Wohnbeihilfe/Mietzinsbeihilfe in Österreich – Voraussetzungen, Berechnung, Höhe, Bundesländer

Die Wohnbeihilfe ist ein wichtiges Instrument, um leistbares Wohnen in Österreich zu garantieren. Einkommensschwache Menschen in Österreich können daher um Wohnbeihilfe ansuchen. Die Kriterien, die dafür maßgeblich sind, unterscheiden sich jedoch nach dem jeweiligen Bundesland, in dem sich der Hauptwohnsitz befindet.

Voraussetzungen für die Wohnbeihilfe

Eine Grundvoraussetzung für den Erhalt der Wohnbeihilfe ist die österreichische Staatsbürgerschaft oder eine EU-Staatsbürgerschaft. Darüber hinaus ist auch die Größe der Wohnung für die eine Wohnbeihilfe angesucht wird, entscheidend.

Die Höhe des Haushaltseinkommens wird als Berechnungsgrundlage für die Wohnbeihilfe herangezogen.

Weiters sind auch die Familiengröße sowie das Familieneinkommen für den Erhalt der Wohnbeihilfe ausschlaggebend. Dabei gelten bestimmte Einkommensgrenzen, um in den Genuss dieser Unterstützung zu gelangen. Wohnbeihilfe kann zudem nur für jene Wohnung angesucht werden, die als Hauptwohnsitz verwendet wird.

Die Berechnung der Wohnbeihilfe

Im Prinzip wird die Wohnbeihilfe in Österreich nach einem einheitlichen System berechnet. Nur die einzelnen Richtwerte wie die Nutzfläche oder die Art der Wohnung, die für eine Förderung in Frage kommt, unterscheiden sich je nach Bundesland.

Aus diesem Grund unterscheidet man zwischen einer gebäudebezogenen und einer personenbezogenen Wohnbeihilfe. Letztere kann auch dann beantragt werden, wenn es sich bei der Wohnung um keine geförderte Wohnung handelt.

Die Höhe der Wohnbeihilfe hängt in allen Bundesländern von vier Faktoren ab.

  • Größe des Haushalts
  • Haushaltseinkommen
  • Größe der Wohnung
  • Wohnungsaufwand

Haushaltsgröße

Die Haushaltsgröße ist durch die Anzahl, der in einem Haushalt lebenden Personen definiert. Je mehr Personen in einer Wohnung leben, desto höher fällt in den meisten Fällen die Wohnbeihilfe aus.

Dafür ist jedoch auch ausschlaggebend, ob und wie viele minderjährige Personen im Haushalt leben. In manchen Bundesländern, wie beispielsweise in Vorarlberg oder Kärnten wird ein eigener Wohnzuschuss für Menschen mit Behinderungen oder junge Menschen, die das erste Mal eine eigene Wohnung beziehen, gewährt.

Haushaltseinkommen

Die Richtwerte für das Haushaltseinkommen werden in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. So ist beispielsweise in Wien ein Mindesteinkommen erforderlich, während in den anderen Bundesländern eine gewisse Einkommenshöhe aller im Haushalt lebenden Personen nicht überschritten werden darf.

Das Haushaltseinkommen setzt sich aus dem gesamten Jahreseinkommen zusammen und wird durch 12 geteilt. Damit gehören auch Sonderzahlungen wie das Urlaubs- und Weihnachtsgeld zum Haushaltseinkommen.

Wohnungsgröße

Die Wohnungsgröße definiert sich durch die sogenannte Nutzfläche. Auch diese ist in den Bundesländern unterschiedlich bemessen. Die Wohnnutzfläche beträgt in den meisten Bundesländern 70 m² für maximal zwei Personen und wird für jede weitere im Haushalt lebende Person um 10 m² erweitert.

Wohnungsaufwand

Diese Bestimmungsgröße wird in jedem Bundesland angewandt. Für die Berechnung der jeweiligen Wohnbeihilfe ist immer der sogenannte ˶zumutbare Wohnungsaufwand˝ entscheidend. Der zumutbare Wohnungsaufwand kann in den Bundesländern jedoch unterschiedlich definiert sein.

