison

Die Korridorpension kann von Personen in Anspruch genommen werden, welche das 62. Lebensjahr vollendet haben und insgesamt über 480 Versicherungsmonate verfügen.

Frauen können die Korridorpension jedoch erst ab dem Jahr 2028 in Betracht ziehen. Aufgrund der derzeitigen Rechtslage dürfen Frauen ohnehin bereits mit Vollendung des 623. Lebensjahres in Alterspension treten.

Wer früher in Pension geht, muss allerdings mit entsprechenden Abschlägen rechnen. Tritt man erst nach Erreichung des Regelpensionsalters in den Ruhestand, so wird dies bei der Pensionshöhe ebenfalls berücksichtigt. In diesen Fällen erhält man eine etwas höhere Pension ausbezahlt.

Wo beantrage ich meine Pension?

Die Pension wird bei jenem Pensionsversicherungsträger beantragt, bei dem man in den letzten 15 Jahren vor dem Stichtag die meisten Versicherungsmonate hat.

In Österreich gibt es folgende Pensionsversicherungsanstalten:

  • Allgemeine Pensionsversicherungsanstalt
  • Versicherungsanstalt für Eisenbahn und Bergbau
  • Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft
  • Sozialversicherungsanstalt der Bauern
  • Versicherungsanstalt des österreichischen Notariates

Die ersten beiden gelten für jene Personen, die bei der ASVG versichert waren. Die gewerbliche Sozialversicherung gilt für das GSVG und die Bauernversicherung für das BSVG.

Wie beantrage ich meine Pension?

Eine Pension muss in jedem Fall beantragt werden, was meist mit einem speziellen Antragsformular geschieht. Es gilt jedoch auch ein formloses Schreiben als Antrag. Die Formulare für den Pensionsantrag unterscheiden sich je nach Pensionsversicherungsträger.

Die Anträge können bei allen Pensionsversicherungsträgern gestellt werden aber auch bei Gemeinden, Magistraten oder einer Bezirkshauptmannschaft. Alle Anträge werden gebührenfrei bearbeitet.

Elektronische Anträge

Alternativ dazu kann die Pension auch mithilfe eines Download-Formulars oder eines Online-Formulars beantragt werden. Die Download-Formulare erscheinen im PDF-Format und können ausgedruckt, händisch ausgefüllt und versendet werden.
Die Online-Formulare sind digital signierbar und werden direkt am Computer ausgefüllt und verschickt.

Welche Unterlagen muss ich einreichen?

In der Regel werden nur Unterlagen zur Person benötigt. Personen, die außerhalb Österreichs geboren wurden, benötigen eine Geburtsurkunde. Bei verheirateten Personen ist auch die Heiratsurkunde erforderlich.

Auch Scheidungsurteile, der Nachweis über eventuelle Unterhaltszahlungen und ein Staatsbürgerschaftsnachweis werden in entsprechenden Fällen verlangt. Die Ausstellung aller für den Pensionsantrag notwendigen Urkunden erfolgt kostenfrei!

Wie hoch ist meine Pension?

Bei der Berechnung der Pensionshöhe ist entscheidend, ob man zu den Geburtsjahrgängen vor 1955 oder danach zählt. Bei Personen, die vor 1955 geboren wurden errechnet sich die Pension aus folgenden Faktoren:

  • dem beitragspflichtigen Einkommen
  • der Anzahl der Versicherungsmonate
  • dem Alter zu Pensionsantritt

Bei Personen, die nach 1955 geboren wurden gelten:

  • die Beitragsgrundlagen
  • der Kontoprozentsatz
  • das Alter bei Pensionsantritt

Aus diesen Faktoren werden auf dem Pensionskonto eine Teilgutschrift und in weiterer Folge eine Gesamtgutschrift für den Pensionsantritt berechnet. Wer vor Erreichen des Regelpensionsalters in Pension geht, muss mit Abschlägen rechnen.

