Stromanbieter wechseln in Österreich – Stromrechner & Strompreis Vergleich 2019 in Österreich

Der Wechsel des Stromanbieters kann Kunden zu hohen Ersparnissen verhelfen. Wie hoch diese konkret sind, wissen viele Österreicherinnen und Österreicher nicht, weil es auch vom individuellen Fall abhängt.

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Es können je nach Haushaltsgröße und bisherigem Anbieter um 150 bis 250 Euro jährlich sein, doch eine wirklich exakte Auskunft liefert nur ein Stromanbietervergleich oder der Blick in den Preismonitor der Regulierungsbehörde E-Control.

Sie publiziert diese Ermittlung der österreichischen Strom- (und Gas-)preise allmonatlich. Dabei legt sie bei bestimmten Rechenmodellen auch die durchschnittliche Haushaltsgröße mit 3.500 kWh Verbrauch pro Jahr zugrunde und zeigt auf, in welchen Regionen und Bundesländern die teuersten und günstigsten Anbieter sowie die größten Preisunterschiede zu finden sind.

Der ÖSPI® von E-Control: Österreichischer Strompreisindex

Betrachten wir an dieser Stelle eine Momentaufnahme aus dem Oktober 2019. Nach einer Prognose von E-Control dürften im November 2019 die Großhandelspreise für Strom etwas sinken, allerdings liegt der ÖSPI um 15,2 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Das haben nicht alle Verbraucher gemerkt, sonst müssten sie komplett durchschnittlich 15 % mehr für ihren Strom bezahlen, doch in einigen Städten und Regionen gibt es tatsächlich solche und noch höhere Preissteigerungen.

Von diesen sind unter anderem Neukunden betroffen, wenn ihr erstes – vielfach rabattiertes – Bezugsjahr endet und sie nun einen indexabhängigen Preis zahlen. Die gegenwärtige Tendenz des letzten Quartals ist allerdings erfreulicherweise rückläufig, seit August 2019 sind die Preise monatlich um ~1,0 % gesunken.

Auch im langfristigen Vergleich sind die Preise stabil. Bezogen auf 2006 als Basisjahr mit 100 Punkten erreicht der ÖSPI heuer einen Punktestand von 98,33, was zweifellos am scharfen Wettbewerb unter den zahlreichen Anbietern liegt.

Der Grundlastpreis erreicht nämlich im November 2019 voraussichtlich einen Indexstand von 103,05 Punkten, sinkt damit zwar gegenüber dem Oktober um 0,9 %, steigt aber im Jahresvergleich um starke 15,5 %. Ein Plus auf Jahressicht von 14,6 % weist der Spitzenlastpreis auf.

Wichtig zu wissen: Der ÖSPI berücksichtigt nicht Steuern, Abgaben und Netzgebühren. Er erfasst nur den Großhandelspreis für Strom. Dieser macht am Gesamtpreis ~40 % aus, während ~60 % auf die Steuern, Abgaben und Netzgebühren entfallen.

Die Berechnungsmethode des ÖSPI folgt einem Standard der EEX (europäische Energiebörse European Energy Exchange mit Sitz in Leipzig). Die Grundlage des ÖSPI wird von den Marktpreisen für die Strompreis-Futures des kommenden Jahres abgeleitet. Es lässt sich daraus eine sehr wahrscheinliche Strompreisentwicklung im Großhandel prognostizieren. Allerdings haben die Energieanbieter große Entscheidungsmöglichkeiten bei der Preisgestaltung gegenüber ihren Endkunden.

Bis September 2018 wurden übrigens der deutsche und der österreichische Strommarkt durch die EXX als gemeinsamer Markt bewirtschaftet, beide Märkte gehörten zu einer Preiszone. Ab Oktober 2018 wurde dann an der Grenze zwischen beiden Staaten nach einer Einigung zwischen E-Control und der deutschen Bundesnetzagentur die sogenannte Engpassbewirtschaftung eingeführt, um die jeweiligen Netze zu entlasten, die bis dahin absolut miteinander verflochten waren.

Diese Verflechtung zwang die jeweils andere Seite, ihre Kapazitäten an kurzfristige Änderungen im Nachbarland – zum Beispiel aufgrund von Solarstromüberschuss in Süddeutschland oder Wasserkraftüberschuss in Österreich – anzupassen.