Wohnbeihilfe in den Bundesländern

Im Folgenden finden Sie einige Details zur Wohnbeihilfe in den Bundesländern.

Wohnbeihilfe in Wien – Höhe

In Wien wird die Wohnbeihilfe nur für Personen gewährt, welche über ein Mindesteinkommen verfügen oder zurzeit zwar kein derartiges Mindesteinkommen erhalten aber dieses in den letzten zehn Jahren zumindest über 12 Monate durchgehend erzielt haben. Das Mindesteinkommen liegt im Jahr 2019 bei:

  • Für eine Person bei 885,47 € pro Monat
  • Für zwei Personen bei 1.327,62 € pro Monat

Für jede weitere Person im Haushalt erhöht sich dieses Einkommen um 442,15 € und für jedes Kind um 136,63 € pro Monat. Die Höhe des gesamten Haushaltseinkommens wird für die Berechnung der Wohnbeihilfe herangezogen.

Für die Beantragung und Berechnung der Wohnbeihilfe ist in Wien die MA 50 zuständig. Personen, die in einer Gemeindewohnung in Wien leben, erhalten die Wohnbeihilfe nicht ausbezahlt. Sie wird stattdessen direkt an ˶Wiener Wohnen˝ überwiesen. Der Mieter zahlt dann nur noch die Restmiete. Mieter von anderen Wohnungen erhalten die Wohnbeihilfe monatlich im Voraus ausbezahlt. Die Auszahlung erfolgt entweder auf das Konto des Mieters oder per Postanweisung.

Wohnbeihilfe in Niederösterreich

In Niederösterreich sind Mieter von geförderten Wohnungen berechtigt, um Wohnzuschuss oder Wohnbeihilfe anzusuchen. Für Wohnungen oder Eigenheime, die vor 1993 errichtet und gefördert wurden, wird eine Wohnbeihilfe gewährt.

Für Wohnungen, die erst nach 1993 errichtet und gefördert wurden, gibt es einen Wohnzuschuss. Für geförderte Mietwohnungen, für die ein Mietvertrag nach dem 30. Juni 2009 abgeschlossen wurde, gilt das ˶Modell 2009˝.

Die Höhe des Wohnzususses wird in diesem Modell nach den üblichen Kriterien Haushaltsgröße, Wohnungsgröße, Familieneinkommen und dem monatlichen Wohnungsaufwand berechnet. Daraus ergibt sich ein förderbarer Wohnungsaufwand. Von diesem wird noch ein Selbstbehalt abgezogen, der als zumutbarer Wohnungsaufwand bezeichnet wird. Der Selbstbehalt hängt vom Familieneinkommen ab und ist gestaffelt. Bei einem monatlichen Pro-Kopf-Einkommen bis zu 750 € wird kein Selbstbehalt abgezogen und man erhält den vollen Wohnzuschuss.

Wohnbeihilfe in Oberösterreich

In Oberösterreich haben Mieter von geförderten und nicht geförderten Mietwohnungen Anspruch auf Wohnbeihilfe, sofern ihr Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet.

Die Differenz zwischen dem anrechenbarem und dem zumutbaren Wohnungsaufwand gilt dabei als Höhe der Wohnbeihilfe. Die Obergrenze liegt jedoch bei 300 € pro Monat. Auch hier gilt das Haushaltseinkommen aller im Haushalt lebenden Personen als Berechnungsgrundlage.

Die Wohnnutzfläche beträgt hier 45 m² für Einpersonenhaushalte und 15 m² für jede weitere Person, die in dem Haushalt lebt. Der zumutbare Wohnungsaufwand wird in diesem Modell mithilfe des Haushaltseinkommens abzüglich des gewichteten Einkommens berechnet. Der Sockelbetrag für das gewichtete Haushaltseinkommen liegt bei 580 €. Diese Summe wird mit einem Gewichtungsfaktor, der sich an der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen orientiert, multipliziert.

Wohnbeihilfe im Burgenland

Hier gelten ähnliche Bedingungen wie in anderen Bundesländern. Vom Wohnungsaufwand wird jeweils ein zumutbarer Wohnungsaufwand abgezogen, der von der Höhe des Familieneinkommens abhängig ist. Die Nutzfläche beträgt im Burgenland jedoch 50 m² und ab zwei Personen 70 m². Für jedes minderjährige Kind erhöht sich diese Nutzfläche um 10 m².