Wer eine freiwillige Höherversicherung abgeschlossen hat, oder erst gewisse Zeit nach Erreichung des Regelpensionsalters in den Ruhestand tritt, kann mit einer höheren Pension rechnen.

Andernfalls wird die Pension um einen bestimmten Prozentsatz reduziert. Für Frauen gelten allerdings gewisse Ausnahmeregelungen.

Was ist das Pensionskonto?

Das Pensionskonto wurde am 1. Jänner 2014 in Österreich eingeführt und gilt für alle Personen, die ab dem 1. Jänner 1955 geboren wurden.

Auf dem Pensionskonto werden im Laufe des Erwerbslebens alle Versicherungszeiten erfasst. Jene Personen, die erst seit dem Jahr 2005 erwerbstätig sind, werden ausschließlich in diesem Pensionskonto erfasst.

Was ist eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension?

Diese Form gilt für Arbeiter oder Angestellte, die aufgrund einer schweren gesundheitlichen Beeinträchtigung, nicht mehr erwerbsfähig sein können. Seit 1. Jänner 2014 gelten auch hier für alle, die ab 1964 geboren wurden, neue Regelungen.

Arbeiter können die Invaliditätspension und Angestellte die Berufsunfähigkeitspension beantragen wenn:

  • die Invalidität oder Berufsunfähigkeit auf Dauer vorliegen wird
  • berufliche Rehabilitationsmaßnahmen nicht zumutbar oder zweckmäßig sind
  • die Mindestversicherungszeiten vorliegen
  • am Pensionsstichtag die Voraussetzungen für eine Alterspension noch nicht vorliegen.

Die dauernde Invalidität oder Berufsunfähigkeit muss dabei von einem Arzt festgestellt werden. Die ärztliche Begutachtung wird von den Pensionsversicherungsanstalten durchgeführt. Wer nur als vorübergehend berufsunfähig eingestuft wird, erhält lediglich ein Umschulungsgeld.

Häufige Fragen zur Pension

Hier finden Sie noch einige der häufigsten Fragen, die mit dem Pensionsantritt in Österreich in Verbindung stehen.

  • Wer hat Anspruch auf eine Witwenpension?
    Eine Witwenpension wird in Österreich ausschließlich an den hinterbliebenen Ehepartner ausbezahlt. Eine Lebensgemeinschaft begründet keinen Anspruch auf eine Witwenpension. Ausnahmeregelungen gibt es jedoch seit dem Jahr 2010 für Hinterbliebene in einer eingetragenen Partnerschaft (EPG)
  • Was ist Pensionssplitting?
    Eltern sind berechtigt, für die Kindererziehungszeiten ein Pensionssplitting durchzuführen. Dafür werden auf dem Pensionskonto Teilgutschriften übertragen. Der Elternteil, der erwerbstätig ist, kann dabei die Teilgutschriften auf den Partner übertragen.
  • Wann kann ich in Pension gehen?
    Das hängt vom Geburtsjahrgang sowie von den erworbenen Versicherungszeiten ab. Auf jeden Fall muss die Wartezeit (Mindestversicherungszeit) erfüllt sein.
  • Wann soll ich den Antrag einreichen?
    Das sollten Sie nach der Überprüfung Ihrer Versicherungszeiten tun und jedenfalls zwei Monate vor dem geplanten Pensionsantritt.
  • Wer erhält eine Ausgleichszulage?
    In Österreich gibt es keine Mindestpension. Personen, die über eine niedrige Pension verfügen, erhalten jedoch eine Ausgleichszulage, welche die Erreichung eines Mindesteinkommens gewährleistet.

Dafür gelten in Österreich derzeit folgende Grenzen:

  • Alleinstehende Personen 933,06 Euro
  • Alleinstehende Pensionisten mit mindestens 360 Versicherungsmonaten 1.048,57 Euro
  • Ehepaare im gemeinsamen Haushalt 1.398,97

Die Beträge werden jedoch für jedes minderjährige Kind erhöht. Die Höhe dieser Grenzbeträge wird alljährlich Index angepasst.

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