Pflege Streik & 35 Stunden Woche – Forderungen

Weniger Arbeiten und mehr Geld bekommen – Pflegekräfte streiken

Der Begriff “Pflegekräftemangel” dürfte für uns alle nichts Neues sein. Schon seit langer Zeit fehlen in jedem Krankenhaus wichtige Pflegekräfte, sodass sich die wenigen Krankenschwestern und Pfleger kaum vor Arbeit retten können.

Überstunden und Extra-Schichten sind da keine Seltenheit und Zeit, um sich wirklich persönlich um jeden Patienten kümmern zu können, gibt es schon lange nicht mehr.

Dieser Zustand hat sich über die letzten Jahre nicht verbessert. Nein, fast das Gegenteil trifft zu: die Lage wird immer schlimmer. Deswegen protestieren Arbeiter der Gesundheits- Pflege- und Sozialberufe jetzt gegen aktuelle die aktuelle Situation und für bessere Arbeitsbedingungen.

Doch was genau fordern die Pflegekräfte eigentlich?

  • eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche (aktuell noch 40 Stunden)
  • mehr Lohn
  • allgemein bessere Rahmenbedingungen

Und zu welchem Zweck / was soll das alles bringen?

Ganz einfach: diese Forderungen sollen dem Pflegekräftemangel entgegenwirken. Zum einen sollen Krankenschwestern und Pfleger entlastet werden und eine bessere tarifliche Bezahlung bekommen.

Doch nicht nur das! Vor allem möchte man den Job attraktiver gestalten für junge Menschen, damit diese eine Ausbildung im Gesundheitswesen beginnen und später gerne in diesem Beruf arbeiten.

  • So soll es langfristig zu einer Entspannung des Fachkräftemangels in dieser Berufsgruppe kommen. Dadurch verbessert sich natürlich auch die Situation für sämtliche Patienten und Patientinnen.
  • Endlich könnte sich das Pflegepersonal einmal genug Zeit nehmen, um sich über die persönlichen Belange der Kranken zu kümmern anstatt nur im Akkord über die langen Krankenhausflure hetzen zu müssen.

Doch sind diese Forderungen gerechtfertigt oder nur Wunschträume?

Kann man die Pflegekriese wirklich durch gekürzte Arbeitszeiten überwinden oder verschlimmert sich das Problem dadurch eigentlich nur noch mehr?

Das ist die Frage, die man sich an dieser Stelle definitiv stellen sollte. Natürlich sind diese Forderungen legitim und aus Sicht des Pflegepersonals auf jeden Fall nachvollziehbar. Doch inwiefern sind diese Wünsche realisierbar und auch gegenüber anderen Berufsgruppen gerechtfertigt?

Wie reagiert die Politik?

Der ÖVP-Arbeitnehmerchef spricht sich jedenfalls ganz klar gegen die Forderungen der Pflegekräfte aus. Diese seien nicht gerechtfertigt und können vor allem aus finanziellen Gründen nicht in die Praxis umgesetzt werden.

  • Man glaubt außerdem, dass bessere Bedingungen im Gesundheitswesen andere Berufsgruppen dazu animieren würden, auch für mehr Lohn und Arbeitszeitverkürzungen zu demonstrieren wodurch sich letztendlich ein großer Teufelskreis ergeben würde, der sich niemals wieder stoppen ließe.
  • Stattdessen schlägt ein großer Pflegekonzern vor, einfach morokanische Arbeitskräfte nach Österreich zu holen, welche auch sich auch mit den aktuellen Arbeitsbedingungen zufrieden geben. Dadurch würde diesen Menschen geholfen und die Pflegekrise innerhalb relativ kurzer Zeit (hoffentlich) langfristig behoben.

Prognosen? Wer wird die Debatte gewinnen – Pflegekräfte oder Großkonzerne?

Das ist bislang noch unklar, denn keine der beiden Seiten möchte sich ergeben. Ein Kompromiss beider Seiten wäre objektiv gesehen natürlich die beste Lösung: vielleicht nicht unbedingt verkürzte Arbeitszeiten, aber dafür mehr Lohn und insgesamt bessere Rahmenbedingungen könnten dafür sorgen, dass mehr junge Leute in diese Berufsgruppe einsteigen und es zur Entlastung der gesamten Branche kommt.

Deine Meinung ist uns wichtig

*