Die Engpassbewirtschaftung, die zu einer begrenzten Durchleitung des Stroms über die Grenze führte („Engpass“), beendete diese Probleme. Es gibt seither aber auch zwei separate Preiszonen in Österreich und Deutschland, die unter anderem zu einer Neukalkulation der Leitungskapazitäten führten. Das hat die Strompreisentwicklung in einem gewissen Umfang beeinflusst. So legte unter anderem die EEX zwei separate Terminmarktprodukte (Strom-Futures) für Österreich und Deutschland auf. Auch der ÖSPI erhielt eine leicht geänderte Berechnungsgrundlage, die auf den Daten des separaten österreichischen Marktes fußt. Die grundlegende Berechnungsmethodik blieb aber unverändert.

Wie hilft E-Control den Verbrauchern beim Stromsparen?

Die Regulierungsbehörde bildet die Strom- und auch die Gaspreise in einem Preismonitor ab. Es gibt ihn mit und ohne Neukundenrabatte mit monatlicher Aktualisierung. Er zeigt die Preise der günstigsten Anbieter in den großen Netzgebieten.

Auch das Einsparpotenzial ist ersichtlich, wobei der Preismonitor die günstigsten Preise mit denen des am häufigsten genutzten Tarifs des lokalen Anbieters vergleicht und als Berechnungsgrundlage den Durchschnittsverbrauch eines österreichischen Haushalts zugrunde legt (3.500 kWh Strom und 15.000 kWh Gas pro Jahr). E-Control ermittelt auch jährlich die Entwicklung der Endverbraucherpreise und publiziert sie.

Das schreibt das Preistransparenzgesetz vor. Den Zahlen der staatlichen Behörde können die Verbraucher vertrauen. Die aktuelle Erhebungsmethodik (Stand: 2019) unterscheidet zwei Verbraucherkategorien, nämlich „Haushalte“ sowie „Nicht Haushalte“ (früher gab es andere Unterscheidungen).

Bei der Ermittlung des Stromverbrauchs sind für die Berechnung alle Zählpunkte zusammenzufassen, die zu einem Endverbraucher gehören, auch hier wurde die Methodik leicht geändert. Durch die alleinige Kompetenz von E-Control gibt es keine Doppelerhebungen. Durch diese Auswertungen ergeben sich Daten wie das für Privathaushalte publizierte Einsparpotenzial von rund 150 bis 250 Euro pro Jahr und Haushalt.

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Wie viel können Gewerbekunden bei einem Wechsel des Stromanbieters sparen?

Auch hierfür gibt es einen Strompreis-Monitor von E-Control. Für das Berichtsjahr 2019 stellt die Behörde eine Zahl von Stromangeboten (Tarifen) für Gewerbekunden zwischen 96 und 104 je nach Standort fest. Folgendes Einsparpotenzial konnte der E-Control Strommonitor für Gewerbekunden ermitteln:

  • Bei einem Verbrauch von 30.000 kWh/Jahr kann ein Unternehmen durch den Wechsel zum Bestbieter (vom regionalen Lieferanten) bis zu 1.898 Euro jährlich sparen.
  • Bei einem Verbrauch von 100.000 kWh kann die Ersparnis bis zu 6.732 Euro betragen.
  • In diesen Zahlen sind Neukundenrabatte inkludiert.
  • Das Bestangebot mit Neukundenrabatten kommt in Salzburg von der Maingau Energie GmbH. In allen anderen österreichischen Regionen und Kommunen liefert MyElectric den günstigsten Gewerbestrom.

Alle Daten stammen von Oktober 2019 und beziehen sich auf den Zeitraum Januar bis Oktober 2019.

Wie können Kunden für sich selbst den günstigsten Tarif ermitteln?

Wer für den Wechsel des Stromanbieters einen neuen, günstigeren Tarif sucht, nutzt hierfür einen Strompreisrechner. Dieser enthält einen Tarifkalkulator, der mit wenigen Klicks alle relevanten Stromtarife für den eigenen Haushalt oder das eigene Gewerbe aufzeigt.

Der Kalkulator  (Strompreis Rechner für Österreich) benötigt hierfür einige Angaben:

  • eigene Postleitzahl
  • Jahresverbrauch in kWh (der letzten Rechnung zu entnehmen)
  • alternativ die Haushaltsgröße (Personenzahl)

Der Jahresverbrauch liefert ein genaueres Ergebnis. Anhand der Haushaltsgröße kann der Strompreisrechner nur mehr oder weniger genau schätzen, wie viel Strom im Haushalt verbraucht wird. Das ist aber entscheidend, weil die Tarife auch nach dem Verbrauch gestaffelt sind.

Es sind noch weitere Eingaben möglich. So können beispielsweise Ökostromtarife, Vorauskasse oder Preisgarantien zu- oder abgewählt werden. Solche Optionen verändern das Angebot. Auch E-Control stellt einen Tarifkalkulator ins Netz. Er zeigt Tarife mit und ohne Preisgarantie.

