Prepping Checkliste – Vorbereitung & Survival Ausrüstung für Katastrophenfälle

Prepping – warum immer mehr Menschen auf eine Survival Ausrüstung setzen

Prepper (von to be prepared = vorbereitet sein) rechnen mit dem Schlimmsten. Dementsprechend richten sie sich mit einer Survival-Ausrüstung für Katastrophenfälle wie einen verheerenden Krieg, einen fürchterlichen Klimakollaps und/oder innere Unruhen ein. Wie wir aktuell verfolgen können, sind diese Szenarien gar nicht so weit hergeholt. Dass das Klima bedroht ist, steht inzwischen außer Frage. Kriege hat es immer gegeben. Innere Unruhen sind im bisher so stabilen Großbritannien zu erwarten, wenn es wirklich einen vollkommen chaotischen No-Deal-Brexit gibt, was wir derzeit (September 2019) noch nicht wissen.

Was ist Prepping?

Es ist die Vorbereitung auf den absoluten Ernstfall ohne funktionierende Infrastrukturen, also schlimmstenfalls auch ohne Nahrung und Wasser. Die Prepper entwickeln daher eine Logistik, die das Überleben für Wochen, Monate und manchmal Jahre ohne funktionierende Versorgung ermöglicht.

Dazu gehört nicht nur das Anlegen von umfangreichen Vorräten, sondern auch das Ausnutzen natürlicher Ressourcen. Die erforderlichen Werkzeuge und Fähigkeiten leiten sich unter anderem aus der Pfadfinderbewegung ab, von der auch der Gruß „Be prepared!“ stammt. Doch Prepper sind natürlich viel mehr als erwachsene Pfadfinder.

Sie sind davon überzeugt, dass ein Katastrophenszenario wirklich jederzeit eintreten kann. Es wäre unklug, diese Haltung zu belächeln. Die Europäer des Jahres 1939 konnten sich auch im Sommer noch nicht vorstellen, dass es alsbald einen verheerenden Krieg geben würde – bis die Wehrmacht am 1. September Polen überfiel.

Ebenso konnten sich die Japaner Anfang März 2011 nicht so etwas wie die Fukushima-Katastrophe vorstellen, auch die 230.000 Todesopfer des Tsunamis von 2004 in Südostasien hätten es noch einen Tag zuvor nicht geglaubt.

Prepper lagern daher Lebensmittelvorräte ein, errichten Schutzbauten, verstärken bestehende Gebäude und legen unterirdische Lager mit Schutzkleidung, Funkgeräten, Werkzeugen, Waffen, Treibstoff, viel Wasser und Desinfektionsmitteln an. All das ist eine Survival-Bewegung, die Vorläufer und eine Philosophie hat.

Warum ist Prepping so populär?

Die einfachste Erklärung lautet: Untergangsszenarien sind nicht so unwahrscheinlich, wie es sich normale Menschen wünschen. Sie finden – wie schon beschrieben – sogar statt, sodass es eher vernünftig erscheint, sich dagegen zu wappnen.

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Prepper: Individuelle Vorberitung auf Ernstfälle
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Das empfiehlt auch die Bundesregierung. Seit 2018 verweist sie wieder (wie schon in Zeiten des Kalten Krieges) darauf, dass Menschen Vorräte, Wasser und Ausrüstung für mindestens zehn Tage lagern sollten.

Der Hintergrund sind zunehmende internationale Spannungen. Wenn sich die Klimakrise verschärft, gibt es einen Grund mehr. In den USA werden Häuser in Einzugsschneisen von Stürmen seit Jahrzehnten mit einem sicheren, mit Vorräten bestückten Keller gebaut.

Hinzu kommen Fokussierungen auf exotische Katastrophen. Manche Menschen fürchten sich vor dem Ausbruch eines Supervulkans, andere vor einem verheerenden Sonnensturm, dem Einschlag von Apophis (der Asteroid soll 2036 die Erde erreichen) oder einer Pandemie. Zwar erscheinen die betreffenden Risiken gering, die realen durch Autounfälle oder beispielsweise den Schusswaffengebrauch in den USA sind größer. Aber man darf dennoch vorsorgen.

Psychologen vermuten zudem hinter der Motivation der Prepper einen sehr unbewussten Wunsch nach der Einfachheit einer postapokalyptischen Welt: Die Welt, so wie sie ist, erscheint uns allen nämlich viel zu komplex. Beispiel Klimawandel: Wir alle sind betroffen, wir alle sind auch Verursacher durch unseren Konsum. Doch es ist mühselig, auf das Auto zu verzichten und den Müll ordnungsgemäß zu trennen. Die Vorbereitung auf eine Katastrophe mit einem Keller voller Vorräte, Waffen und Werkzeuge hat dagegen etwas sehr Handfestes. Prepper haben das sichere Gefühl, etwas für sich und ihre Familien getan zu haben.

Wer sind die Prepper?

Es ist keine homogene Gruppe. Unter ihnen sind ältere Hippies, die absolut gewaltfrei leben, nichtsdestotrotz aber Obst in großen Mengen einkochen und in den Keller schaffen. Andere Prepper sind Abenteuerlustige, die auch Spaß am Pfadfinderdasein haben, wieder andere tendieren zu extremen Gruppierungen (gleichermaßen politisch rechts oder links angesiedelt).

