Taggeld und Diäten 2019 in Österreich – Reisekosten, Übernachtungsgeld, Fahrtkosten, Spesen

Werden Sie häufiger von Ihrem Arbeitgeber darum gebeten das Büro und den festen Arbeitsplatz zu verlassen, um entweder im Inland oder im Ausland zu reisen?

Dann werden Sie sicherlich daran interessiert sein, welche Reisekosten Sie bei Ihrer Steuererklärung absetzen können. Denn während der Reise werden einige Kosten auf Sie zukommen und der Gesetzgeber möchte nicht, dass Sie hier alleine auf den Kosten sitzenbleiben.

Doch welche Kosten genau können Sie absetzen, wie hoch ist der Betrag und was müssen Sie generell beachten? Hier finden Sie eine konkrete Übersicht zum Tagesgeld und Diäten in Österreich für 2019.

Wie werden Reisekosten definiert?

Der Gesetzgeber möchte zwar, dass Sie die Reisekosten für eine Dienstreise nicht alleine zu tragen haben, die Dienstreise muss allerdings klar von der Privatreise abgegrenzt werden. So ist es nicht möglich, die Dienstreise noch schnell mit einer kleinen privaten Reise zu kombinieren.

  • Wie hoch ist das Taggeld in Österreich 2019? > Das Taggeld für 24 Stunden (1 Tag) beträgt 26,40 Euro.

Wenn Sie also beruflich zu einem bestimmten Ort reisen müssen, dann können Sie natürlich noch einen Abstecher an einem Nachbarort machen und diese besuchen, es handelt sich hierbei aber um zwei komplett separate Reisen.

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Wichtig: Eine genaue Aufstellung der Spesen, Taggelder und Reisekosten!
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Als abzugsfähige Reisekosten gelten die Fahrtkosten, der Verpflegungsmehraufwand, der Nächtigungsaufwand und die Nebenspesen. Bei den Fahrtkosten können Sie nicht nur das eigene Auto betrachten, sondern auch das Taxi, die öffentlichen Verkehrsmittel oder auch das Fahrrad.

Werden sowohl dienstliche als auch private Reisen durchgeführt, so ist der anteilige Kostenabzug nur möglich, wenn klar getrennte Reiseabschnitte vorliegen. Wenn Sie also zuerst fünf Tage dienstlich unterwegs sind und danach noch zwei Tage privaten Urlaub machen, können Sie die Kosten für die Dienstreise absetzen.

Damit Sie die Kosten absetzen können, müssen Sie alle Reisekosten streng notieren. Hierfür sollten Sie alle Belege und Rechnungen aufbewahren, die als Kosten für die Reise infrage kommen. Nur dann sind Sie auch auf der sicheren Seite, um die Kosten tatsächlich nachweisen zu können.

Die Fahrtkosten

Doch was genau zählt jetzt alles zu den Fahrtkosten und was genau können Sie im Rahmen Ihrer Steuererklärung absetzen?

Generell gilt, dass alle Fortbewegungsmittel abzugsfähig sind, wenn dadurch Kosten für Fahrten von Ihrem Wohnort und der Arbeitsstätte entstehen. Dazu gehören das PKW, die Bahn, Busse, das Flugzeug, Taxi oder Fahrrad. Auch im Rahmen der Dienstreise können Sie die Kosten für diese Transportmittel absetzen.

Um eine bessere Übersicht über die Fahrten zu haben ist es sinnvoll, ein Fahrtenbuch zu führen. In dieser Übersicht können Sie die Fahrten mit Datum, den Orten, Kilometerzahl und Reisezweck festhalten. Dies ist gerade dann sinnvoll, wenn Sie ein PKW sowohl privat als auch dienstlich nutzen und die realen Kosten festhalten möchten.

Bei einem PKW zählen zu den Fahrtkosten nicht nur die Kosten für das Benzin, sondern auch der Kaufpreis und die Finanzierungskosten. Wird das PKW ausschließlich beruflich genutzt können die kompletten Kaufkosten über die Dauer der Nutzung abgeschrieben werden. Für ein PKW wird eine Nutzungsdauer von acht Jahren angesetzt, das heißt Sie können die Kosten über einen Zeitraum von acht Jahren absetzen.

Allerdings müssen Sie hierbei beachten, dass eine Obergrenze vom Gesetzgeber vorgeschrieben wurde. Sie können also kein besonders teuren Sportwagen komplett als Reisekostenaufwand abschreiben oder eine sehr edle Limousine. Als Obergrenze wurde ein Kaufpreis von 40.000 Euro festgesetzt und die jährliche Abschreibung beträgt damit maximal 5.000 Euro. Als Ausnahme können nur Transporter und Klein-LKW zu höheren Kosten abgeschrieben werden.

Weitere Fahrtkosten für das PKW neben dem Kaufpreis sind unter Anderem die Steuern, Versicherungen, Werkstattkosten und Reinigungskosten. Hier kommt es darauf an, ob das Fahrzeug nur rein betrieblich oder auch zum Teil privat genutzt wird. Wird es überwiegend betrieblich genutzt, müssen die Kosten anteilig abgesetzt werden. Überwiegt hingegen der Privatanteil, dann gibt es eine Kilometerpauschale.