Bei Tarifen ohne Preisgarantie kann der Lieferant zwar seinen Preis erhöhen, doch er räumt dem Kunden gleichzeitig mit der Preiserhöhung ein sofortiges Widerspruchsrecht ein. Bis der Kunde einen neuen Lieferanten gefunden hat, muss ihn der bisherige Anbieter weiter zum alten Preis versorgen. Bei einem Tarif mit Preisgarantie wird sich am Preis für einen definierten Zeitraum nichts ändern. Dieser Zeitraum beträgt meistens ein bis drei Jahre.

Bei einem Tarif mit Preisgarantie gibt der Anbieter zwar keine Preiserhöhung, aber auch keine Preissenkung an den Kunden weiter.

Es gibt auch Tarife mit automatischer Preisanpassung bzw. einem indexabhängigen Preis. Dieser ändert sich mit dem Großhandelspreis für Strom. Die Anpassung erfolgt monatlich oder quartalsweise.

Wann hat ein Lieferant zuletzt seine Preise geändert?

Diese Information ist für Verbraucher interessant, um einschätzen zu können, wann bei einem präferierten Anbieter möglicherweise wieder eine Preisänderung ansteht. Der Tarifkalkulator von E-Control liefert auch darüber die gewünschte Auskunft unter den Angaben zur Ersparnis und zum Preis.

Eine weitere Zeile nennt die Daten der letzten Preisänderungen. Bei einem Tarif mit Preisgarantie ist hier auch sofort zu sehen, wie lange diese Garantie gilt. Sollte der Tarif mit einer automatischen Preisanpassung ausgestattet sein, ist in dieser Zeile zu sehen, wann die Anpassung erfolgt (monatlich oder quartalsweise).

Filterung nach Preismodellen

Die Tarife können im Tarifkalkulator (sowohl von E-Control als auch bei anderen Stromrechnern) nach verschiedenen Preismodellen gefiltert werden. So ist es möglich, nur Tarife mit Preisgarantie anzeigen zu lassen. Hierfür klickt der Kunde in der Checkbox das entsprechende Symbol an. Die Ergebnisliste zeigt dann nur noch Tarife mit diesem Preismodell. Wiederum weist sie gleichzeitig die Ersparnis zum bisherigen Tarif aus.

Gestaltung des Energiepreises

Es gibt für die Gestaltung des Energiepreises grundsätzlich ein Staffel- und ein Zonenmodell.

  • Staffelmodell: Hierbei ordnet der Lieferant die Verbrauchsmenge einem Mengenbereich zu. Der jeweilige Energiepreis des Mengenbereichs, in dem der kundenabhängige Gesamtverbrauch liegt, gilt für den Gesamtverbrauch.
  • Zonenmodell: Bei diesem Modell wird die Verbrauchsmenge des Kunden auf die verschiedenen Mengenbereiche aufgeteilt. Der Preis durchläuft wie der Verbrauch alle Mengenbereiche. Die jeweiligen Verbrauchsmengen multipliziert der Anbieter mit den Preisen für die Mengenbereiche, dann erfolgt eine Addition der Ergebnisse. Das Modell gilt als etwas gerechter und vorteilhafter für Kunden, deren Verbrauch sehr unterschiedlich verläuft, weil sie beispielsweise zeitweise ihre Wohnung nicht nutzen und damit keinen Strom verbrauchen. Es ist aber komplizierter und daher für den Kunden schwerer nachzuvollziehen.

Der Tarifkalkulator stellt die Jahresgesamtkosten aller Tarife dar. Diese Jahresgesamtkosten lassen sich auf der Basis des gültigen Preises zum Zeitpunkt der Kalkulator-Abfrage ermitteln. Der aktuelle Monatspreis wird mit 12 multipliziert, und zwar auch bei den Preismodellen mit automatischer Anpassung.

Allerdings erstellt der E-Control Kalkulator für diese Modelle keine Prognose zur Preisentwicklung. Dieses dem E-Control Tarifkalkulator entnommene Rechenmodell gilt im Grunde für alle Strompreisrechner im Internet, weshalb wir es sinnvollerweise hier publizieren. E-Control setzt auf völlige Transparenz und klärt die Verbraucher daher auf seiner Webseite umfassend über die Hintergründe solcher Kalkulatoren auf.

Warum kann es Abweichungen zwischen meiner aktuellen Stromrechnung und den Ergebnissen eines Strompreisrechners geben?