Es gibt unter ihnen auch sehr gut situierte Manager, denen die Vorstellung von einem Leben in Not und ohne Vorräte lange Zeit schlaflose Nächte bereitet hat – bis sie zunächst für sich selbst vorsorgten und dann überlegten, dass sich aus sehr vielen Vorräten im Katastrophenfall ganz sicher auch ein Geschäft machen lässt. Die Gesamtheit aller Prepper ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Sie haben im Grunde nur die eine Gemeinsamkeit, dass sie sich eine überraschende Katastrophe vorstellen können und beträchtliche Mittel aufwenden, um in diesem Fall ihr Überleben zu sichern.

Wo gibt es überall Prepper?

Es gibt sie überall auf der Welt, doch besonders in den USA ist die Szene sehr stark und auch gut vernetzt. Das hat zweifellos etwas mit den Naturereignissen – vor allem den Stürmen – zu tun, von denen die Amerikaner regelmäßig heimgesucht werden.

Die oben erwähnten sturmsicheren Keller haben sich in etlichen Fällen schon bewährt. Die genaue Stärke und Richtung von Stürmen ist schwer zu bestimmen. Vor allen Tornados schlagen mit ihren Windhosen unberechenbare Schneisen durch das Land, die vielfach nur einige Hundert Meter bis sehr wenige Kilometer breit sind, aber am Ort des Geschehens eine absolute Verwüstung hinterlassen.

Die etwas leichteren US-amerikanischen Häuser werden davon oft vollständig zerstört. Die Familie überlebt wirklich nur in ihrem Keller. Da ist der Schritt zum Prepping nur ein kleiner, im Grunde gehören ja diese Keller schon dazu. Es gibt aber auch in Europa, Asien und Australien inzwischen recht viele Prepper. Wenn sich bei uns ähnliche Klimaereignisse häufen, wird die Szene auch hierzulande noch viel stärker anwachsen.

Wie muss die Survivalausrüstung beschaffen sein?

Die folgenden Listen sind Beispiele dafür, wie Rucksäcke gepackt sein sollten, die das erste Überleben sichern.

Basis-Set

  • wasserdichter Rucksack
  • Dokumente (mindestens Kopien) in wasserdichten Hüllen
  • Regenponcho
  • Taschenlampe mit Ersatzbatterien
  • Taschenmesser
  • Feuerzeug und Sturmstreichhölzer

Verpflegungs-Set

  • Notfall-Nahrung NRG-5
  • Weizenriegel
  • Trinkwasser-Konserve (Notreserve)
  • Wasserentkeimungstabletten
  • kompakter Wasseraufbereitungsfilter
  • Tee
  • Notkocher

Survival-Set

  • Multifunktionswerkzeug
  • Pfeife
  • Schreibpapier, Bleistift mit Radiergummi
  • Kompass
  • Funkgerät
  • Kabelbinder
  • Radio mir Kurbelakku, auch mit Lang-, Mittel- und Kurzwellenfrequenz (neben UKW)
  • Plastikbeutel
  • Atemschutzmaske mit höchster Schutzklasse FFP3
  • Verbandsmaterial

Übernachtungs-Set

  • Thermo-Schlafsack
  • Notfallzelt
  • Spaten
  • Schnur

Hygiene-Set

  • Desinfektionsmittel
  • Feuchttücher
  • Zahnbürsten mit imprägnierter Zahnpasta
  • Kernseife
  • Mikrofaser-Handtuch
  • Handschaufel
  • Müllbeutel

Wohlgemerkt handelt es sich hierbei um eine Survival-Ausrüstung für wenige Tage. Doch diese sollte in jedem Haushalt vorhanden sein. Es gibt zwar sehr langfristig haltbare Notfallnahrung (30 Jahre und länger), dennoch ist eine jährliche Revision angebracht. Ältere Vorräte können dann ersetzt und verbraucht werden.

Geschichte der Prepper

Die wichtigsten Auslöser für Prepping sind der Klimawandel, die Kriege seit dem späten 20. Jahrhundert und die großen Wirtschaftskrisen wie die Finanzkrise 2007/2008. Im D.A.C.H.-Gebiet bieten seit etwa 2010 verstärkt Firmen die nötige Survival-Ausrüstung in verschieden großen Paketen an.

Diese dienen dem Überleben für unterschiedliche Zeiträume und Szenarien, so etwa Sturm, Überschwemmung, Atomkrieg, Angriff mit Bio- oder Chemiewaffen, Zusammenbruch der Infrastruktur aus rein wirtschaftlichen Gründen und konventioneller Krieg.

Schon seit dem beginnenden 21. Jahrhundert legen europäische Prepper zunehmend Schutzräume an, Vorläufer gab es auch schon im 20. Jahrhundert. Teilweise werden dabei auch Waffen gehortet, die Preppern prinzipiell empfohlen werden, die wir aber in die obigen Survival-Listen bewusst nicht aufgenommen haben. Die Bewaffnung wird von der Polizei mit Sorge beobachtet. Unzweifelhaft wird aber im Katastrophenfall die Kriminalität sehr stark ansteigen, weshalb dieses Thema einer neutralen Betrachtung bedarf.

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