Die Kilometerpauschale beträgt aktuell für PKW 0,42 Euro, für Motorräder 0,24 Euro und für Fahrräder sowie Fußgänger 0,24 Euro. Bei letztere steigt die Kilometerpauschale ab dem 6. Kilometer auf einen Wert von 0,47 Euro.

Der Verpflegungsmehraufwand

Während der Dienstreise fallen zudem höhere Kosten für die Verpflegung an. Es ist nicht immer möglich, selber zu kochen und die Bedingungen sind anders, als im Alltag, sodass höhere Kosten anfallen. Diese werden im Rahmen der Dienstreise innerhalb des Verpflegungsmehraufwandes berücksichtigt.

Hierfür gibt es Pauschalbeträge, die angesetzt werden, um den Verpflegungsmehraufwand zu berücksichtigen. Voraussetzung ist, dass der Zielort mindestens 25 Kilometer von der Betriebsstätte entfernt liegt. Allerdings gibt es eine Einschränkung, wenn dieser Ort mehr als 15 Mal im Jahr besucht wird. Dann gilt dieser Ort als “Mittelpunkt der Tätigkeit” und Sie können keine Tagesdiäten mehr ansetzen.

Beim Verpflegungsmehraufwand kommt es zudem darauf an, ob Sie im Inland oder im Ausland unterwegs sind. Im Inland haben Sie die Möglichkeit maximal 26,40 Euro pro Tag bei einer Abwesenheit von mehr als 11 Stunden anzusetzen. Abzugsfähig wird der Verpflegungsmehraufwand erst ab einer Abwesenheit von drei Stunden und hier wird pro Stunde eine Kostenpauschale von 1/12 des Gesamtbetrages angesetzt. Werden Sie während der Dienstreise zu einem Geschäftsessen eingeladen, dann halbiert sich der Verpflegungsmehraufwand auf eine Höhe von 13,20 Euro.

Der Nächtigungsaufwand

Auch die Übernachtungskosten können Sie im Rahmen des Nächtigungsaufwandes steuerlich geltend machen. Hierfür gibt es einen Pauschalbetrag in Höhe von 15 Euro, inklusive Frühstück. Allerdings werden die 15 Euro selten ausreichend sein, um die tatsächliche Kosten zu decken. Daher sollten Sie immer die realisierten Aufwendungen der Übernachtung – inkl. Frühstück – geltend machen.

Der Pauschalbetrag für das Tagesgeld und dem Nächtigungsaufwand variiert, je nach Land, in dem die Dienstreise durchgeführt wurde.

So ist in Deutschland zum Beispiel eine Tagesdiät von 22,50 Euro und ein Nächtigungsaufwand von 17,70 Euro vorgesehen und in Frankreich beträgt die Pauschale für die Tagesdiät 20,70 Euro und für den Nächtigungsaufwand 15 Euro. Hier gibt es große Unterschiede im internationalen Vergleich und die genauen Regelungen sind im BGBI. II Nr. 434/2001 als Übersicht nachzulesen.

Eine weitere Regelung besteht für Personen, für die eine Unterkunft bereits zur Verfügung steht. Dazu zählen zum Beispiel LKW-Fahrer, die eine Schlafkabine besitzen. Diese können entweder die realen Aufwendungen in Form des Frühstücks und der Benutzung des Bades an der Autobahnraststätte absetzen oder eine Pauschale von 4,40 Euro in Österreich oder 5,85 Euro im Ausland absetzen.

Nebenspesen

Während der Reise fallen noch zahlreiche andere Kosten an, die weder in den Fahrtkosten noch im Nächtigungsaufwand erfasst werden. Die weiteren Nebenkosten werden als Nebenspesen erfasst und können ebenfalls von der Steuer abgesetzt werden. Darunter fallen Gebühren für die Maut oder das Parken, ebenso Trinkgelder und die Sachversicherung. Eine Personenversicherung, wie zum Beispiel die Reiseunfall- oder Reisekrankenversicherung ist allerdings nicht absetzbar.

Um diese Kosten absetzen zu können sollten Sie zur Sicherheit alle Belege sammeln. Wenn die Steuererklärung eingereicht wird, haben Sie sofort alle Belege beisammen und können bei Nachfrage nachweisen, dass diese Kosten tatsächlich angefallen sind. So bleiben Sie nicht alleine auf den Reisekosten sitzen, sondern können diese von der Steuer absetzen.

Für Unternehmer oder Selbstständige gibt es noch einen weiteren Vorteil. Diese können bei den Tagesdiäten und der Nächtigungspauschale die 10% Vorsteuer herausrechnen. So fallen nur noch die reinen Nettokosten für die Reise an.

Das Berücksichtigen des Reiseaufwandes in der jährlichen Steuererklärung kann sich daher lohnen und führt dazu, dass Sie die Kosten von der Steuer absetzen können. Dadurch verringert sich das Einkommen, welches Sie versteuern müssen und Sie können mit einer Steuerrückerstattung rechnen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie alle Kosten nachweisen können. Andernfalls könnte das Finanzamt manche Kosten nicht akzeptieren. Sammeln Sie aber alle Belege, haben Sie einen Nachweis über die Kosten und bewegen diese sich in den vorgegebenen gesetzlichen Rahmen, dann werden Sie keine Probleme haben diese Kosten über die Steuererklärung absetzen zu können.

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