Solche Abweichungen gibt es in der Tat, wiederum klärt uns E-Control hierüber auf. Der Tarifkalkulator rechnet immer auf der Basis der aktuellen Preise zum Abfragezeitpunkt. Aus folgenden Gründen weicht das Ergebnis manchmal von der individuellen Stromrechnung ab:

Die Preise zum Zeitpunkt Ihrer Abfrage unterscheiden sich von den Preisen zum Zeitpunkt Ihres Vertragsabschlusses. Im letzten Abrechnungszeitraum haben dann Preisänderungen stattgefunden.
In manchen Kommunen gibt es spezielle Kommunalsteuern auf den Strom (zum Beispiel wegen gesonderter Netze, welche die Kommune bezahlt hat). Normalerweise kennt der Kalkulator diese Steuern, doch sie ändern sich und werden nicht immer sofort in die Datenbank aufgenommen.
Für manche Bestandteile des Netztarifs nimmt der Kalkulator den Höchstpreis an, doch einige Netzbetreiber berechnen ihren Kunden zeitweise einen niedrigeren Tarif.

Mit dem E-Control Tarifkalkulator oder einem sonstigen Strompreisrechner lassen sich aus solchen Gründen bisherige Stromrechnungen ausdrücklich nicht überprüfen! Darüber stolpern die Nutzer immer wieder.

Es kam in Einzelfällen sogar schon zu Beschwerden beim Energielieferanten, die Kunden vermuteten Betrug. Sie hatten ihren Strompreis kalkuliert und nachgeschaut, was sie zuletzt wirklich bezahlt hatten. Die Abweichung verblüffte, doch sie lässt sich wie beschrieben erklären.

Prognose der Strompreisentwicklung in Österreich: Stand Oktober 2019

Der E-Control Vorstand Dr. Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand der E-Control Austria, äußert sich immer wieder zu möglichen Preisentwicklungen auf dem Strommarkt. Zuletzt hatte er in einem Interview im Jänner 2017 leichte Preissteigerungen für die Jahre 2017 bis 2019 prognostiziert und damit leider recht behalten.

Auch für 2020 rechnet der E-Control Vorstand zumindest mit einer leichten Preissteigerung, die unter anderem durch eine Verteuerung des Ölpreises auf dem Weltmarkt zustande kommen dürfte. Dem schließt sich das WiWo (österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung) in einer älteren Prognose an (auf Seite 18). Verbraucher können dennoch gegensteuern, indem sie den Anbieter rechtzeitig und auch oft genug wechseln und sich dabei gleichzeitig von einigen schädlichen Vorurteilen und Mythen zum Anbieterwechsel befreien.

Mythen zum Stromanbieterwechsel

Ein Mythos ist eine vorherrschende Meinung, die sich hartnäckig hält und scheinbar auf Kausalzusammenhängen fußt, die es aber in Wahrheit nicht gibt. Im alten China glaubten die Menschen, bei einer Sonnenfinsternis ausdauernd und laut auf Töpfe schlagen zu müssen, damit der Mond die Sonne wieder freigibt.

Das funktioniert tatsächlich: Nach ausdauerndem und lauten Schlagen auf Töpfe endet irgendwann die Sonnenfinsternis. Eine Kausalität zwischen dem astronomischen Ereignis und dem Topfschlagen gibt es allerdings nicht. Das ist ein klassischer und gern zitierter Mythos. Im Bereich des Stromanbieterwechsels lauten die Mythen:

Der Anbieterwechsel ist kompliziert: Ein absoluter Mythos, der darauf basiert, dass doch alles immer mit bürokratischen Hürden und Papierkrieg verbunden ist. Nicht so jedoch beim Stromanbieterwechsel. Diesen erledigt Ihr neuer Anbieter für Sie – inklusive Kündigung. Sie merken vom Wechsel nichts außer einen niedrigeren Strompreis.

Mein Strom könnte durch den Wechsel unterbrochen werden: Nein, das wird er garantiert nicht. Technisch garantiert Ihr Grundversorger den Strom, das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Wenn der neue Anbieter in die Insolvenz rutscht, habe ich keinen Strom mehr: Auch das ist falsch. Der Grundversorger übernimmt dann (allerdings zu einem höheren Preis).

Als Mieter einer Gemeinde- oder Genossenschaftswohnung darf ich den Anbieter nicht wechseln: Wiederum falsch. Die einzige Ausnahme gibt es für Wohnungen, in denen sich mehrere Mieter einen Anschluss und Zähler teilen. In so einem (sehr seltenen) Fall muss mit dem Vermieter gesprochen werden. Die Mieter müssten den Anbieter gemeinsam wechseln.

Überprüfen Sie jetzt Ihre Einsparmöglichkeiten beim Strom und wechseln Sie zu einem günstigeren Anbieter!

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