Wohnbeihilfe in der Steiermark

In der Steiermark heißt die Wohnbeihilfe ˶Wohnunterstützung˝. Sie wird Mietern und Mieterinnen mit geringem Einkommen bis zur sogenannten Armutsgefährdung gewährt.

Die Höhe der Wohnunterstützung hängt dabei ebenfalls vom Haushaltseinkommen, der Nutzfläche sowie der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen ab.

Von der maximal möglichen Wohnunterstützung wird je nach Höhe des Haushalteinskommens ein Prozentsatz ermittelt, der als tatsächliche Wohnunterstützung ausbezahlt wird. Auch hier wird vom Wohnungsaufwand wieder der zumutbare Wohnungsaufwand abgezogen.

Die maximale Wohnunterstützung ist von der Zahl der im Haushalt lebenden Personen abhängig und gestaltet sich wie folgt:

  • Für eine Person maximal 143 €
  • Für zwei Personen maximal 178,75 €
  • Für drei Personen maximal 193,05 €
  • Für vier Personen maximal 207,35 €
  • Für fünf Personen maximal 214,50 €
  • Für sechs Personen maximal 221,65 €
  • Für sieben Personen maximal 222,80 €
  • Ab acht Personen maximal 235,95 €

Die Zuerkennung der Wohnunterstützung ist nur von der Familiengröße und dem Familieneinkommen abhängig, nicht jedoch wie in anderen Bundesländern von der Größe der Wohnung.

Wohnbeihilfe in Salzburg

Das Land Salzburg gewährt Mietbeihilfen ausschließlich für geförderte Wohnungen. Die Höhe der Wohnbeihilfe ist dabei von den Einkommensverhältnissen, der Familiengröße sowie den Wohnungskosten abhängig, wie auch in den anderen Bundesländern.

Für nicht geförderte Mietwohnungen gibt es einen Wohnzuschuss nur dann, wenn ein schriftliche Mietvertrag vorliegt und der Mietpreis den Richtwertmietzins nicht übersteigt. Dieser bewegt sich derzeit bei 8,03 € pro Quadratmeter Wohnfläche.

Wohnbeihilfe in Kärnten

Eine Wohnbeihilfe wird in Kärnten nur gewährt, wenn der Mieter oder die Mieterin durch den Wohnungsaufwand unzumutbar belastet wird. Das ist der Fall, wenn das Einkommen pro Person unter 850 Euro pro Monat liegt.

Für junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren gibt es eine zusätzliche Wohnungsförderung, wenn sie das erste Mal eine eigene Wohnung beziehen. Der Zuschlag beträgt dabei 50 € pro Monat und wird für die Dauer von maximal zwei Jahren gewährt. In Kärnten werden jedoch nicht nur die Mietkosten, sondern auch die Betriebskosten zum anrechenbaren Wohnungsaufwand hinzugezählt.

Wohnbeihilfe in Tirol

Im Bundesland Tirol unterscheidet man zwischen Wohnbeihilfen für geförderte Mietwohnungen und Mietzins- und Annuitätenzuschüssen für nicht geförderte Wohnungen. In jedem Fall errechnet sich die Beihilfe des Landes aus der Differenz zwischen anrechenbaren und zumutbaren Wohnungsaufwand. Auch dieser hängt von den Faktoren Haushaltsgröße und Familieneinkommen ab.

Wohnbeihilfe in Vorarlberg

In Vorarlberg richtet sich die Höhe der Wohnbeihilfe nicht nur nach dem Einkommen, sondern auch nach der Erwerbsfähigkeit der Mieter. Wohnbeihilfe erhält nur, wer über ein Erwerbseinkommen verfügt oder über eine Nachfolgeleistung wie beispielsweise eine Rente. Teilzeitbeschäftigungen werden nicht angerechnet. Ausnahmen gibt es nur für alleinerziehende Personen mit Kindern unter 6 Jahren. Wer über ein verfügbares Vermögen über 15.000 Euro verfügt, kann keine Wohnbeihilfe erwarten.

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